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Segeberg Der Häuptlingsschmuck von „Polarfuchs“
Lokales Segeberg Der Häuptlingsschmuck von „Polarfuchs“
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15:56 12.02.2018
Klaus Knütter (3.v.l.) erhielt die Ehrenwürde zum 50. Geburtstag.

Der 6. Juli 1991 war ein besonderer Tag für SPD-Stadtrat Klaus Knütter. Er feierte nicht nur seinen 50. Geburtstag, sondern erhielt auch die Ehrenhäuptlingswürde der Stadt. Die erste und einzige, die je vergeben wurde. Während einer Feierstunde im Jugendaufbauwerk bekam er vom damaligen Bürgermeister Jörg Nehter einen Häuptlings-Federschmuck überreicht. Nach nun 25 Jahren übergab Witwe Gisela Knütter den Kopfschmuck an Ekkehard Bartsch. Der Karl-May-Experte wird die indianische Kopfbedeckung in seinem Karl-May-Archiv in der Berghalle ausstellen.

Gisela Knütter schenkt Ekkehard Bartsch den Kopfschmuck. Quelle: sd

Dazu wird ein Foto von der Ehrung zu sehen sein, das Heimatforscher Hans-Werner Baurycza in seinem Archiv hat. „Der Kopfschmuck hatte einen Ehrenplatz in unserem Gästezimmer, ich hatte ihn auf einer bauchigen Vase drapiert, damit er voll zur Geltung kommt“, erzählt Gisela Knütter. Doch nun, mit 75 Jahren, beginne sie, ihren Haushalt zu verkleinern und Dinge zu sortieren. So sollte auch der Federschmuck einen neuen Platz bekommen.

„Herr Bartsch als Indianerexperte hat Kopfschmuck und Häuptlingswürde verdient“, so Gisela Knütter. Seine gesamte Familie sei von Karl May infiziert, habe die Berghalle wieder erweckt und halte die Erinnerung an Karl May lebendig. Und wie sich das für die Ehrung gehört, hätte sie ihm auch gern einen indianischen Namenszusatz gegeben. Doch seit 35 Jahren heißt er bereits „Sprechendes Papier“.

„Willi Voß vom Apachen-Club hat mich damals so genannt“, sagt der 73-Jährige. Eine Indianer-Ballade von Johnny Cash heißt „Talking Leaves“, sie handele vom Seneca-Häuptling „Sequoia“, der eine eigene Sprache entwickelt habe. „Talking Leaves bedeutet nichts anderes als sprechendes Papier, das ist eine schöne Ehre“, so Bartsch. Er freue sich über den Knütter-Kopfschmuck, der einen besonderen Platz im Archiv bekommen soll. Da es diverse Karl-May-Fanclubs im Norden gibt, der Austausch untereinander aber noch etwas hapert, will Bartsch einen Stammtisch einrichten. „Im Oktober soll die Gründung sein, dann ist es besonders schön, diesen Ehren-Kopfschmuck zu haben.“

Klaus Knütter, der 1995 ganz überraschend starb, trug den inoffiziellen Häuptlingsnamen „Polarfuchs“. Nun wurde er auch offiziell so genannt, so Gisela Knütter. Sein CDU-Kollege Rudolf Scheuerer habe ihn so bezeichnet. „Wie der Fuchs war mein Mann schlau. Da er bereits früh ergraut war, hatte er den Spitznamen Polarfuchs weg.“ Seit 1974 gehörte Knütter zum Magistrat. Er war SPD-Fraktionschef und hat sich für Städtepartnerschaften und Stadtfest eingesetzt. „Damals gab es noch die Segeberger Woche vor dem großen Fest am Wochenende“, so Gisela Knütter. Außerdem engagierte ihr Mann sich in der Jugendarbeit, spielte in der Band Folk Train und holte das EPF nach Bad Segeberg. Alles ausreichende Gründe für die Ehrenhäuptlingswürde.

Silvie Domann

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