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Segeberg Die Konjunktur brummt – aber es fehlen Fachkräfte
Lokales Segeberg Die Konjunktur brummt – aber es fehlen Fachkräfte
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20:48 04.01.2018
Sebastian Koch (l.) und Ken Blöcker (r.) vom Unternehmensverband mit Udo Bottländer vom Vorstand des Hansewerks. Quelle: Foto: B. Fuchs
Kreis Segeberg

Jeder dritte Betrieb verzeichnet laut der Umfrage steigende Auftragseingänge und hat im zweiten Halbjahr 2017 mehr investiert als noch im ersten Halbjahr. Dieser positive Effekt macht sich auch beim Personalbestand bemerkbar. 37 Prozent der befragten Unternehmer haben demnach mehr Mitarbeiter eingestellt, 35 Prozent beabsichtigen dies für das neue Jahr 2018. Insofern kann Verbands-Geschäftsführer Ken Blöcker die aktuelle Wirtschaftslage für den Süden des Landes so zusammenfassen: „Die Unternehmer sind zurzeit sehr zufrieden und investieren kräftig.“

Allerdings spitze sich der Fachkräftemangel weiter zu, führt Blöcker aus. Jeder fünfte Manager brauche inzwischen bis zu drei Monaten, um eine freie Stelle besetzen zu können. Der Anteil an Betrieben, die in diesem Zeitraum keine adäquaten Fachkräfte finden, habe sich seit Sommer verdoppelt. Zwei Drittel der Unternehmer bezeichneten die Verfügung von Fachkräften als unbefriedigend, fast die Hälfte halte dies inzwischen für das größte Hemmnis ihrer wirtschaftlichen Entwicklung, ergab die Umfrage weiter.

„Insgesamt ist der Fachkräftemangel zu einem generellen Arbeitskräftemangel geworden“, urteilt Blöcker. Für viele Unternehmen sei die räumliche Nähe zu Hamburg, die ihnen zahlreiche gute Mitarbeiter dorthin abwerbe, mittlerweile mehr Fluch als Segen geworden.

Das Energieversorgungsunternehmen Hansewerk, Mehrheitsaktionär an der Schleswig-Holstein Netz AG, an der auch 20 Kommunen im Kreis Segeberg wie Großenaspe, Oering, Hitzhusen, Heidmoor oder Mönkloh beteiligt sind, bekomme dies sehr zu spüren, sagte Personalvorstand Udo Bottländer als Gastgeber des Unternehmensverbandes. „Es wird immer schwieriger, junge Nachwuchskräfte in den ländlichen Raum zu bekommen“, so der Vorstand des Unternehmens mit etwa 2000 Mitarbeitern. „Wir bilden 45 Menschen aus. Das ist aber nur der Tropfen auf einen heißen Stein.“

Die Bewerberlage habe sich zu Gunsten der einen Ausbildungsplatz suchenden jungen Menschen komplett gedreht, so Bottländer weiter. „Wir Betriebe müssen uns bei den jungen Leuten bewerben.“

Konzernweit würde gerade ein Konzept erarbeitet, wie das Unternehmen junge Menschen in den sozialen Medien erreichen könnte, damit es überhaupt noch bei ihnen wahrgenommen werde.

Dabei greife der Hansewerk-Chef auch mal zu einer Art Notlüge: „Wir sagen den Bewerbern oft, dass der Standort Quickborn der nördlichste Teil von Hamburg ist.“ Wenn sie denn erstmal da seien, würden sie durch die Nähe und schnelle Erreichbarkeit zur Hansestadt meist darüber hinwegsehen, dass dies ja so nicht stimmt.

Unternehmensverbands-Mitgeschäftsführer Sebastian Koch rät deshalb den Betrieben, möglichst frühzeitig Kontakt zu den allgemeinbildenden Schulen aufzunehmen, um schon dort ihre Ausbildungsberufe den Schülern zu präsentieren. In fast jedem zweiten Betrieb fehle dieser enge Draht zur Basis noch, wie die Umfrage ergab. Zudem wünschten sich vier von fünf Managern, dass die Ausbildung an den allgemeinbildenden Schulen praxis- und berufsorientierter wird.

Von Burkhard Fuchs

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