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Der Profi-Knaller

Der Profi-Knaller

Wenn es irgendwo in der Kulisse knallt, dampft, raucht oder brennt, haben mit Sicherheit Uwe Preuß (Foto) oder sein Sohn Patrick ihre Finger im Spiel.

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Wenn es irgendwo in der Kulisse knallt, dampft, raucht oder brennt, haben mit Sicherheit Uwe Preuß (Foto) oder sein Sohn Patrick ihre Finger im Spiel. Das Vater-Sohn-Duo ist zuständig für alle pyrotechnischen Effekte der Karl-May-Spiele. Und das sind in diesem Jahr einige. „Während jeder Vorstellung 13 Explosionen, mehrere Feuer und diverse Querschläger und Einschüsse“, zählt der 56-jährige Berliner auf. Aber das sind für den Pyro-Profi, der seit 16 Jahren für die Karl-May-Spiele knallt, mehr oder weniger Fingerübungen; Routine, wie das Auffüllen der Feuertöpfe und Bombetten vor jeder einzelnen Aufführung. Kniffliger waren in dieser Saison allerdings Lord Castlepools Dudelsack, der zugleich ein Gewehr ist, oder eine Badewanne, die für eine Szene blitzschnell mit Schaum gefüllt werden muss. „Wo bekommt man so schnell so viel Badeschaum her? Dit war echt nich janz einfach“, berlinert Preuß.

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Wenn es irgendwo in der Kulisse knallt, dampft, raucht oder brennt, haben mit Sicherheit Uwe Preuß (Foto) oder sein Sohn Patrick ihre Finger im Spiel.

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Normalerweise gebe es während der Sommerzeit für Effektkünstler wie Uwe Preuß und seinen Sohn nicht eben viel zu tun. Saure-Gurken-Zeit. „In der Branche beneidet man mich deshalb darum, dass ich hier in Bad Segeberg bin“, erzählt er. Aber nicht nur aus monetären Gründen, auch sonst will Preuß die Spiele nicht mehr missen wollen. „Det bringt einfach Spaß und is ein tolles Team hier. Und ik als Berliner komme bei den Kollejen sowie immer jut an.“

Der Sheriff am Berg

Jede Westernstadt braucht ihren Sheriff. Im Kalkbergstadion hat diesen Job Rudi Surm inne. Zwar nennt er sich nicht Sheriff, sondern „Ordnungsdienstleiter“. Aber eigentlich besteht da kein großer Unterschied. Der 38-Jährige und sein Team ziehen lediglich das Funkgerät dem Sechsschüsser vor, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Nicht, dass es sehr viel Streit gebe. „Wir haben meist ein sehr entspanntes Publikum“, erzählt der Ricklinger. Bisweilen schlagen die Emotionen dennoch hoch. Vor allem beim Thema Sichtbehinderung durch Regenschirme kann es zwischen den Zuschauern schon mal laut werden. „Bisher ist es uns aber immer gelungen, den Frieden zu wahren.“ Auch für den „kleinen Jonas, der seine Eltern vermisst“, sei die Familienzusammenführung bis dato stets gelungen.

Vor, während und nach der Vorstellung residiert Rudi Surm im (neu gebauten) „Sheriff-Office“ direkt hinter dem Eingang und ist dort für alle Fragen der Gäste ansprechbar. „Als laufender Info-Point.“

Die angespannte Sicherheitslage in Deutschland geht leider auch an den Karl-May-Spielen nicht spurlos vorüber: Taschenkontrollen sind 2016 erstmals eingeführt worden. „Wir machen das nicht gern, aber es ist leider nötig.“

Die Frau für die Details

Wehe, der Speer steht nicht bereit. Requisiteurin Katja Paprzik hat vor jeder Vorstellung erst mal Stress. Die 47-Jährige muss schließlich dafür Sorge tragen, dass ein jedes Ding, das während der Aufführung von den Schauspielern gebraucht wird, am rechten Platz ist. So auch besagter Speer, den Nicolas König alias Fies-Indianer Ovuts-Avaht benötigt – zum Zerbrechen. Beide Teile werden nach jeder Vorstellung wieder von der Requisiteurin mit Lederbändern zusammengefügt. „Das System habe ich mir selbst überlegt. So macht das beim Zerbrechen ein schönes Geräusch“, erklärt die Hamburgerin, die zum zwölften Mal am Kalkberg dabei ist. „Ich mache mir aber tatsächlich jedes Mal Gedanken, ob ich den Speer auch hingestellt habe“, erzählt sie lachend. Das ist offenbar so ähnlich wie sich auf dem Weg zur Arbeit zu fragen, ob man die Kaffeemaschine ausgeschaltet hat.

Ansonsten muss die studierte Kunsthistorikerin, die bereits in der Requisite bei zahlreichen TV- und Bühnenproduktionen gearbeitet hat, viel Erfindergeist beweisen. Der für die aktuelle Inszenierung namensgebende „Schatz im Silbersee“ ist zum Beispiel aus Bauschaum, Goldfarbe und Omas alten Trinkgläsern entstanden. Vieles stammt von Flohmärkten. „Wenn ich zum Beispiel einen alten Stuhl sehe, muss ich ihn gleich mitnehmen.“ Mit ein bisschen Farbe ein prima Saloon-Inventar.

Er hält alles am Laufen

Ist der Ehering zwischen den Sitzbänken verschwunden? Lars Saggau ist der Mann, der helfen kann. Der 40-jährige Bad Segeberger ist Technischer Betriebsleiter bei den Karl-May- Spielen und als solcher zuständig, dass vor, hinter und auf der Bühne alles funktioniert, kein Scharnier den Dienst versagt, jede Gasflasche immer gut gefüllt ist und keine Splitter auf den Sitzbänken die Gesäße der Gäste verletzten. Ringe und Handys zu retten, gehört damit zwar nicht zu seinen originären Aufgaben. Aber die Dankbarkeit der Besucher ist Saggau damit in jedem Fall sicher. „Es gibt Wochenenden, da kommt so etwas in jeder Vorstellung mindestens einmal vor“, erzählt er.

Für die Karl-May-Spiele ist der Techniker aber auch im Außendienst tätig. Wenn Marketing-Aktionen oder Kinderfeste in anderen Orten organisiert werden müssen, wie zuletzt beim Indianertag im Wildpark Eekholt, schaffen Saggau und sein fünfköpfiges Team den ganzen Wildwest-Kram heran, bauen auf und wieder ab. Arbeitsmangel kennt der 40-Jährige nicht – auch nicht außerhalb der Saison. Denn dann ist Zeit, das Stadion auf Vordermann zu bringen. Texte/Fotos: Vogt

LN

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