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Die Bomber vom Flugplatz Strenglin

Pronstorf Die Bomber vom Flugplatz Strenglin

Meggi Schöne (90) und Hans-Hinrich Wulff (83) erinnern sich an das Kriegsende 1945 in ihrer Heimatgemeinde.

Pronstorf. Heute erinnert nichts mehr an den Flugplatz in dem kleinen Wäldchen zwischen Strenglin und Pronstorf. Erst Anfang 1944 wurde er gebaut und war die Station der Flugstaffel Torpedoflieger JU 88, die nur noch den älteren Dorfbewohnern in Erinnerung ist.

„Die Piloten, das waren alle junge Bengel. Untergebracht waren sie hier im Dorf“, erzählt Hans-Hinrich Wulff, der sich mit seinen 83 Jahren noch gut an die Ereignisse seiner Kinder- und Jugendzeit erinnern kann. Auch in dem Haus seiner Eltern wohnten zwei der Piloten: Heinz Pecking aus Recklinghausen und und ein weiterer junger Mann, der mit Nachnamen Jagnick hieß und aus Kattowitz kam. „1945 haben sie hier noch Silvester gefeiert. Dann, im Januar, wurde sie alle nach Norwegen abkommandiert. Von dort aus sind sie Einsätze gegen England geflogen. Sie sind alle abgestürzt. Die Speedfires der Engländer haben sie alle runtergeholt“, weiß Wulff zu berichten.

Von seinem Haus aus kann er noch auf die Stelle blicken, an der einst die Landebahn an den Mergelkuhlen war. Unweit davon waren die Bomber der Deutschen in den Waldschneisen des kleinen Wäldchens Eckmöhl versteckt, um von den Alliierten nicht entdeckt zu werden. Nach dem Krieg seien zwei der abgestellten Maschinen in den Mergel-Kuhlen am westlichen und südwestlichen Rand der Eckmöhl „entsorgt“ worden.

Martha Schöne, die überall im Dorf nur „Meggi“ gerufen wird, kann sich mit ihren 90 Jahren an viele weitere Kriegsereignisse erinnern. Eine Situation wird sie in ihrem ganzen Leben nicht mehr vergessen. Es war der 30. April 1945, als sich einer der Bomber vom Typ ME 111 von der benachbarten Landebahn in die Lüfte hob. „Mit einem Mal ging ein Motor aus. Der Bomber flog mit nur einem Motor weiter und kam immer näher auf das Dorf zu. Schließlich ist er in das Wohn- und Wirtschaftsgebäude von Gustav Hanelt gestürzt. Wir wohnten genau daneben, waren direkte Nachbarn“, denkt Meggi Schöne zurück.

Einen der Soldaten haben beide noch vor Augen: Otto Köhler hieß er und war Offizier des Wachkommandos. „Der war immer Gast im Pronstorfer Krug und hat schließlich die Helga vom Krug geheiratet. Bis 1956 haben beide dort gewohnt. Dann brannte der Krug ab“, erzählt Hans-Hinrich Wulff.

Während des Krieges habe es viele Kriegsgefangene in Pronstorf und Strenglin gegeben. In der alten Mühle war ein Gefangenenlager, in dem 40 bis 50 Franzosen untergebracht waren, die bei den Bauern der Umgebung gearbeitet haben. In Pronstorf waren ebenso viele Russen in Kriegsgefangenschaft. Kurz vor dem Kriegsende seien zudem viele Flüchtlinge aus Ostpreußen hinzu gekommen. „Das waren bestimmt 80 Leute. Unter ihnen waren viele Kinder“, erzählt Hans-Hinrich Wulff. Untergebracht worden seien sie in der Alten Schule.

Auch der Tag, als die Engländer kamen, ist Meggi Schöne und Hans-Hinrich Wulff noch so sehr in Erinnerung, als wäre es gestern gewesen. „Sie sind über den Holm gekommen und haben vor dem Dorf gewartet. Auf dem Berg blieben sie stehen. Vielleicht hatten sie Angst, überfallen zu werden“, denkt Meggi Schöne zurück. Willi Krohn, der damalige Ortsvorsteher, habe in einem Bauernhaus gegenüber der Strengliner Mühle gewohnt. Er sei einer der ersten Dorfbewohner gewesen, die ein weißes Bettlaken aus dem Fenster wehen ließen — als Zeichen der Kapitulation. „Das Bettlaken sehe ich noch heute“, sagt Wulff.

Es war der 3. Mai 1945, als die Engländer schließlich ins Dorf einzogen. Meggi Schöne: „Ich habe mit Betty Witt vor der Tür gestanden, um alles zu sehen. Mit drei Panzerspähwagen sind sie den Weg hochgefahren und haben alles nach Waffen abgesucht. Am 8. Mai war dann der Krieg vorbei.“

Petra Dreu

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