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Segeberg Der „Koloss vom Nelkenweg“: Jetzt wird abgespeckt
Lokales Segeberg Der „Koloss vom Nelkenweg“: Jetzt wird abgespeckt
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15:32 26.08.2016

Der „Koloss vom Nelkenweg“ soll abgespeckt werden. Nachdem es in der Bad Segeberger Stadtvertretung im Juli hitzige Debatten um die Verwirklichung eines großen Bauprojektes mit 120 Wohnungen auf einer Brachfläche am Nelkenweg gegeben hatte (siehe Karte), ist die Verwaltung jetzt dabei, den Investor darauf vorzubereiten, dass er „kleinere Brötchen backen muss“. Die Anlieger sind jedenfalls nicht gewillt, ein derart hohes und verdichtetes Bauvorhaben vor ihrer Nase hinzunehmen.

Bürgermeister Dieter Schönfeld verspricht nach der Stadtvertretersitzung im Juli eine neue Planung – Es gab bereits ein Gespräch mit Investor und Architekt.

„Wir haben dem Eigentümer und dem Planer die Entscheidung der Stadtvertretung übermittelt und auch klargemacht, dass die gewünschte Verdichtung in dem vorgesehenen Umfang nicht akzeptiert wird und nun neu geplant werden muss“, erklärte Bürgermeister Dieter Schönfeld den LN aus seinem Urlaub. Die „Eckpfeiler“, die die Politik beschlossen habe, würden eingehalten.

Auch ein Verkehrsgutachten, das der Investor, die IMR Consulting von Manfred Ramthun, bezahlen müsse, werde die Stadt in Auftrag geben. Die Vorstellung, den zusätzlichen Verkehr nur über die Straße am Apfelgarten zu führen, gefalle Schönfeld nicht. Der Planer sei schon dabei, Korrekturen in seine Pläne einzuarbeiten, stellte er klar. Es solle dort nicht vierstöckig, sondern nur noch dreistöckig gebaut werden. Der Unternehmer sei „nicht gerade begeistert“, da die Rentabilität reduziert werde.

Normalerweise sei von der Bauordnung her ein zusätzliches Staffelgeschoss – wie es ursprünglich geplant wurde – nicht mehr vorgesehen, weiß Schönfeld. Stattdessen sei dann aber ein Dachgeschoss möglich. Schönfeld verweist darauf, das je nach Dachneigung auch bei Einfamilienhäuser eine Firsthöhe von 9,50 möglich ist. Lobenswert sei es, dass der Investor eine Tiefgarage plane. Das sei teurer und werde in Bad Segeberg viel zu selten praktiziert. Wenn die Zahl der Wohnungen weniger werde, könnte das auch zu einer reduzierten Anzahl an Garagenplätzen führen.

Auch die bislang geplante lange 140-Meter-Hausfront, die Kritiker an den „Koloss von Rügen“ in Prora erinnere, gehe so nicht. „Die muss der Planer aufbrechen“, stellte Schönfeld klar. „Prora auf Rügen en miniature soll es hier nicht geben.“

Die Stadt habe jetzt die Chance, eine gute Bauleitplanung zu machen. Die Kosten der Planung müsse der Bauherr nach dem städtebaulichen Vertrag selbst zahlen. Schönfeld hofft, dass alles noch im September der Öffentlichkeit vorgestellt werden könne. Ein zusätzliches informelles Gespräch mit Anliegern werde relativ schnell erfolgen, versprach er.

 Wolfgang Glombik

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