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Segeberg Der erste Abi-Jahrgang am Burgfeld
Lokales Segeberg Der erste Abi-Jahrgang am Burgfeld
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22:21 07.07.2017
Die 19 Abiturienten der Schule am Burgfeld: Jana Böttger, Said Ettejjari, Clara Fanselow, Maximilian Fiedler, Jan-Hendrik Juhls, Tjark Kaup, Hendrik Ketels, Raja Lehmkuhl, Tobias Lentz, Sören Petersen, Olivia Liesa Platner, Kara Porsche, Antonia Schlüter, Gabriel Luca Schütt, Jette Sievers, Monique Strothmann, Janina Timmermann, Antonia Wardin und Svenja Wilken.

„Drei sind genug“, „Steuergeldverschwendung“, „qualitativ ungenügend“. Dass es im Jahr 2012, als die Idee einer Oberstufe für die Gemeinschaftsschule am Burgfeld geboren wurde, starke Vorbehalte dagegen gab, wäre eine Untertreibung. Und nicht nur seine Kollegen von den drei Bad Segeberger Gymnasien waren strikt dagegen, auch Burgfeld-Schulleiter Bernd Falkenhagen hatte anfangs erhebliche Zweifel, als der Wunsch aus dem Elternbeirat an ihn herangetragen wurde. „Damals hatte eigentlich unter allen Schulleitern Konsens bestanden, dass wir bei den gymnasialen Oberstufen in der Stadt ausreichend gut aufgestellt sind“, erinnert sich Falkenhagen.

Für Jahrzehnte gab es in Bad Segeberg nur drei Oberstufen – der Weg zu Nummer vier war lang.

Zweifler und Kritiker sollten in diesem Fall aber nicht recht behalten. Gestern wurde der allererste Abiturjahrgang des früheren Schulzentrums ins Leben verabschiedet. Auch ein persönlicher Triumph für Falkenhagen. Vom anfänglichen Skeptiker hat er sich zum glühenden Befürworter gewandelt und seine Oberstufe bei den Entscheidungsträgern in Kiel, Bad Segeberg und dem Umland gegen alle Widerstände durchgeboxt. Ende 2013 hatte das Kieler Bildungsministerium schließlich den Weg für die Oberstufe frei gemacht.

Wie hoch der Aufwand anschließend war, die Idee in die Tat umzusetzen, „das wollen Sie gar nicht wissen“, sagt Falkenhagen. Neue Lehrkräfte mussten eingestellt, Bildungspläne geschrieben, Bücher und Lernmittel in erheblichem Umfang anschafft werden. Anstrengungen, die sich für den Schulleiter aber mehr als gelohnt haben.

Denn die Nachfrage nach dem höchsten Schulabschluss sei in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Und im Vergleich mit Großstädten oder auch nur dem Nachbarkreis Stormarn sei die Abiturientenquote in Segeberg keineswegs hoch. Platz für eine vierte Schule mit Oberstufe habe in der Kreisstadt also durchaus bestanden, sagt Falkenhagen. Argumente, die auch ihn damals schnell zum Umdenken gebracht haben.

„Nicht jeder Schüler muss das Abitur machen, und sicher schafft das auch nicht jeder“, räumt der 63-Jährige ein. Auch an einer Gemeinschaftsschule werde das Abi ganz sicher nicht verschenkt, der Anspruch in der Oberstufe steige im Vergleich zur Sekundarstufe stark an. „Es sollte aber jeder, der diesen Wunsch hat, auch die Chance dazu haben“, erklärt Falkenhagen seine Überzeugung. Und diese Chance könne man jetzt jedem Fünftklässler anbieten.

Von der Einrichtung einer Oberstufe profitierten deshalb auch nicht nur einige wenige, sondern letztlich alle, ist Falkenhagen sicher. „Wir als Lehrkräfte haben so auch die Gesamtsicht auf ein Schülerleben von neun Jahren. Vorher hatten wir die nicht, wir dachten das nur“, sagt der Schulleiter. So hätten von den 19 Absolventen der ersten Oberstufe vier das Abitur mit „einer eins vor dem Komma“ abgelegt. „Schüler, die 2008 in der fünften Klasse bei uns angefangen sind“, sagt der Rektor stolz.

Bernd Falkenhagen, der mit Ende dieses Schuljahres in den den Ruhestand geht, kann die Schule am Burgfeld deshalb mit einem sehr guten Gewissen verlassen. „Es fühlt sich auch sehr gut an“, gibt er zu. In den kommenden Jahren sollen jetzt jeweils bis zu 50 Schüler ihr Abitur am Burgfeld ablegen.

 Oliver Vogt

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