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Den Nebenbuhler mit einem Messer bedroht?

Bad Segeberg Den Nebenbuhler mit einem Messer bedroht?

Vor Gericht war nicht zu klären, wie weit die Bedrohung durch Yilmaz A. ging – Das Verfahren ist eingestellt.

Bad Segeberg. Dass er eine Vorstrafe eingetragen bekäme, das war die Hauptsorge von Yilmaz A. (abgekürzte Namen von der Redaktion geändert) vor Richterin Yvonne Puck. Ob er aber auch an Strafvermeidung dachte, als er seinen Nebenbuhler Walter M. auf dem Weg zu dessen Arbeitsstelle abfing und bedrohte? Und hat er dazu wirklich ein schwarzes Klappmesser benutzt, das er M. an Bauch und Kehle hielt? Vieles blieb an diesem Vormittag unklar. So wurde das Verfahren am Ende gegen eine Geldbuße von 300 Euro, zahlbar in zwei Raten, eingestellt.

„Lass Deine Finger von Cindy und von meiner kleinen Tochter!“ So oder ähnlich muss der Wortlaut gewesen sein, als Yilmaz A. (47) im vergangenen Jahr Walter M. (26) vor dessen Arbeitsstelle, einem Altenheim, abfing und ihn bedrohte. Was genau gesagt wurde, dessen kann Walter M. sich heute aber nicht mehr erinnern. Klar sei nur, dass Yilmaz ihn bedroht habe. Er sei an der Schulter festgehalten worden und habe ein Geräusch wie das Aufschnappen eines Klappmessers gehört und sei sich deshalb sicher, mit einem Messer an Bauch und sogar Kehle bedroht worden zu sein. Gesehen habe er das Messer aber nicht: „Ich habe nicht hingeguckt, ich hatte doch Schiss.“

Ob dieses vermeintliche Messerschnappen auch das Geräusch zweier aneinander klackender Schlüssel hätte sein können, fragte Verteidigerin Nina Janz. „Wieso sollte er mich denn mit Schlüsseln bedrohen?“, fragte das vermeintliche Opfer zurück. Er sei außerstande gewesen am Tattag sowie an den beiden folgenden Tagen zu arbeiten.

Yilmaz A. hatte seine Version bereits am ersten Verhandlungstag erzählt. Heute möchte er eigentlich überhaupt nichts sagen, lässt er seine Anwältin erklären. Doch dann „korrigiert“ er doch immer wieder die Aussagen von Walter M.: „Da ist so viel Unrichtiges drin.“

Das Wichtigste für den Deutsch-Türken: Er und Freundin Cindy seien zu dem Zeitpunkt des Streitgesprächs noch gar nicht auseinander gewesen: „Die hat ihn doch nur benutzt, um von mir wegzukommen.“

Unterschiedlich war auch die Sichtweise, warum Cindy B. stets dabei gewesen sei, wenn der Vater die gemeinsame Tochter besuchte. Weil sie das Kind nicht mit Yilmaz A. allein lassen wollte, sagte Walter M. Weil man noch gar nicht getrennt gewesen sei, behauptet Yilmaz A.

Inzwischen ist weder der eine noch der andere Mann mit Cindy B. zusammen. Der Vorfall vor dem Altenheim hatte damals noch ein Nachspiel:. „Er hat mit einer Facebook-Nachricht an meine Schwester die ganze Familie bedroht“, wirft Walter M. dem Angeklagten vor. Die entsprechende Nachricht – die er von seiner Schwester als Kopie bekommen hätte – habe er jedoch nicht dabei. Auch hatte er den Text damals trotz mehrfacher Aufforderung nicht der Polizei übergeben.

Vielleicht deshalb nicht, weil der Text ähnliche Kommentare enthielt wie ein anderer Facebook-Chat zwischen Yilmaz A. und Walter M., den Anwältin Janz dem Gericht präsentierte. Von einem „Türkenschwein“ war da die Rede. Und die Text-Antwort folgte prompt: „Lieber ein Türkenschwein als ein fettes Schwein.“

So viel war auch nach der Einstellung klar im Gerichtssaal: Innige Freunde werden Yilmaz und Walter nicht mehr. Sie gaben sich weder zur Versöhnung noch zum Abschied die Hand . . .

Lothar Hermann Kullack

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