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Segeberg Der kleine Jona: Geburt im Rettungswagen
Lokales Segeberg Der kleine Jona: Geburt im Rettungswagen
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23:33 20.03.2017
Fürs Familienalbum: Jennifer Niels mit Jona, seinem Bruder Caylen und den DRK-Einsatzkräften Stefano Turlon und Jan Utes (r.). Quelle: Fotos: Hiltrop

Klar: Im Rettungsdienst gleicht kein Tag dem anderen. Doch dieser 15. Februar wird dem Rettungsassistenten Stefano Turlon und dem Azubi Jan Utes von der DRK-Rettungswache in Bornhöved sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben: Familie Niels aus Trappenkamp hielt das Duo an dem Mittwoch ganz besonders auf Trab.

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Der Weg in den Kreißsaal schien dem Neu-Trappenkamper zu lang – Familie Niels hielt die DRK-Helfer an dem Tag gleich zweimal auf Trab.

„Als ich merkte, dass er ’raus wollte, waren wir in der Kurhausstraße." Jennifer Niels Mutter von Jona und Caylen

Er war am Morgen gegen elf Uhr, als die Helfer zu einem ganz gewöhnlichen Notfall gerufen wurden. Ihr erster Einsatz an diesem Tag: Der vierjährige Caylen hatte sich in der Kita beim Spielen am Kopf verletzt. Eine harmlose Platzwunde, wie sich später herausstellte. Die konnte im Medizinischen Versorgungszentrum in Wahlstedt versorgt werden.

Der benachrichtigten, hoch schwangeren Mutter, Jennifer Niels aus Trappenkamp, fiel ein Stein vom Herzen. Nicht ahnend, dass sie kurze Zeit später selbst zum „Notfall“ werden würde. „Erst war alles noch ganz entspannt: Ich rief die Hebamme an, dass es wohl los geht mit der Geburt und rief den Krankenwagen“, erinnert sich die 29-jährige Feuerwehrfrau. Doch die Abstände zwischen den Wehen wurden während der 30-minütigen Fahrt in die Segeberger Kliniken rapide kürzer. Die junge Mutter ahnte, dass die Zeit wohl nicht reichen würde. „Dann war es nicht mehr so entspannt. Als ich merkte, dass er ’raus wollte, habe ich gefragt, wo wir sind und bekam zur Antwort: ,In der Kurhausstraße‘.“

DRK-Rettungsassistent Stefano Turlon erinnert sich: „Wir sind noch bis auf den Parkplatz vor dem Haupteingang gerollt.“ Bereits auf der Fahrt von Trappenkamp nach Bad Segeberg wurde das Krankenhaus über die bevorstehende Geburt informiert. Zusammen mit der Bitte, die Hebamme möge schon zum Parkplatz kommen. Sie stand auch bereit, doch bis in den Kreißsaal wollte der kleine Jona dann doch nicht mehr warten. Also stieg die Geburtshelferin kurzerhand in den Wagen.

Mit einem Gewicht von 3380 Gramm bei 51 Zentimetern Körpergröße kam der Junge um 14.59 Uhr gesund im Rettungswagen (RTW) auf die Welt. „Das ging so schnell: Rund eine Stunde von der ersten Wehe bis zur Geburt, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt Jennifer Niels. Gestern stattete sie den Einsatzkräften gemeinsam mit Jona und seinem älteren Bruder, dessen Platzwunde bestens verheilt, einen Besuch ab. Bei der Gelegenheit gab es für die Jungs sogar Geschenke.

So ganz unerfahren sind die Retter nicht, was das Kinder-auf-die-Welt-Bringen angeht. Beide Männer sind selbst Mehrfachväter. „Häufig kommt es natürlich nicht vor. Ich müsste jetzt über 35 Berufsjahre nachdenken, aber so sechs, sieben Geburten im Rettungswagen waren es wohl schon, die ich mitgemacht habe – und einige Hausgeburten“, rechnet Stefano Turlon hoch. Und der 31-jährige Jan Utes ergänzt: „Für mich war es die erste. Und es war ganz schön aufregend.“

 Heike Hiltrop

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