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Segeberg Der neue Winnetou ist angekommen
Lokales Segeberg Der neue Winnetou ist angekommen
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22:15 31.08.2013

Als Winnetou am Kalkberg reitet er auf seinem treuen Pferd „Iltschi“ ins nächste Abenteurer, privat dürfen es da für Jan Sosniok gern ein paar PS mehr sein. Die seiner „Buell“ beispielsweise. Das Motorrad, vom ehemaligen amerikanischen Rennfahrer und Konstrukteur Erik Buell entwickelt, wurde später von Harley-Davidson übernommen. Mit dem Bike hat der 45-Jährige spielfreie Zeit und Sommerwetter genutzt, und die Region zwischen Lübecker- und Kieler Bucht erkundet. Hier gebe es „viele schöne Ecken“. Und auffallend gepflegte Vorgärten. „Das gefällt mir, ich mag es ordentlich“, sagt Sosniok.

Überrascht zeigte sich der Karl-May-Star von der Supermarkt- Dichte: „Ich habe noch nie so viele Supermärkte in unmittelbarer Nähe gesehen wie in Bad Segeberg. Unglaublich. Die Leute gehen hier offenbar gern einkaufen.“ An der Eutiner Straße („die Bedienung ist dort sehr höflich“) in seinem Lieblingsgeschäft konnten die Segeberger in den vergangenen Wochen beobachten, dass Winnetou mit einem weißen VW-Bus unterwegs ist. Warum eigentlich? „Den wollte ich unbedingt. Ich bin leidenschaftlicher Handwerker und habe immer allerhand Zeugs zu transportieren.“ Kein Wunder, denn das Berliner Heim der Familie wird gerade komplett saniert, da gibt‘s genug zu tun.

Dabei mag es der gebürtige Gummersbacher eigentlich lieber etwas kleinteiliger, „so im Maßstab 1 : 50“. Und wer nun glaubt, Modellflugzeuge, -Eisenbahnen oder -Autos hätten es ihm angetan, irrt. Kräne faszinieren den Technikbegeisterten. Von denen hat er eine ganze Menge, „etwa 400“, die Sosniok als „Nano-Handwerker“ zusammenbastelt. Zurzeit allerdings ist der ungewöhnliche Fuhrpark gut in Kartons verpackt, schließlich wird ja renoviert. Woher kommt die Leidenschaft für Kräne und Technik? „Schon als Kind habe ich mich dafür interessiert“, sagt der Vater eines Sohnes und einer kleinen Tochter und erinnert sich an die Arbeiten für eine Umgehungsstraße in der Nähe seines Elternhauses. „Ich war ein Kind der Baustelle und habe damals alles mit Legosteinen nachgebaut.“

Die handwerkliche Begeisterung wurde also früh geweckt, doch die Branche muss ohne ihn auskommen.

Über einen Modelwettbewerb und Castings entdeckte Jan Sosniok die Schauspielerei. Seine Karriere begann 1994 mit der Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Später entschied er sich „ganz bewusst“ fürs Tourneetheater. Es stünden zwar auch am Filmset „gut 80 Leute herum“, Sosniok aber wollte den direkten Kontakt zum Publikum, den er auch bei Karl May besonders schätzt. „Es gibt Gelächter oder es werden Kommentare gerufen“, sagt Sosniok. Über kleine Pannen würde man sich gemeinsam amüsieren. „Das Publikum ist immer sehr wohlwollend.“ Und war er zu Beginn angesichts der herbeistürmenden Massen doch etwas aufgeregt, hieß es später, wenn einige Ränge frei blieben, „na, was ist denn los? Wo sind die letzten 500?“

Mit seiner Spielfreude, seinem Einsatz und diesen unglaublich blauen Augen hat Jan Sosniok auch das Publikum am Kalkberg erobert. Mit den Fans stets freundlich und geduldig, kann der Blick aus diesen Augen aber auch Distanz schaffen, wenn der Künstler ungehalten ist. Über Schubladendenken beispielsweise, denn „jeder Schauspieler möchte soviel wie möglich von dem zeigen, was er kann“.

Jan Sosniok hat zwei beste Freunde „die mich bis ans Lebensende begleiten werden“. Da er seinen Körper trainiert und pflegt, „der soll möglichst lange halten“, stehen die Chancen aber günstig, einen weiteren Traum zu verwirklichen: Auf nach Kanada und „mit dem Muldenkipper durch die Goldmine“.

Martina Janke-Hansen

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