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Die „Lange Tafel“ war ein Riesenerfolg

Bad Segeberg Die „Lange Tafel“ war ein Riesenerfolg

Zum dritten Mal hatten die Organisatoren des „Netzwerks Inklusion“ zu einem Picknick auf die Promenade des Segeberger Sees geladen. Überwältigt waren sie von der Resonanz, denn dicht an dicht saßen Behinderte, Nichtbehinderte, Deutsche und Migranten nebeneinander.

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Aven, Silke Warnsholdt, Zahra, Zohre und Mehdi Jebreilzadeh, Karsten Rathje, Raed und Dalkhwaz (v.l.) hatten Wassermelone, Frikadellen und belegte Brote zum Picknick an der Langen Tafel mitgenommen.

Quelle: Fotos: Dreu

Bad Segeberg. Die Augen von Netzwerk-Koordinator Dr. Wolfgang Arnhold strahlten mit der Sonne um die Wette, denn sie hatte einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass so viele Menschen die Gelegenheit für ein gemeinsames Picknick genutzt hatten. Wer in der Mittagszeit kam, hatte Mühe, überhaupt noch einen Platz an der 200 Meter langen Tafel aus Bierzeltgarnituren zu finden. So aber wurde jedes freie Plätzchen genutzt und es entstand genau das, was bezweckt war: Fremde Menschen saßen mit anderen fremden Menschen an einem Tisch. Sie probierten von dem, was der andere an Leckereien zum Picknick mitgebracht hatte und kamen ins Plaudern über Gott oder Allah und die Welt.

LN-Bild

200 Meter lang und kein Plätzchen daran frei: Das große Picknick am Segeberger See erlebte einen echten Ansturm.

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Die meisten kamen zwar mit eigenem Proviant, aber auch an Kurzentschlossene hatten die Organisatoren gedacht und für Proviant-Pakete gesorgt, die am Anfang der Promenade zu haben waren. Wem das nicht reichte, für den gab es Cocktails aus Jims Bar und Eritreisches Gulasch, das die Bewohner der Asylbewerberunterkunft in Warder gekocht hatten. Mit einer so großen Resonanz und einem so großen Hunger der Picknickgäste hatte aber niemand gerechnet. Lange vor Picknickende waren sämtliche Töpfe leer, die Bäuche der Gäste dafür aber gut gefüllt.

Während die Erwachsenen in Gespräche versunken waren oder einfach nur den schönen Sommertag genossen, hatten die Kinder nur Augen für die großen „Water Walking Balls“. Wer in ihnen versucht hatte, trockenen Fußes über das Wasser zu laufen, merkte schnell, dass das leichter gesagt als getan war. Nur mit Mühe konnten Kinder und Erwachsene gleichermaßen die Balance halten, waren dafür aber hinterher schweißgebadet. Weniger schweißtreibend war dagegen der Slackline-Parcours, den das Ergon-Ausbildungszentrum für Ergotherapeuten auf dem Kreisel neben dem Kaffeehaus „Goldmarie am See“ aufgebaut hatte.

Den ein oder anderen Tipp und Anregungen bekam Stadtplanerin Ute Heldt Leal, die für das Projekt „barrierefreie Stadt!“ immer auf der Suche nach Verbesserungsvorschlägen ist. „Barrierefreie Zugänge zu den Geschäften oder Gastronomiebetrieben sind immer noch ein Problem“, weiß die Stadtmitarbeiterin.

Während das nur mit baulichen Veränderungen gelöst werden kann, ließe sich ein anderes Problem viel schneller lösen: „In der Stadt gibt es so viele unebenen Flächen. Wer einen Rollator schiebt, merkt das ganz schnell in seinen Handgelenken. Dabei gibt es genug ebene Flächen. Auf denen aber stehen leider immer die ganzen Auslagen der Geschäfte“, bedauerte Inge Banaschik.

Mit der Musik der Lübecker Band „Kerygold“ und Liedern des Chors der Initiative Alleineinboot hatten die Organisatoren auch für musikalische Unterhaltung gesorgt. Netzwerk-Koordinator Dr. Wolfgang Arnhold: „Wir freuen und sehr über die 5000 Euro Zuschuss der Aktion Mensch, mit denen wir ein tolles Programm bieten konnten. Ein Volksfest aber soll die Lange Tafel nicht werden. Sie soll eine Gelegenheit zum gemeinsamen Miteinander bleiben.“

Petra Dreu

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