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Segeberg Das große Aufräumen nach „Herwart“
Lokales Segeberg Das große Aufräumen nach „Herwart“
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20:56 30.10.2017
Ein umgestürzter Baum in der Industriestraße bereitete den Einsatzkräften der Wahlstedter Wehr große Sorge. Es wurde befürchtet, dass der Fahrer eines Rades, das dort lag, verletzt unter den schweren Ästen liegen könnte – zum Glück war es nicht so. Quelle: Fotos: Feuerwehr

Der erste Alarm traf Sonntagmorgen gegen 3.30 Uhr ein. Von da an kamen die Segeberger Einsatzkräfte bis zum Sonntagnachmittag nicht mehr zur Ruhe. „Dieses Mal hat es nicht nur den Westkreis, sondern das komplette Kreisgebiet getroffen: Überall hat es umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste gegeben, von denen auch Autos und Carports getroffen wurden“, fasst Sönke Möller, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, den Dauereinsatz zusammen. „Und dieses Mal waren es mit knapp 500 Einsätzen deutlich mehr als bei ,Xavier’ (400 Anm. Red.).“

Eingestellter Zugverkehr bei AKN und Nordbahn, umgestürzte Bäume und Windgeschwindigkeiten von weit über 100 Stundenkilometern: Nach „Sebastian“ und „Xavier“ fegte „Herwart“ übers Land, sorgte dafür, dass Segebergs Wehren am Sonntag im Dauereinsatz waren.

„Dieses Mal hat es das komplette Kreisgebiet getroffen."

Sönke Möller Sprecher Kreisfeuerwehrverband

Im 17-Stunden-Dauerstress kam für die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Segeberg vor allem die Drehleiter zum Einsatz. Mit ihr unterstützten sie unter anderem benachbarte Wehren. So wurde beispielsweise in Fahrenkrug verhindert, dass weitere lockere Dachteile von der alten Brotfabrik, heute ein Mehrfamilienhaus, stürzten. Bei Klein Rönnau war ein Baum quer über Bundesstraße 432 gekippt. Ähnliche Bilder gab es im Fliederweg und in der Straße Am Ihlsee.

Die Feuerwehr Norderstedt zählte 124 sturmbedingte Einsätze in der Stadt. Auch sie rückte mit ihrer Drehleiter zur Unterstützung in Nachbarorte wie Tangstedt, Wakendorf II und Henstedt-Ulzburg aus.

Am Marktplatz von Sülfeld neigte sich unter den Sturmböen eine 100 Jahre alte Linde an eine Häuserwand und beschädigte den Dachüberstand. Aus Sicherheitsgründen mussten zwei weitere Linden gefällt werden.

Die Freiwillige Feuerwehr Wahlstedt arbeitete 47 Einsätze in der Nacht zu Sonntag ab. Zaunanlagen, Gartenhäuser und eine Scheune wurden beschädigt. Die Industriestraße musste durch die Feuerwehr gesperrt werden, da sie durch ein Waldgebiet führt. Besonders beunruhigt hatte die Einsatzkräfte jedoch ein Fahrrad, das auf der Strecke direkt neben einem umgestürzten Baum lag. Wahlstedts Wehrführer Jörg Neubauer: „Wir dachten schon, der Radfahrer sei verunglückt und liegt unter den schweren Ästen. Aber das war glücklicherweise nicht so.“

Unterm Strich verlief der nach „Sebastian“ und „Xavier“ dritte schwere Sturm im noch jungen Herbst 2017 im ganzen Kreisgebiet trotz vieler Einsätze glimpflich: Zwar kam es zu mitunter nicht unerheblichen Sachschäden, Personen wurden aber nicht verletzt. Wie überall ging auch im Segebergischen auf der Schiene nichts mehr: Die Nordbahn hatte ihren Verkehr zwischen Bad Oldesloe und Neumünster einstellen müssen. Überall waren Sturmschäden zu beseitigen. Die Züge der AKN Richtung Kaltenkirchen fuhren ebenfalls nicht. Auf den AKN-Strecken verhinderten rund 20 entwurzelte Bäume ein Durchkommen. „Am Sonntagnachmittag konnte hier der Betrieb wieder aufgenommen werden“, sagte AKN-Vorstand Wolfgang Seyp. Auf der Strecke der Nordbahn hingegen war der Betrieb auch am Montag noch für einen großen Teil des Tages eingestellt. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen und Taxen war für Reisende eingerichtet worden.

Überall begann das große Aufräumen: Ein umgestürzter Baum konnte erst gestern vom Industriegleis zwischen Fahrenkrug und Wahlstedt entfernt werden. Die Mitarbeiter der Bauhöfe von Wahlstedt und Bad Segeberg hatten ihre Kettensägen angeworfen. Auch in den kommenden Tagen rechnet die Feuerwehr noch mit Folgeeinsätzen.

 Heike Hiltrop

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