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Segeberg Der lange Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern
Lokales Segeberg Der lange Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern
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18:13 01.10.2016
In der „Mühle“ wurden 25 Jahre Gleichstellung gefeiert. Im Vordergrund v.l. die städtische Gleichstellungsbeauftragte Beate Mönckedieck, Finanzministerin Monika Heinold und die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, Dagmar Höppner-Reher. Quelle: Fotos: Silvie Domann

Emanzen und lila Latzhosen erwartet keiner mehr, wenn das Wort Gleichstellung fällt. Seit einem viertel Jahrhundert wird der Begriff auch in der Stadt und im Kreis Bad Segeberg mit Leben gefüllt; Zum 25-jährigen Bestehen hatten nun die beiden Gleichstellungsbeauftragten Beate Mönkedieck (Stadt) und Dagmar Höppner-Reher (Kreis) zu einer Feier in die Mühle eingeladen.

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Die Beauftragten Beate Mönkedieck (Stadt) und Dagmar Höppner-Reher (Kreis) luden zur Feier in die Mühle und stellten gleichzeitig das Buch „Frauen in Führung“ vor.

Etwa 100 geladene Gäste, auch einige Männer, waren zur dreistündigen Veranstaltung erschienen. Grußworte gab es von Finanzministerin Monika Heinold, von der stellvertretenden Landrätin Edda Lessing und Bürgervorsteherin Ingrid Altner. Die Ministerin ging auf die gesetzliche Entwicklung der Gleichstellung ein und berichtete aus ihrer eigenen Tätigkeit: Hamburg war 1984 das erste Bundesland, das eine Richtlinie zur Förderung von Frauen im öffentlichen Dienst verabschiedete. Sieben Jahre später wurde sie durch das Gleichstellungsgesetz ersetzt, in Schleswig-Holstein wurde das Gleichstellungsgesetz 1994 verabschiedet. Jedoch waren Gleichstellungsbeauftragte in der Kommunalverfassung bereits im März 1990 gesetzlich vorgeschrieben wurden. „Gesetzliche Regelungen sind das eine, Selbstbewusstsein ist das andere“, betonte die Ministerin. Sie riet den Frauen, Fragen zu stellen, immer wieder, auch wenn Männer das nerve. Männer wüssten auch nicht alles, sie täten nur so.

Über ihre Erfahrungen berichteten auch Beate Mönkedieck und Dagmar Höppner-Reher. „Wir haben uns zuerst als Frauenbeauftragte gesehen“, erinnerte sich Beate Mönkedieck an ihre Anfangszeit. Beharrlich habe sie ihre Ziele verfolgt, ihre Arbeit wurde von vielen als störend empfunden. „Es war eine Zeit der Häutung.“ Es ging um die Gleichstellung von Frau und Mann im Arbeitsleben, um gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit. Sensibilisierung für die Gleichstellung, Einrichtung von Frauenberatungsstellen und viele, viele Veranstaltungen zu den Themen gehörten und gehören zu ihrer Arbeit.

„Wir haben vieles erreicht, aber noch nicht alles“, so Dagmar Höppner-Reher. Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit und das Verbot von Kinderehen seien wichtige Ziele. „Wir wollen eine Gesellschaft mit gleichberechtigten Menschen mit gleichen Chancen, unabhängig vom Geschlecht“, betonte die Kreis-Gleichstellungsbeauftragte.

Zu „25 Jahre Gleichstellung“ haben sich die beiden Beauftragten ein eigenes Geschenk gemacht, das Buchprojekt „Segeberger Frauen in Führung“. Die beiden Journalistinnen Petra Dreu und Patricia König haben 20 Frauen aus dem Kreis in Führungspositionen porträtiert. Vertreten sind bekannte Frauen wie Marlies Borchert, Jutta Hartwieg und Monika Heinold, aber auch Frauen, die seltener in der Öffentlichkeit zu sehen sind, zum Bespiel Professorin Andrea Blunck. Sie ist in Bad Segeberg aufgewachsen und seit einigen Jahren Professorin für Mathematik und Gender Studies in Hamburg. Oder Julia Francke, Volljuristin und Justiziarin bei der Versorgungseinrichtung der Ärztekammer. Oder Amke Wardin, Agraringenieurin und Betreiberin der Käsemanufactur in Travenhorst. Viele der porträtierten Frauen feierten mit.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Band „Day of Northern Lights“ sowie Anna Haentjens, die Lieder über Frauen-Rollenklischees sang.

Gesetzliche Aufgabe

Das Grundgesetz und die Landesverfassung schreiben die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern als Aufgabe des Landes und der Gemeinden fest. Alle Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten, die auf der Grundlage des Gleichstellungsgesetzes, des Kommunalverfassungsrechtes und des Hochschulgesetzes in Schleswig-Holstein tätig sind, werden von der Koordinierungsstelle des Landes betreut. Kommunale Gleichstellungsbeauftragte setzen sich für die Rechte und Interessen der Einwohnerinnen ein.

Silvie Domann

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