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Segeberg Die „Mühle“ ist zur Kontaktbörse geworden
Lokales Segeberg Die „Mühle“ ist zur Kontaktbörse geworden
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20:21 12.12.2015
Die Jugendlichen Rafe, Ali, Mortaza, Erfan, Betreuer Thomas Minnerop, Raid und Helal (von links) beim Billardspiel. Quelle: Fotos: Dreu (3), Hiltrop (1)

„Refugees welcome“ gilt für alle Angebote des Jugendzentrums „Mühle“. An jedem zweiten Dienstag jedoch wird aus dem Angebot Programm, wenn aus dem Jugendzentrum die „Mischbar“ wird. Jeweils dienstags ab 18 Uhr wechseln sich die „Mühle“ und das Jugendzentrum am Markt (JaM) ab, in dem das Angebot für junge Leute aus allen Herren Ländern vom Verein „alleineinboot“ entstanden ist.

Aus der Idee wurde ein Erfolgsmodell. Schnell platzte das Jugendzentrum am Markt wegen seiner begrenzten Raumkapazitäten aus allen Nähten. Geradezu paradiesische Zustände und Platz „satt“ herrschen dagegen im größeren Jugendzentrum Mühle, An der Trave 1, das als Treffpunkt genauso gut angenommen wird, wie das JaM. „Besonders positiv ist, dass die deutschen Jugendlichen hier geblieben sind.

Genau das ist gelebte Integration“, sagt Thomas Minnerop, der sich über die große Besucherdichte freut. „An einem Tag haben wir in der Mischbar 80 Jugendliche gezählt. Das ist einfach enorm“, freut sich Minnerop, der sich bis zum Jahresende um deutsche und ausländische Jugendliche gleichermaßen kümmert. Danach legt er das Zepter komplett in die Hände von Petra Schoder, die dann allein die Jugendlichen in der Mühle betreuen wird.

Gemeinsam den Abend zu gestalten, ist oberstes Gebot in der „Mühle“. In die Tat umgesetzt wird es fast von allein. In der kuscheligen Sofaecke sitzen Moira (18), Fridtjof (20), der gerade sein Freiwilliges Soziales Jahr ableistet, zusammen mit Babak (21), Tawfiq (21), Helal (17) und Ali (17), die allesamt aus Afghanistan geflüchtet sind, und spielen an einem Tisch ein afghanisches Kartenspiel. Andere spielen Billard, es wird gekickert, und wer Lust zum Singen hat, der singt. Es kann getanzt werden, und wer lieber ein Brettspiel spielen möchte, der hat auch dafür alle Möglichkeiten.

Stetige Anlaufstation ist zudem das Buffet mit kleinen Snacks aus Baguettes und Dips, klein geschnittenen Möhren und Paprika und anderen Leckereien. „Wir haben schon gemeinsam gekocht. Heute haben deutsche Jugendliche das ganze Gemüse kleingeschnibbelt“, erzählt Thomas Minnerop. „Das hier ist die beste Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und andere Gewohnheiten kennenzulernen“, sagt die 18-jährige Moira. Die jungen Afghanen Tawfig, Babak und Ali stimmen ihr zu, während sie sich die kleinen Snacks schmecken lassen.

Doch es sind längst nicht nur die Jugendlichen aus Afghanistan, Syrien und dem Iran, die die „Mischbar“ als Treffpunkt nutzen. Darüberhinaus ist das Angebot auch zu einer wichtigen Anlaufstelle für Gasteltern geworden, die unbegleitete Flüchtlinge unter 18 Jahren bei sich aufgenommen haben. Hier kommen sie mit anderen Gasteltern zusammen, können Probleme erörtern und von den Erfahrungen der anderen profitieren. „Die Mischbar ist für uns ganz wichtig, Kontakte zu anderen zu bekommen. Hier sind Leute, die uns ganz einfach und unkompliziert geholfen haben“, sagt Maggie Hammerich, die einen 16-jährigen Jugendlichen aus Afghanistan in ihrer Familie aufgenommen hat. Damit ihr Zögling Kontakt zu Gleichaltrigen aus seinem Heimatland erhält, ist für sie die „Mischbar“ zu einem festen Anlaufpunkt geworden.

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HILFE IM ADVENT
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Petra Dreu

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