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Segeberg Denksport im wahrsten Sinne
Lokales Segeberg Denksport im wahrsten Sinne
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20:44 17.05.2018
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Nahe

Vor Julia liegen mehrere Gegenstände in einer Reihe: Brille, Flasche, Kuscheltier, ein Schuh, ein Becher, Bürste und Handtuch. Sie soll sich die Reihenfolge merken. Anschließend wird es sportlich:

Seilspringen in die andere Richtung. Ob sie noch alle Gegenstände weiß, obwohl sie vertauscht wurden? Fast alle legt sie richtig. „Bisher hatte noch niemand alle richtig“, berichtet Lena, die mit drei anderen vom Berufsbildungszentrum (BBZ) in Bad Segeberg die Station für die Jüngeren betreut. „Das beste Ergebnis war ein Fehler, das Schlechteste aber nur vier. Wir sind total positiv überrascht“, sagt sie. Als sie sich die Aufgabe überlegt haben, die Kopf und Körper gleichermaßen beanspruchen sollte, haben sie es selbst ausprobiert. „Und wir waren schlechter. Wir haben aber zwischendurch auch keinen Sport gemacht“, gibt sie zu. Vielleicht ein Indiz für genau das, worum es hier geht.

„In einer Weiterbildung haben wir von einer schwedischen Studie erfahren, die besagt, dass Kinder eine bessere Denkleistung haben, wenn sie sich sportlich betätigen“, erklärt Sportlehrer Janek Radomsky von der Schule im Alsterland. „Das wollen wir ausprobieren.“ Es gehe dabei nicht um Ausdauer, sondern um Übungen für die Koordination, für Gleichgewichts- und Orientierungssinn.

40 Schüler aus dem Fachbereich Sport und Gesundheit des BBZ haben sich Stationen für ebenso viele Fünftklässler ausgedacht und die schriftliche Theorie gleich mitgeliefert. Sie sammeln Einschätzungen der Jüngeren, verwerten sie später in Berichten und wollen zu einem Fazit kommen. Die Leistung fließt in ihre Abi-Note ein. „Wir werden das mit allen reflektieren und dann feststellen, ob der Sport beim Denken geholfen hat oder ob er hinderlich war“, sagt Janek Radomsky. Herausgekommen ist das Sportfest unter dem Motto „Sport macht schlau“. Zehn Stationen konnten absolviert werden. Darunter auch welche mit eher ungewöhnlichen Bewegungen: Yoga zum Beispiel oder eine längere Choreografie beim Step Aerobic. „Ich habe schon acht Stationen mitgemacht. Yoga war echt anstrengend und auch andere Übungen waren schwer, aber zu schaffen“, berichtet Max-Ole. An der Station „Lausche gespannt“ wurden Bewegung, Zuhören und Ruhe miteinander kombiniert. Die Kinder hörten ein Gedicht, in dem es um viele Farben ging. Doch bei den Farben Feuerrot, Dunkelblau und gestreiftes Orange sollten sie hellhörig werden und schnellst möglich reagieren: Den drei Farben war jeweils ein Parcours zugeordnet, den es zu absolvieren galt, mit Dosenwerfen, Balancieren oder Zahlenkombinieren. Und während die Größeren an der Schule gestern über den Prüfungen brüteten, hatten die zwei fünften Klassen viel Spaß: „Am besten war eigentlich, dass wir Sport statt Unterricht hatten“, sagt Max-Ole lachend.

Das Sportfest war der Auftakt, es soll von nun an in jedem Jahr wiederholt werden. Die Schule im Alsterland und das BBZ in Bad Segeberg sind Kooperationspartner. Junge Schüler, die sich am Berufsbildungszentrum bewerben, haben dort einen Platz sicher für höhere Schulabschlüsse.

ibu

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