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Segeberg Deutschlands „Mr. Klima“
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20:30 22.04.2016
Was macht das Ozonloch? Es existiert noch, so die Antwort von Prof. Dr. Mojib Latif. Quelle: Domann

Was macht eigentlich das Ozonloch? „Es existiert noch“, beantworte der bekannte Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif die Frage kurz und knapp. Um dann ausführlich auf das vom Menschen verursachte Umweltproblem einzugehen. Im Rahmen der Vortragsreihe der Schleswig-Holsteinischen Universitäts-Gesellschaft (SHUG) der Sektion Trappenkamp/Bornhöved referierte Deutschlands „Mr. Klima“, wie ihn Sektionsleiter Prof. Dr. Rüdiger Soltwedel angekündigt hatte, kurzweilig über das Ozonloch.

Knapp 200 Besucher, darunter 110 Richard-Hallmann-Schüler, lauschten den Ausführungen und erhielten zusätzlich einige grundlegenden Tipps für das Leben. So riet Latif den Schülern, dem Herzen zu folgen und Glücklichsein und nicht Reichtum bei der Berufswahl in den Vordergrund zu stellen. Auch ging der Leiter des Forschungsbereiches Ozeanzirkulation und Klimadynamik am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel auf den ewigen Disput zwischen Naturwissenschaft und Wirtschaft ein. Weil es nicht in der Natur von Wissenschaftlern liege, mit 100-prozentiger Sicherheit ein Ereignis vorherzusagen, gingen Ökonomen davon aus, dass es dann nicht so schlimm sein könne. Doch das System Erde sei so komplex und empfindlich, dass Modelle nur Näherungen sein könnten. „Ich empfehle jedem, so zu leben, dass er möglichst unschädlich für die Umwelt ist“, so der Meteorologe.

Das Ozonloch über der Antarktis hatte im vergangenen Jahr die zweitgrößte Ausdehnung seit dessen Bekanntwerden 1984. Keine positive Botschaft. Jedoch zeigte Latif eine weitere Grafik, die zeigt, dass aufgrund diverser internationaler Abkommen sich der Chlorgehalt in der Atmosphäre verringert hat. Ein Indiz dafür, dass das Ozonloch gegen Ende des Jahrhunderts wieder das Niveau wie 1984 erreicht haben könnte. Das Chlor in der Atmosphäre, entstanden durch Zersetzungsreaktionen der Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) durch die Sonnenstrahlung, greift das Ozon in der Stratosphäre an und baut es zu molekularem Sauerstoff ab. Dabei kann ein Chlorradikal bis zu 10000 Ozon-Moleküle knacken. „Chlor fungiert als Katalysator, deshalb heißt der Prozess katalytische Ozonzerstörung“, so Latif.

Doch noch ein weiterer Prozess ist nötig, um die Zersetzung der Ozonschicht in diesem Ausmaße erklären zu können: die Polarwirbel über den Polen. Die sorgen für Temperaturen unter minus 80 Grad.

Unter diesen Bedingungen laufen weitere chemische Reaktionen ab, die noch mehr freies Chlor entstehen lassen. „Nach der Polarnacht ist das Ozonloch am größten, dann ist die Ozonkonzentration fast auf null gefallen“, sagte Latif.

Doch nun heißt es erst einmal geduldig sein und hoffen: auch wenn keine Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) in der Atmosphäre mehr landen, kann die Verweildauer der dort bereits vorhandenen FCKW bis zu 100 Jahre betragen, sodass die Ozonkonzentration in der Stratosphäre nur langsam wieder ansteigt. „Wenn die Modellrechnungen stimmen, dann haben wir mal wieder richtig Schwein gehabt“, schloss Latif seinen Vortrag.

„Sonnenbrille“ für alle Lebewesen

Die Ozonschicht befindet sich in der Stratosphäre, die die Erde in etwa 15 bis 50 Kilometer Höhe umgibt. Sie fungiert als „Sonnenbrille“ und schützt Lebewesen vor gefährlicher UV-Strahlung. Die Ozonschicht ist extrem dünn, würde man das gesamte Ozon auf der Erdoberfläche verteilen, wäre die Schicht drei Millimeter dick. Erst als die Ozonschicht sich gebildet hatte, war ein Leben außerhalb des Wassers möglich. sd

Von Silvie Domann

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