Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Die Ex-Freundin gewürgt und krankenhausreif geschlagen
Lokales Segeberg Die Ex-Freundin gewürgt und krankenhausreif geschlagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:38 06.04.2016

„Ihnen brennt immer wieder die Sicherung durch. Diese Endlosschleife muss aufhören.“ Eindeutig warnte Richterin Sabine Roggendorf den gerade frisch verurteilten Kevin A. (alle abgekürzten Namen von der Redaktion geändert) , dass es im Wiederholungsfall keine weitere Bewährung geben werde. Der heute 24-Jährige hatte seine fast doppelt so alte Partnerin krankenhausreif geschlagen und sie gewürgt. Dafür wurde er wegen Körperverletzung zu drei Monaten Haft auf Bewährung mit der Auflage eines Anti-Aggressionstrainings verurteilt.

„Das können auch Knutschflecke sein.“ Kevin A. zu Fotos mit blauen Flecken des Opfers

„Er hat mich fast umgebracht“: So begann Marianne M. (43) ihre Aussage. Doch weil das Würgen an jenem schrecklichen Tag vor fast zwei Jahren nicht so stark war, dass etwa Schluckbeschwerden zurückgeblieben wären, und weil Marianne M. sich durch einen beherzten Biss in einen Finger ihres Peinigers befreien konnte, rückte die Staatsanwaltschaft vom ursprünglichen Tatvorwurf der gefährlichen Körperverletzung wieder ab und beließ es bei einfacher Körperverletzung. Dem schloss sich die Richterin an, ging in ihrem Urteil aber mit den drei Monaten Haft über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die lediglich eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 20 Euro gefordert hatte.

Es sei eine „asymmetrische Beziehung“ gewesen, die nur anfangs funktioniert habe, dann aber grotesk gescheitert sei. So bewertete Dr. Wolfram Schreiber, Chefarzt des Psychiatrischen Krankenhauses Rickling, als Sachverständiger das Zusammensein von Marianne M. mit dem deutlich jüngeren Kevin A.. Kennengelernt hatten sich beide in einer Spielhalle, wo M. damals arbeitete. Während sie vor Gericht von einer festen Partnerschaft sprach (was auch ihre Tochter bestätigte), wollte sich der Angeklagte nur „drei Mal zum Sex“ mit seinem Opfer getroffen haben. Dass es öfter war — und dass der sexuelle Kontakt sogar noch nach den Schlägen andauerte — offenbarte die Verhandlung eindeutig. Immer wieder habe sie versucht, sich von ihrem Liebhaber zu lösen; es sei ihr aber nie so recht gelungen, erklärte Marianne M.. Dabei hätte sie allen Grund gehabt, frühzeitig gewarnt gewesen zu sein: Von Mutter und Schwester des Angeklagten wusste sie um die umfangreichen Vorstrafen des Mannes — Diebstahl, Freiheitsberaubung, immer wieder aber Körperverletzung. In der Spitze hatte Kevin A. wegen solcher Taten ein Jahr und drei Monate Jugendstrafe absitzen müssen. Sein Selbstbild und die Wirklichkeit würden nicht übereinstimmen, und wenn Kevin A. nicht weiter wisse oder Aufmerksamkeit einfordere, dann zeige er ein hochaggressives Verhalten, erklärte der Psychiater. Ohne eine Therapie werde sich dieses Verhalten stets wiederholen.

Die Einhaltung der Therapieauflage mahnte dann auch Verteidiger Volker Sprick ein, der den Angeklagten bereits durch so mache schwierige Lebenslage begleitet habe. Und zur Urteilsbegründung rief Richterin Roggendorf sogar Mutter und neue Freundin des Verurteilten zurück in den Saal. „Ich will Sie hier nicht so sehen“, sagte die Richterin an die Adresse der neuen — und erinnerte damit an die schrecklichen Polizeifotos von der alten Lebensgefährtin.

Von Lothar Hermann Kullack

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Landwirt Jörg Böttger setzt ab Anfang Mai auch wegen der schlechten Marktlage künftig auf Direktvermarktung. Anfang Mai kommt die Anlage, dann geht Fahrenkrugs erste Milchtankstelle ans Netz — die zweite im Kreis Segeberg.

07.04.2016

Schon auf dem Parkplatz sind die Torjubel der Nachwuchskicker zu hören. Beim ersten Blick auf den Sportplatz sieht man nur eines — die Farbe blau.

06.04.2016

Auch die neu gebildete Arbeitsgruppe schlägt Erhöhung der Gebühren vor, nicht aber so drastisch wie zuvor.

06.04.2016
Anzeige