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Der erste Eindruck entscheidet

Bad Segeberg Der erste Eindruck entscheidet

Sich von der besten Seite zeigen – darauf kommt es bei der Jobsuche an. Wie man im Gespräch punkten kann, fiese Fragen meistert und welche Aufgaben einen erwarten können, hat der Abiturjahrgang des Städtischen Gymnasiums jetzt gelernt. Wichtigste Botschaft: Das kann man üben.

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Gruppenaufgabe: Der Sportartikelhersteller „Punidas“ verlagert Geschäftsbereiche nach China, 80 Stellen fallen in Bad Segeberg weg. Die Schüler sollen darüber diskutieren, wie in einem echten Assessment Center. Und dabei werden sie genau beobachtet.

Quelle: Fotos: Irene Burow

Bad Segeberg. Sven-Carsten Emedi kommt in den Klassenraum geschlendert. Es herrscht Stille. Die Schüler warten, dass der Referent zu sprechen beginnt. Der wühlt aber erst mal wild in seinen Unterlagen, sucht seine Vortragskärtchen. Er kratzt sich am Kopf: „Wo ist denn noch der Zettel, den ich vorhin schon vergessen habe. . .“ Auf einmal lacht er laut und verlegen. Er wirkt verwirrt.

LN-Bild

Sich von der besten Seite zeigen – darauf kommt es bei der Jobsuche an. Wie man im Gespräch punkten kann, fiese Fragen meistert und welche Aufgaben einen erwarten können, hat der Abiturjahrgang des Städtischen Gymnasiums jetzt gelernt. Wichtigste Botschaft: Das kann man üben.

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Das hatten sich die Schüler anders vorgestellt. Schließlich trägt Emedi Anzug und Krawatte. Doch dann wird der Bewerbungstrainer von der Debeka plötzlich standfest – körperlich und sprachlich. „Ganz schön konfus, oder?“, sagt er, und die Schüler nicken. „Das ist der berühmte erste Eindruck. Den kann man im Grunde nicht revidieren.“

Ein Raum weiter, ähnliches Bild: Wolfgang Schlowinski dallert in Richtung Tafel, dreht sich einmal um seine eigene Achse und tippt auf seinem Handy herum. Ein bisschen schauspielern muss sein. „Wenn in einem Assessment-Center euer Telefon klingelt, könnt ihr gleich wieder gehen“, sagt er. „Ihr habt dem Unternehmen damit keinen Respekt gezollt.“

Eines ist klar an diesem Vormittag: Bewerben ist schwer. „Wir wollen keine Angst machen, sondern vorbereiten“, sagt Sven-Carsten Emedi. Denn das alles kann man üben. Und dafür werden absichtlich krasse Beispiele gewählt. Wie etwa fiese Fragen in der Königsdisziplin, dem Bewerbungsgespräch. „Das betrifft oft Frauen und Familienplanung“, sagt Emedi. Die beste Reaktion darauf sei es, selbstbewusst zu antworten: „Ich denke, diese Frage hat hier nichts zu suchen.“ Damit werde lediglich die Reaktion getestet, erläutert er. „Vieles passiert nicht zufällig.“ Auch der Ablauf eines Gesprächs sei oft gleich: Smalltalk, Bewerber und Firma stellen sich vor, vertiefende Unterhaltung und Verabschiedung. „Der Bewerber steht die ganze Zeit unter Beobachtung“, sagt auch Trainer Eberhard Sander. Bei ihm schlüpfen die Jugendlichen in die Rolle eines Firmenchefs und müssen bei bestimmten Sachverhalten entscheiden, wie der Chef reagieren würde – es selbst erledigen oder delegieren. „Die Lösung ist oft nicht so wichtig, sondern das Verhalten“, so Sander. „Wenn ihr immer authentisch bleibt, habt ihr die besten Möglichkeiten“, gibt Emedi mit auf den Weg. Und noch einen Punkt, der viel zu oft vernachlässigt werde: Dass der Bewerber auch das Unternehmen prüft. „Ein Gespräch ist keine Einbahnstraße.“ Vielleicht gefallen die Arbeitsbedingungen ja gar nicht.

„Das Training passt ganz gut in diese Jahreszeit“, sagt Anja Kromm, Oberstufenleiterin des Gymnasiums. Denn die große Lernphase hat für die 108 Schüler noch nicht begonnen. Dennoch müssen sich die ersten bereits bei Vorstellungsgesprächen beweisen. Das Bewerbungstraining geht heute noch weiter. Die Schüler durchlaufen dabei fünf Stationen. Die Debeka ist mit acht Mitarbeitern vor Ort.

Von Irene Burow

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