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Segeberg Denk mal an, alles Denkmal
Lokales Segeberg Denk mal an, alles Denkmal
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20:19 03.09.2013
Auch Glauben kann unbequem sein: In St. Marien geht es um das „Kreuz mit dem Kreuz“ am Tag des offenen Denkmals. Quelle: Fotos: Hiltrop (3)/hfr (1)

Denkmäler, das sind gegossene oder aus Stein gehauene Erinnerungen an bedeutende Geschehnisse, Personen oder Entwicklungen. Meistens jedenfalls. „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmäler“, lautet das diesjährige Motto zum Tag des offenen Denkmals, der am kommenden Sonntag, 8. September überall im Land begangen wird. Diese Überschrift lädt offenbar so ganz andere Teilnehmer dazu ein, sich unter dem Gesichtspunkt des Hinterfragens zu präsentieren. Somit gibt es im Kreis Segeberg einige ganz besondere Bonbons für Kultur- und vor allem Architekturliebhaber, die sich deutlich unterscheiden von Museen, Skulpturen oder Gedenkstätten: ein Knast etwa.

Die Justizvollzugsanstalt Glasmoor in Norderstedt mit ihren 190 Haftplätzen für Männer und 19 für Frauen ist nach wie vor ein Gefängnis. Straftäter im freien Vollzug leben hier. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble aus der Mitte der 1920er-Jahre, das der Architekt Fritz Schumacher entworfen hat, gilt als vorbildlich in seinem Konzept. Es sollte schon damals ein Vorzeigeobjekt für die Resozialisierung sein, ohne Mauern und Stacheldraht: „Bessert die Erde durch den Menschen und ihr bessert den Menschen durch die Erde“, steht in großen Lettern über dem Eingang. Unter bestimmten Sicherheitsauflagen und mit Voranmeldung (siehe Beisteller) kann die Außenanlage und unter Umständen auch das JVA-eigene Gefängnismuseum besichtigt werden.

Ein weiteres Schmankerl architektonischer Geschichte ist die Jugendakademie in Bad Segeberg (Marienstraße), die sich erstmals am Tag des offenen Denkmals beteiligt und eine Vielzahl von Design- und Bauüberraschungen aus dem Anfang der 70-er Jahre bereit hält. Der Bau an sich, aber auch Stühle, Wandteppiche und das Beleuchtungskonzept bilden ein Gesamtdenkmal. Es waren viele Kompromisse nötig, um die ehemalige Evangelische Akademie Nordelbien unter den strengen Auflagen der Denkmalschützer so umzugestalten, dass Kinder und Jugendliche sich wohl fühlen.

„Das war manchmal schon hart an der Grenze“, gesteht Akademie-Leiter Dieter Fiesinger. Decken abhängen, das Foyer verkleinern, für bessere Akustik und besseres Licht sorgen: keine Chance. Selbst der allerbilligste Klinkerboden, einst wegen der Kostenersparnis vom Bauherren Kirche verlangt und schon vor 40 Jahren nur zähneknirschend vom Architekten hingenommen, der lieber Hirnholzböden gehabt hätte, steht heute unter Schutz. Etwas ganz Besonderes dürfte zudem das Konzert der Musikschule sein, das gleichzeitig zum Tag des Denkmals in der Jugendakademie stattfindet. Von der Akademie, vorbei an der Wollspinnerei Blunk, die ebenfalls geöffnet hat, geht es zur dritten Überraschung am Sonntag. Sie wird vor allem diejenigen interessieren, die die Planungen rund um das schmucke, unter dem Namen „Rattenvilla“ bekannt gewordene Haus direkt am Großen Segeberger See verfolgt haben.

Das 1914 errichtete und bis 2011 bewohnte Gebäude soll zum „Café Seeperle“ werden. Die Planungen dazu laufen. Damit sich Besucher ein Bild von dem machen können, was in der Villa am Großen Segeberger See entstehen soll, erwartet Architekt Frank P. van Wely mit seinen Plänen die Besucher (zwischen zehn und zwölf Uhr).

Hereinspaziert!
Wer das Gefängnis Glasmoor sehen möchte, kann sich heute noch anmelden (tdod@kreis-se.de). Wichtig sind Name, Anschrift und Geburtsdatum. Nur Gäste mit bestätigter Rückantwort dürfen hinein. Die Jugendakademie bietet 11 und ab 15 Uhr Führungen an. Zum Spaziergang (ab 11.15 Uhr) nach dem Gottesdienst zwischen St. Marien und dem

Alt Segeberger Bürgerhaus haben sich Kirche und Museum zusammengetan. Mehr Infos: www.tag-des-offenen-denkmals.de

Heike Hiltrop

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