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Die Freude an der Bewegung wecken

Bad Segeberg Die Freude an der Bewegung wecken

Der Reha-Sport in Bad Segeberg erfährt großen Zulauf. Die LN machten mit bei einer Stunde „Fit mit Heike“.

Bad Segeberg. „Fit mit Heike“ hört sich vielversprechend an, und so lange es keine Ballspiele sind, macht mir Sport Spaß. Die Sportschuhe passen noch. Und los geht’s, die Fitnessstunde des Sportvereins für Gesundheit und Rehabilitation (SGR Segeberg) in der Sporthalle der Theodor-Storm-Schule beginnt. Ein Ganzkörper-Workout erwartet mich – Rücken, Bauch, Beine, Po, dazu Ausdauer und Krafttraining. „Dazu gehören 50 Liegestütze“, ruft mir ein Teilnehmer lachend zu. Ich hoffe, dass das wirklich nur im Scherz gemeint ist. Musik erklingt und Fitness-Trainerin Heike Hagemeister gibt die ersten Anweisungen. Rundenlaufen. Erinnerungen an morgendlichen Sportunterricht in eiskalten Hallen laufen vor meinem inneren Auge ab.

Um sich warm zu laufen, variieren wir Geschwindigkeit, ziehen die Knie nach oben, führen die Hacken an den Po. Auch die Arme werden einbezogen, sie strecken sich nach oben oder kreisen während des Laufens. Nach zehn Minuten wird das Tempo ein wenig langsamer. Das ist gut so, denn ich weiß nicht, was noch kommt.

„Wir sind eine Art Fortführung der Reha-Sportgruppen“, sagt Heike Hagemeister. Für den Reha-Sport sei ein Rezept erforderlich, doch wenn das abgelaufen und der Körper wieder belastbar sei, dann habe es keine Alternative zum Reha-Sport gegeben, erklärt Heike Hagemeister. Deshalb bietet die 46-Jährige, die auch Trainerin für Pilates und Prävention im Alter ist, seit September 2015 „Fit mit Heike“

an. Einige Teilnehmer mit unterschiedlichen Vorerkrankungen kommen aus Reha-Sportgruppen, andere lieben es einfach nur, sich zu bewegen und wollen fit bleiben. Die Altersspanne ist riesig, die Jüngste ist 26, der Älteste 76. Sie sind ein eingeschworenes Team, tauschen sich zu Beginn der Stunde aus und ermutigen sich, auch die letzte Runde noch mitzulaufen.

„Die Gruppendynamik ist Teil des Reha-Sports, sie ist wichtig für die Gesundung“, betont die Vereinsvorsitzende Gudrun Schmidt. Deshalb gibt es in den Reha-Sportgruppen auch keine Wettkampfspiele.

Die Patienten werden dort abgeholt, wo sie stehen. Einige hätten schlechte Erfahrungen im Sportunterricht gemacht und Angst vor Bewegung entwickelt. „Dort müssen wir erst einmal die Freude an der Bewegung wecken. Da reicht ein erstes Treffen in einem neutralen Raum und nur der große Zeh wird bewegt“, erzählt die Vereinsgründerin.

Im Dezember 2002 hat die Physiotherapeutin den Verein gegründet, damals gehörten ihm 13 Mitglieder an. „Wir sind aus einer Selbsthilfegruppe für Diabetes entstanden. Es wurde zwar viel über die Krankheit geredet, doch herrschte Bewegungsmangel.“ Und so reifte bei ihr die Idee, selbst einen Verein zu gründen und spezielle Sportangebote für Diabetespatienten anzubieten. Sie absolvierte eine Fortbildung in Bayern und knüpfte Kontakte zu anderen Reha-Sportvereinen. „2003 haben wir die ersten Übungsleiter für Diabetessport in Schleswig-Holstein ausgebildet“, berichtet Gudrun Schmidt stolz.

Wir stehen im Kreis, trippeln, Knie hoch, Hacken oder Spitzen aufgetippt, ein halber Salsaschritt und die Hüfte vorgeschoben, weiter geht es in die seitliche Schrittkombination, das Tempo zieht an.

Ein wenig Tanztraining, das macht Spaß und gibt Kraft und Ausdauer, alle machen mit und halten durch. Sogar Zeit für ein Lächeln bleibt. Und dann kommen sie doch noch, die Liegestütze. Meine Schuhe beginnen zu rutschen, ungläubig schaue ich in die Runde, ein Herr klatscht bei der Übung sogar in die Hände, dabei schwebt der ganze Körper in der Luft. Eindeutig ein fitter Kursus. Dann wird es ruhiger. Erst ein Laufspiel mit dem großen bunten Tuch, zum Schluss eine kurze Pilates-Einheit auf der Matte. Kein Problem denke ich, schließlich kräftige ich doch schon über ein Jahr so meine Muskeln. Doch irgendwas ist anders – am nächsten Tag werde ich Muskelkater im Bauch haben. Die Stunde hat Spaß gemacht, und vor allem tut es der Gesundheit gut.

In einigen Sportgruppen gibt es Wartelisten

Seit fast 15 Jahren gibt es den Sportverein für Gesundheit und Rehabilitation (SGR Segeberg). Wurde der Verein 2002 von 13 Mitgliedern gegründet, hat er heute fast 400. Auch das Reha-Sportangebot ist erheblich gestiegen. Waren es anfangs zwei Diabetes-Sportgruppen, sind über die Jahre folgende Sportgruppen hinzugekommen: zehn Orthopädie, acht Herzsport, eine Krebsnachsorge, eine für Menschen mit neurologischen Erkrankungen, drei Nordic-Walking-Treffs sowie die Gruppe „Ohne Norm in Form“, der inklusive Sportkursus. Außerdem gibt es die beiden Gesundheitssportgruppen „Fit mit Heike“.

„Der Bedarf ist groß, und damals war es höchste Zeit, den Sportverein mit dem Schwerpunkt Reha-Sport zu gründen“, betont die Vereinsvorsitzende Gudrun Schmidt. Denn in den normalen Sportvereinen habe es keine speziellen Angebote für Diabetes- oder Orthopädie-Patienten gegeben. Voraussetzung für den Reha-Sport sind Trainer mit speziellen Fachlizenzen. Derzeit sind 15 beim Verein beschäftigt. Weitere Trainer werden gesucht, denn zum Teil gibt es beim Reha-Sport Wartelisten. Außerdem soll auch das Angebot im Gesundheitssport ausgebaut werden. Außerdem hat der Verein einen großen Wunsch: „Wir suchen nach einem eigenen Raum, etwa 150 Quadratmeter groß. Auch ausreichend Parkplätze müssen vorhanden sein“, sagt Ursula Vorlauf, stellvertretene Vorsitzende.

Für die Reha-Sportgruppen ist ein Rezept nötig, Kostenträger sind die Krankenkassen. Im Herzsport gelten 90 Einheiten pro Rezept in zwei Jahren, für alle anderen 50 Mal in 1,5 Jahren. Alle Reha-Sportgruppen haben einen betreuenden und beratenden Gruppenarzt.

Nur wer Vereinsmitglied ist, kann auch an den Sportangeboten teilnehmen. Der monatliche Beitrag für Erwachsene beträgt 7 Euro. Gerade hat ein zusätzliches Angebot „Selbstverteidigung“ speziell für die Altersgruppe 40+ begonnen. Am 28. April startet „Gesund und Kreativ“, eine Mischung aus Bewegung und Theater. Weitere Infos unter www.sgr-segeberg.de oder Telefon 04551/969 9188. sd

Silvie Domann

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