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Die Schrecken unserer Zeit

Die Schrecken unserer Zeit

Professor Konrad Schüler von der Regenbogenkate Kükels nennt sein Dyptichon „Niemandsland mit Fundstück“.

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Professor Konrad Schüler von der Regenbogenkate Kükels nennt sein Dyptichon „Niemandsland mit Fundstück“. Während uns auf den großformatigen Acrylbildern des Niemandslandes die abstrahierten Schrecken unserer Zeit begegnen – samt realer Polizei-Absperrung – gibt es ein kleinformatiges Fundstück als Zugabe, und das lässt den Entdecker strahlen: eine in Bernstein eingeschlossene Schnake. Ein Moment des Glücks in schwieriger Umgebung, ein Trost zugleich: Die Schnake hat alle diese wilden Zeiten überdauert.

Statt Objekte wieder Ölbilder

Katrin Lienau hat nach längerer Zeit mal wieder gemalt: „Da kann ich einfach das Bild für sich stehen lassen – bei meinen Objekten und Installationen zuvor musste ich ständig erklären, Musik unterlegen, für mechanische Bewegung sorgen . . .“ Dieses Mal stattdessen also kleinformatige Bilder, die sie „Heimspiel“ nennt: Gewässer und die Halligen und Küsten des Nordens, aber auch Pferdeköpfe oder Steine vom Ostseestrand.

Wie Farbe altert und abblättert

Hans-Werner Seyboth malt vor allem Miniaturen. Seine Landschaften zieht er über eine harte Papierkante, schraffiert dann mit Farbstiften – so entsteht trotz des winzigen Formats der Eindruck von Weite und Tiefe. Nur selten wählt der Quickborner das große Format (Foto): „Letzter Anstrich“ zeigt das Verwittern von Farbe auf einen Stück Holz. Technisch schwer darzustellen und gerade deshalb fantastisch gelungen.

Zwölf Künstler

Zwölf Auge-Künstler und Gäste sind bei der 23. Jahresschau dabei. Außer den hier Abgebildeten sind das Thai Lüdi (Lübeck) mit Bleistift-Acryl-Arbeiten sowie Sinja Merle Gerwin aus Sottrum, die in ihre figürlichen Bilder Goldfolie von Kaffeepackungen einarbeitet. Der Doyen Uwe Bangert (89) kann nicht selbst kommen. Ehepaar Lienau zeigt eine Diaschau zu seinen Glas- und Webarbeiten.

Texte und Fotos: Lothar Hermann Kullack

Ganz leicht und garantiert Natur

Claudia-Sabine Hensel aus Bad Segeberg hat den Ausstellungstitel „Natürlich Kunst“ ganz wörtlich genommen und ausschließlich natürliche Materialien verwendet. Seien es getrocknete Blumen wie hier auf dem Foto oder Blätter und Sporen für das „Evangelium der Natur“ oder gar die „Sand-Dollars“, Skelette von Seeigeln, für die Collage „Bodenständig“. Die Meisterin der Buchbinderei arbeitet am liebsten mit Papier.

Pro Bild die Schale eines Eis

Rainer Deutschmann aus Wittenborn haben es Eierschalen angetan. Die komplette Schale eines Eis braucht er pro Bild. Deutschmann zerbröselt die Schale, überträgt die Splitter auf Holz, überzieht das Ganze mit Schellack und Acryl. So entstehen fein ziselierte Bilder, zum Beispiel die kleinen Skelette von Fantasiegestalten. „Ein Bild braucht schon mehrere Wochen“, sagt Deutschmann über seine aufwändige Arbeitsweise.

LN-Bild

Professor Konrad Schüler von der Regenbogenkate Kükels nennt sein Dyptichon „Niemandsland mit Fundstück“.

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Die 23. Jahresschau

„Natürlich Kunst“ , 23. Jahresschau der Ausstellungsgemeinschaft Segeberger Künstler (Auge). Bis zum 16. Oktober in der Villa Flath, Bismarckallee 5.

Geöffnet freitags bis sonntags, jeweils 15 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

Vernissage am Sonntag, 25. September, 11.30 Uhr, mit den Künstlern.

Preise der Bilder und Objekte zwischen 40 und 900 Euro.

Das bunte Gürteltier

Nine Winderlich ist bildnerisch wie plastisch dabei: „SchutzGefühl“ nennt sie ihr papierenes Gürteltier. Es ist nicht braun-grau (wie in der Natur), sondern türkis-bunt und zum Knuddeln.

Doch seinen Schutzpanzer behält es. Die Bilderwelt der Nine Winderlich ist 2016 eine Unterwasserwelt: Da taucht ein Delfin als „IdeenSprenger“auf, zwei Frösche betreiben „LichtPoker“.

Die Saat geht auf

Die Aquarelle „Flucht aus Serbien“ von Carsten Rieck-Ballhorn aus Negernbötel sollten Pflichtstoff für Menschen sein, die von Flucht und Flüchtlingen ein verzerrtes Bild haben.

Doch Rieck wäre nicht Rieck, gäbe es nicht noch bezaubernde Objekte zu sehen. Diese „Saatschale“ etwa. Da ist schon etwas aufgegangen.

Aus dem Kopf des Malers

„Das sind alles Kopfprodukte“, sagt Wladimir Bekker aus Trappenkamp über seine surrealistischen Bilder mit Titeln wie „Trauerfee“, „Die Tänzerin“ oder „Ein Traum“ (unser Foto zeigt letzteres). Bekker malt ausschließlich mit Öl auf Leinwand oder Pappe und gehört der Ausstellungsgemeinschaft Auge nun im zweiten Jahr an.

Maki aus Linde

Alexandra Huth aus Altenkrempe bei Neustadt in Ostholstein ist eine klassische Holzbildhauerin. Ihre Arbeit „Kaltes Feuer spürt man nicht“ (auf dem Foto links) in Eiche geölt lässt der Fantasie des Betrachters viel Spielraum. Ganz natürlich und lebensnah kommt uns dagegen rechts daneben ihr „Koboldmaki“ (aus Linde) daher.

LN

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