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Segeberg Der soziale Wohnungsbau boomt im Kreis Segeberg
Lokales Segeberg Der soziale Wohnungsbau boomt im Kreis Segeberg
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12:14 29.05.2018
Erk Westermann-Lammers (l.) und Horst Nörenberg von der Investitionsbank Schleswig-Holstein.
Norderstedt/Kiel

Im Garstedter Dreieck in Norderstedt bauen die Wohnungsbaugesellschaften Plambeck und Adlershorst gerade 64 neue Sozialwohnungen, in der Rathausallee am ZOB sind es 68 und in der Moorbekstraße 25 öffentlich geförderte Wohnungen, die neu gebaut worden sind. In Bad Segeberg plant die Wankendorfer Baugenossenschaft 45 neue Sozialwohnungen in der Geschwister-Scholl-Straße. Und in der Brauerstraße in Kaltenkirchen hat das Unternehmen Böttcher-Immobilien 62 Sozialwohnungen gebaut, was die Investitionsbank Schleswig-Holsteins (I-Bank) mit fast zehn Millionen Euro unterstützt hat.

Wegen des immensen Bedarfs an Wohnraum herrscht derzeit Bauboom im Kreis Segeberg. 2017 sind so viele Projekte auf den Weg gebracht worden wie noch nie. Das liegt nicht nur am Zuzug, vor allem im Hamburger Rand, sondern auch an der wachsenden Zahl Single-Haushalte.

„Wohnen darf kein Luxusgut werden“, betont I-Bank-Vorstandschef Erk Westermann-Lammers. Darum habe seine Bank im Jahr 2017 so viele Projekte des sozialen Wohnungsbaus wie noch nie gefördert.

Landesweit seien 1700 Sozialwohnungen gefördert worden, 800 mehr als im Jahr davor. „Gegen die Wohnungsknappheit hilft nur eins: bauen, bauen, bauen“, sagt Westermann-Lammers. Die Nachfrage und der Bedarf nach zusätzlichem Wohnraum seien ungebrochen hoch.

Der Schwerpunkt liege vor allem in den vier Kreisen des Hamburger Umlandes, wo mehr als ein Drittel (624) dieser Sozialwohnungen in 2017 (2016: 469) geschaffen wurden. Mit allein 251 (Vorjahr: 244) öffentlich geförderten Wohnungen steht der Kreis Segeberg dabei weiterhin an der Spitze dieser Förderung. Hinzu kamen 609 (Vorjahr: 650) Häuslebauer im Kreis, denen die Investitionsbank mit zinsgünstigen Darlehen ihren Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen half.

Die Investitionsbank unterstütze den Wohnungsbau auf zweierlei Weise, erläutert Westermann-Lammers. Zum einen hätten öffentliche und private Investoren 40 Jahre lang Zinssicherheit: Für die ersten 20 Jahre zahlten sie keinerlei Zinsen auf das gewährte Darlehen, danach steige der Zinsabtrag stetig auf 2,5 Prozent an. Zusätzlich gewähre die I-Bank seit 2017 einen festen Zuschuss von 250 Euro je Quadratmeter Wohnfläche für den sozialen Wohnungsbau. Die Mieter könnten sich dann 35 Jahre lang auf Mieten von 5,90 Euro kalt im Monat je Quadratmeter freuen. Die Vermieter wiederum könnten sich darauf verlassen, dass keine dieser preisgünstigen Wohnungen leer stehen werde.

Für die seit Jahren anhaltende Nachfrage nach neuen Wohnungen macht der I-Bank-Chef zwei Entwicklungen verantwortlich, die sich gegenseitig verstärken würden. So wachse die Zahl der Einwohner vor allem im Hamburger Umland weiter stark an. So leben im Kreis Segeberg etwa 275000 Menschen – fast 20000 mehr als noch vor zehn Jahren. Die Stadt Norderstedt als größte Kommune hat gerade die 80000-Einwwohner-Grenze überschritten. Zu diesem Bevölkerungswachstum, das vor allem durch den Zuzug aus Hamburg und anderen Teilen Schleswig-Holsteins gespeist wird, komme der Trend zu den Ein-Personen-Haushalten. Immer mehr Menschen wollten oder müssten heute alleine leben, was vor allem die Mietpreise der kleineren Wohnungen explodieren lasse. In Norderstedt kostet eine neue 40-Quadratmeter-Wohnung 15 Euro pro Quadratmeter monatlich kalt – Spitzenwert für alle Wohnungsgrößen in Norderstedt.

 Von Burkhard Fuchs

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