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Das kleinste Arztzimmer Deutschlands war zu Besuch

Bad Segeberg Das kleinste Arztzimmer Deutschlands war zu Besuch

Der DRK-Blutspendebus ist auf Sommertour im Norden: 62 Männer und Frauen ließen sich gestern bei Möbel Kraft Blut abnehmen.

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Blick in den Bus: Schwester Irmtraut Voß (v.l.) nimmt Maria Tretow und Brigitte Schmidt Blut ab.

Bad Segeberg. Blutkonserven können in den Sommermonaten zur Mangelware werden. Denn viele Blutspender sind im Urlaub, können nicht zu den Terminen erscheinen. „Die Befürchtung ist auch bei uns da, doch der Zuspruch von Spendern reicht noch aus“, sagt Harald Hinz vom DRK-Blutspendedienst Nordost.

LN-Bild

Der DRK-Blutspendebus ist auf Sommertour im Norden: 62 Männer und Frauen ließen sich gestern bei Möbel Kraft Blut abnehmen.

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Um ausreichend Blut vorzuhalten, hat der Blutspendedienst zu den üblichen Spendeterminen den DRK-Blutspendebus gechartert. Drei Wochen lang fährt die mobile Spendeeinheit durch Schleswig- Holstein und Hamburg. Gestern stand er vor Möbel Kraft und erregte Aufmerksamkeit. Mit 18 Tonnen Gewicht, 13,8 Meter Länge und 2,55 Meter Breite verfügt der Bus dabei sogar über einzelne Funktionseinheiten wie Anmeldung, ärztliche Untersuchung und der Blutentnahme mit vier Plätzen. „Der Bus ist das kleinste Arztzimmer in Deutschland“, sagte Hinz lachend und freute sich über den guten Zuspruch der Spender. „Heute Morgen stand eine Schlange vor dem Bus, das Angebot wird überdurchschnittlich genutzt“, erklärte Hinz.

Morgens hätten sie mit „Tröpfli“, dem DRK-Maskottchen, auf dem Wochenmarkt Werbung gemacht. Erfolgreich, denn 62 Menschen kamen innerhalb von vier Stunden zum Bus und ließen sich jeweils 500 Milliliter Blut abnehmen. Besonders positiv für Hinz ist der Anteil der Erstspender, 20 Frauen und Männer füllten den langen Fragebogen mit 30 Fragen aus. Darunter auch Christian Duus aus Bad Segeberg. Der Schüler hatte seine Freundin begleitet, die zum ersten Mal Blut spenden wollte. „Ich habe die Wartezeit genutzt und mit Herrn Hinz geredet, er hat mich von der guten Sache überzeugt“, erzählte der 19-Jährige. Außerdem müsse er alles einmal gemacht haben. Seine Freundin Maria Tretow saß bereits im Bus und bekam die Nadel von Schwester Irmtraut Voß gesetzt. Ein kurzer Pieks und der rote Lebenssaft rann in den Beutel. „Überall wird mit den Plakaten geworben, ich wollte schön länger Blut spenden“, sagte die 20-Jährige. Neben ihr ließ sich Brigitte Schmidt Blut abnehmen. Viele Male, doch zum ersten Mal in diesem ungewohnten Ambiente. „Der Bus ist eine witzige Idee.“

Auch eine Jubilarin war unter den Spendern: Claudia Hannich aus Trappenkamp spendete zum 100. Mal. „Das hat bei uns Familientradition, jeder der kann, spendet“, sagte die 50-Jährige. Mit 18 Jahren habe sie angefangen, ihr Mann Uwe habe sie damals mitgenommen. Er ließ sich nun das 128. Mal Blut abnehmen.

Durchschnittlich verweilen die Blutkonserven zwei bis sechs Tage in Lütjensee. Am häufigsten wird Blut in der Krebstherapie (19 Prozent) benötigt, gefolgt von 16 Prozent bei Magen-Darm-Erkrankungen und Herzpatienten, zwölf Prozent der Konserven gehen an Unfallopfer. Acht bis neun Teams sind täglich in Hamburg und Schleswig-Holstein im Einsatz und nehmen etwa 700 Spendern Blut ab, das sind etwa 1750 Liter Blut pro Woche.

Silvie Domann

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