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Segeberg Der Graf: „Dankeschön, das war Unheilig!“
Lokales Segeberg Der Graf: „Dankeschön, das war Unheilig!“
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22:12 14.05.2016

Halbzeit beim Konzertmarathon am Kalkberg: Der Graf hat seinen Koffer gepackt – nicht nur für die Abschiedstour, die ihren Anfang am Sandrund nahm, in dem sonst Indianer die Friedenspfeife rauchen. Auch im Video, das, vollgepackt mit vielen symbolischen Bildern, den Auftritt des Künstlers im schwarzen Gehrock flankiert: Fallendes Herbstlaub umweht ihn bei Sonnenuntergang. Er beschreitet den einsamen Weg Richtung Horizont, schaut in die endlose Weite des aufgewühlten Meeres. Dann kommt er in persona auf die Bühne: Der Graf. Hüpfend, sich drehend, die Arme ausbreitend lässt er seine Stimme durch den Abend dröhnen. Das Publikum jubelt – bis zum letzten Takt. Mit „Hinunter bis auf Eins“ lässt der Graf es es schon zum Auftakt unheimlich krachen.

Thomas, Susi und Nadine schwenken die Arme aus vorderster Front direkt am Bühnengraben. Beide so in den 40ern, singen mit. Textsicher. „Manchmal soufflieren wir auch“, sagt Marion, die nicht ein einziges Konzert der Tour auslassen will. Bis im September in Köln Schluss ist, will sie dabei sein, hat schon den ersten Teil der Tour mit über 50 Konzerten im vergangenen Jahr mitgemacht. „Unheilig kann man nicht erklären. Unheilig muss man spüren“, so die Stuttgarterin und Thomas nickt. Die beiden sind mit Gleichgesinnten aus der Schweiz, aus Trier, München und anderswo, angereist, feiern Unheilig an diesem Freitag zusammen mit rund 8500 anderen. „Ich war sehr krank, seine Lieder haben mir viel Kraft gegeben“, sagt Nicole, die Mann und Töchter mit ihrer Liebe zur Band angesteckt hat. Und auch Manuela und Reiner Papst sind froh, dass es mit einem Konzertbesuch geklappt hat: „Wir hatten das schon lange vor und nie hat es funktioniert.“

„Der Graf ist einfach ein klasse Typ, der sich für gute Dinge einsetzt. Seine Art mit Menschen umzugehen, dass er Kindern hilft gefällt mir und natürlich ist die Musik super“, schwärmt Sunny aus Lübeck. Steffi Schmitz pflichtet ihr bei. Die Berliner Rock-Pop-Band „Staubkind“ wie auch die Münchner „Megaherz“ mit ihrer Kriegsbemalung, „Corpsepaint“ genannt, geben einen gelungenen Support. So sagen einige. Andere nutzen die Auftritte für einen Besuch auf dem „Stillen Örtchen“ oder um sich mit Getränken und Fanartikeln einzudecken. „T-Shirts laufen gut“, sagt Merchandise-Chefin Helen Höfener. Tausende werden bis September unters Unheilig-Volk gebracht. Schräg gegenüber steht Julia Brandt zwischen Hawaiiketten, bunten Cowboy-Hüten, rosa Handschellen und pinkfarbenen Bockhörnern allein auf weiter Flur: „Das ist heute nicht gefragt“, sagt sie beim Blick auf die Verkaufsauslagen. „Nur Regencapes gehen.“

„So viele Worte sind geschrieben“: Der Graf singt zu den Schlussakkorden seines wohl letzten Konzerts in Schleswig-Holstein. Diejenigen, denen die Karten zu teuer waren, sitzen beim Wein vor der Arena zusammen, hören dem Grafen zu, wie ruft: „Dankeschön! Das war Unheilig!“ Das Publikum pariert lauthals mit „Bitteschön“. Für Sanitäter Ruediger Haß und die vielen anderen Helfer von Feuerwehr und Rotem Kreuz naht der Feierabend. Auch Familie Albert verlässt den Logenplatz oben am Berg: „Schön, das mal zu sehen, aber wir sind für Santiano hier.“ Gestern mischten sie sich dann unter die rund 10000 Freunde von Deutschlands berühmtestem Shantychor. Santiano hatte als große Überraschung die Brüder Wingenfelder als Vorgruppe mitgebracht, die sofort einen „Fury“-Song anstimmten.

Heike Hiltrop

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