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Die Egon Bahrs von morgen

Bad Segeberg Die Egon Bahrs von morgen

20 junge Deutsche und Russen stellten in der Jugendakademie ihr Gedanken zur Flüchtlingssituation dar.

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Auf einer Abschlussveranstaltung präsentierten die Egon-Bahr-Fellows ihr Projekt in der Jugendakademie in Bad Segeberg.

Quelle: sd

Bad Segeberg. Zum dritten Mal trafen sich 20 junge Menschen zwischen 25 und 35 Jahren aus Deutschland und Russland im Rahmen des Egon-Bahr-Fellowship- Programms der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in der Jugendakademie. Das Ziel dabei: die Philosophie des vor Kurzem verstorbenen Bahrs umzusetzen. Annäherung und Austausch, um so Wissen und Verständnis von- und füreinander zu gewinnen. Marcel Röthing von der Friedrich-Ebert-Stiftung nannte die Teilnehmer die „Egon Bahrs von morgen“. Junge, erfolgreiche Leute, die sich politisch, sozial oder kulturell engagieren und von über 200 Bewerbern ausgesucht worden waren.

Die Teilnehmer besuchten unter anderem die russische Botschaft in Berlin und das Boostedter Erstaufnahmelager für Flüchtlinge, trafen den Flüchtlingsbeauftragten Stefan Schmidt und sprachen mit diversen SPD-Politikern in Berlin, Hamburg und Kiel. Unter anderem diskutierten die Teilnehmer über die Themen Flüchtlinge und Minderheiten und leiteten daraus neue Empfehlungen ab. Während einer Abschlussveranstaltung in der Jugendakademie stellten sie diese und ihre Eindrücke der Programmwoche vor.

So berichtete Alexey Chudinov über den Besuch in Boostedt. Aufgrund der russischen Berichterstattung hatte er Zeltlager mit vielen jungen Männern und schlechtem Benehmen, leidende Mütter und Kinder und viel Müll erwartet. „Doch ich habe ruhige und erholte Menschen gesehen, Kinder haben uns begrüßt.“ Tief beeindruckt habe ihn auch der große Kinderspielraum. Lobende Worte gab es auch für die Willkommenskultur im Kreis.

Generelle Empfehlungen waren: grundsätzlich die Rhetorik zu ändern und nicht von einer „Flüchtlingswelle“ oder „-krise“ zu sprechen, sondern von einer „Herausforderung“. Die komplexen Zusammenhänge von Arbeitsmigranten und Kriegsflüchtlingen nicht zu vereinfachen. Des Weiteren solle der Bevölkerung der Organisationsprozess transparenter gemacht werden. Warum nicht in Form einer TV-Show mit dem Titel „Die Einwanderer“?

Auf Landesebene empfahlen die Teilnehmer leerstehende Kasernen als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen, aber auch gewerbliche Gebäude — notfalls gegen den Willen der Eigentümer. Auf Bundesebene forderten sie die Reformierung des politischen Systems. Erinnerten aber auch daran, allen Menschen ein gutes, soziales Leben zu ermöglichen, damit niemand sich ausgeschlossen fühle. Internationales Ziel sei es, Frieden zu schaffen. Deutschland solle dabei eine aktive Rolle übernehmen. Auch eine Kooperation mit Russland sei möglich. Schwerer fiel den jungen Leuten dagegen die Empfehlung, keine Waffen in Konfliktgebiete zu liefern.

Auf die Frage nach der Finanzierung für die Umsetzung der Ideen und Empfehlungen, kam die Antwort, dass dies nicht Inhalt gewesen sei. Außerdem seien sie keine Finanzexperten.

Hier können Sie helfen
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Kreis Segeberg benötigt weiterhin Kleiderspenden für die Flüchtlingshilfe. Insbesondere werden dringend warme Jacken und Pullover sowie feste Schuhe für Frauen, Männer und Kinder benötigt, da der Herbst beginnt und die Flüchtlinge in der Regel nicht entsprechend ausgestattet sind.



Wer sich darüberhinaus für Flüchtlinge engagieren möchte, aber nicht weiß wie, kann sich an Leeza Lorenz wenden. Sie ist Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche beim Kreis Segeberg, hat Kontakt zu gut 300 Flüchtlingshelfern in mehreren Helferkreisen und kann weitere Kontakte vermitteln. Zu erreichen ist Lorenz unter ☎ 04551/951762 oder per E-Mail: Leeza.Lorenz@kreis-se.de


Weitere Kontakte:

Wahlstedt: E-Mail: fluechtlinge@wahlstedt.de
Trappenkamp: Harald Krille, ☎ 04323/91 4116
Amt Itzstedt: Silke Telemann, ☎ 04535/509-174.

Amt Leezen: Holger Pirdzuhn, ☎ 04552/997727.

Verein „Alleineinboot“: E-Mail info@alleineinboot.com; Internet: www.alleineinboot.com
DRK-Kreisverband Segeberg, Telefon 04551/99211, www.drk-segeberg.de; info@drk-segeberg.de
Technisches Hilfswerk (THW), Ortsverband Bad Segeberg, Tel.: 0174/ 4119965, E-Mail info@thw-se.de, www.thw-se.de

sd

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