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Segeberg Der Automat ist weg: Kein Bargeld mehr in der Südstadt
Lokales Segeberg Der Automat ist weg: Kein Bargeld mehr in der Südstadt
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21:32 01.12.2016

Der Automat sei kaum noch genutzt worden, sagt Volksbank-Sprecherin Anne Wiatrok. Betroffene von Senioren- und Stadtteilbeirat widersprechen.

Der Eigentümer der Immobilie, Hans-Joachim Laser, hatte das Quartier-Management bereits im Sommer darauf aufmerksam gemacht, dass der Automat verschwinden solle, sagt Quartiermanagerin Katherine Wegner. „Daraufhin haben wir, das Quartiersmanagement der Südstadt, schriftlich und telefonisch Kontakt aufgenommen zur VR Bank Neumünster und um den Erhalt des Geldautomaten gebeten und unter anderem an die soziale Verantwortung der Bank appelliert“, sagte Katherine Wegner den LN. Doch seitens der Volksbank-Geschäftsführung sei mitgeteilt worden, dass man den unpopulären Schritt sehr bedaure, aber nicht rückgängig machen könne. Der Geldautomat sei wirtschaftlich nicht mehr rentabel gewesen.

Letzteres bestätigt Volksbank-Sprecherin Anne Wiatrok. Der Unterhalt eines Geldautomaten koste schließlich auch Geld, und der Automat in der Theodor-Storm-Straße sei eben zu wenig genutzt worden.

Sprecherin Wiatrok: „Da man das Geld praktisch kaum geschützt auf offener Straße ziehen musste, haben gerade ältere Südstadtbewohner lieber die Automaten in der Hauptstelle in der Innenstadt genutzt.“

Das kann Ralf Schaffer, Mitglied des Stadtteilbeirats für die Südstadt, nicht nachvollziehen: „Das habe ich anders beobachtet. Auch ich selbst habe den Automaten oft genutzt.“ Gerade für die älteren Südstadt-Bewohner sei es „sehr, sehr schade“, dass der Geldautomat aus der Theodor-Storm-Straße verschwunden sei.

So sieht es auch Karin Am Wege, die Vorsitzende des Bad Segeberger Seniorenbeirats: „Das finde ich überhaupt nicht gut. Gerade für die Südstadt, wo sich in letzter Zeit so viel entwickelt hat, ist das ein herber Rückschlag.“ In einer Umfrage des Beirats hätten die Senioren sich recht zufrieden über die Banken geäußert – ein solcher Schritt wie jetzt konterkariere diesen Eindruck. Karin Am Wege erinnert daran, dass direkt in der Nähe das Propstei-Altenheim liege: „Da passte der Automat doch gut hin.“

Auch Hans-Joachim Laser, Inhaber des Gebäudes, das bis 2005 sogar noch eine Volksbank-Filiale beherbergte, hatte sich erfolglos um den Erhalt bemüht: „Weder Volksbank noch Sparkasse hatten Interesse daran“, sagte er den LN. Immerhin müsse er sich nun keine Gedanken mehr um Gewalttäter machen: „Das Sprengen von Automaten verursacht doch jedes Mal riesige Schäden.“

Übrigens verschwindet der Südstadt-Geldautomat nicht in irgendeinem Lager: Er wird anstelle des kürzlich von Unbekannten gesprengten Automaten im Boostedter Edeka-Markt eingesetzt. Anne Wiatrok:

„Dort wird der Automat wirklich gebraucht und stark genutzt.“

 Lothar Hermann Kullack

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