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Segeberg Defizit im Schulverband: Trappenkamp soll zahlen
Lokales Segeberg Defizit im Schulverband: Trappenkamp soll zahlen
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21:20 12.07.2016

Wer die Musik bestellt, soll sie auch zahlen. Ein einfacher Grundsatz, auf den sich gerne auch Kommunen berufen, wenn sie neue Aufgaben übernehmen sollen. Nicht übernehmen wollen die meisten Gemeinden des Schulverbands Sventana die gestiegenen Verwaltungskosten beim Amt Bornhöved für die Schule. Eine 100-prozentige Kostendeckung wurde vor einem halben Jahr mit 7 zu 12 Stimmen abgelehnt. Es geht um 120000 Euro – die irgendjemand bezahlen muss. Ein Nachtragshaushalt beim Amt ist in Arbeit, was eine Erhöhung der Amtsumlage mit sich brächte. Die ersten Schätzungen liegen vor: Den Löwenanteil soll voraussichtlich Trappenkamp übernehmen – dabei ist die Gemeinde gar nicht Mitglied im Schulverband Sventana.

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„Irgendwie muss ich die Kosten gegenfinanzieren, das geht nur mit der Amtsumlage.“Jörg Tietgen, Amt Bornhöved

Tiefrot ist die Ampel im 1. Quartalsbericht zum Trappenkamper Haushalt in der Spalte Amtsumlage. Noch, so heißt es in der Erklärung seitens der Verwaltung, entspreche die Amtsumlage von 913000 Euro für Trappenkamp der Haushaltsplanung. „Nach einer überschlägigen Schätzung“ jedoch, wird diese „auf über 1000000 Euro steigen“. Eine Steigerung von über 90000 Euro.

„Das ist nicht lustig“, kommentiert Trappenkamps Bürgermeister Harald Krille und kündigt an, das Thema beim nächsten Amtsausschuss anzusprechen. „Jeder sollte seinen Anteil übernehmen. Es kann natürlich nicht sein, dass wir den Fehlbedarf der Sventana-Gemeinden ausgleichen.“

Zumal Trappenkamp eigene Schulen unterhält und dort selbst mit einer Verdopplung der Verwaltungskosten konfrontiert ist. Der bisherige Beitrag soll von 54000 Euro auf 106000 Euro steigen.

Eigentlich wollte man der 100-prozentigen Kostendeckung zustimmen, so Krille. Unter den gegebenen Umständen sei das aber noch nicht abschließend entschieden. Über den Posten soll morgen im Gemeinderat abgestimmt werden.

„In irgendeiner Form muss ich die höheren Kosten gegenfinanzieren“, begründet der Leitende Verwaltungsbeamte vom Amt Bornhöved Jörg Tietgen, der davon ausgeht, dass auch Trappenkamp die gestiegenen Verwaltungskosten für die Schulen ablehnt. Ein Ausgleich sei nur über die Amtsumlage möglich, die wiederum nach Finanzstärke der Gemeinden verteilt wird. So trifft es vorrangig Trappenkamp.

Konkrete Zahlen über die Höhe des Nachtragshaushalts wollte Tietgen nicht nennen. Das sei „Kaffeesatzleserei“. In den Finanzberichten der Amtsgemeinden für das 1. Quartal 2016 wird die Verwaltung konkreter. So wird für Bornhöved eine Steigerung der Umlage um 12500 Euro auf 675600 Euro erwartet, für Tensfeld eine Erhöhung um 15500 Euro. Die Berichte der restlichen Gemeinden – alles Mitglieder im Schulverband Sventana – sind noch nicht veröffentlicht, fallen aber deutlich geringer aus. Die Plöner Verbandsgemeinden sind von der Umlagenerhöhung gar nicht erst betroffen.

„Das ist unglücklich“, räumt Beatrix Klüver, Vorsitzende des Finanzausschusses des Schulverbands und Bürgermeisterin von Tensfeld, ein. „Wir wollen eine kostengenaue Abrechnung.“ Ein neuer Vertrag zwischen Schulverband und Amt werde nächstes Jahr verhandelt. Eine 100-prozentige Übernahme in diesem Jahr sei im Verband mehrheitlich abgelehnt worden. Die 90000 Euro Mehrkosten für Trappenkamp stammten aber nicht komplett vom Schulverband, betont Klüver. Und schon in den Vorjahren habe Trappenkamp für den Schulverband mitbezahlt. Erst ein Beschluss zur genauen Kostenermittlung für den Schulverband habe die jetzige Berechnung möglich gemacht.

Nadine Materne

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