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Segeberg Die Torten- Macherin
Lokales Segeberg Die Torten- Macherin
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20:19 13.01.2018
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Bad Segeberg

Foodblogger haben Tausende von Fans im Internet. Kochshows im Fernsehen sind beliebt und der Back-Wahn grassiert nicht erst seit der Sat-1 Show „Das große Backen“: Aufgetürmte Kunstwerke aus Zuckerguss sind der Torten-Trend. „Und es ist gar nicht so schwer, so etwas selber zu machen. Man muss Fantasie haben und ein paar Tricks und Kniffe beachten“, sagt Vlasta Boese.

Lächelnd greift die sympathisch-quirlige Bad Segebergerin zur Schere, bearbeitet damit einen kleinen, hellgrünen Zuckermasse-Kegel – und schwupps ist aus ihm ein winziger Tannenbaum geworden. Die 39-Jährige ist Tortendesignerin – und sie stapelt ganz schön tief, was ihr Können angeht. Immerhin hat sie 2016 für eine ihrer Kreationen zum Thema Hochzeitstorte auf der „Cake World Germany“ die Silbermedaille eingeheimst. Innovativ sei ihre Idee, lobten die Juroren angesichts des vergänglichen Zucker-Kunstwerks, das nur dem einen Zweck dient, gegessen zu werden.

Alles fing vor sechs Jahren kurz vor dem Geburtstag einer ihrer beiden Töchter an: „Jedes Jahr habe ich eine Torte bestellt, nun wollte ich endlich eine selber machen“, erinnert sich die Bad Segebergerin. Damals lebte die gebürtige Slowenin mit ihrem Mann, einem Deutsch-Portugiesen, in Portugal. Dort seien Sahnetorten eher ungewöhnlich, sagt sie. „Sie verderben im warmen Klima einfach viel zu schnell. Darum gibt es vor allem Biskuitboden mit Creme, die Torten dort sind mit Fondant dekoriert und viel länger haltbar.“ Bei einer Expertin lernte sie das Gestalten mit essbaren Farben, mit Zuckerperlen, Schablonen, Tassen, Spachtel, Spatel und vielen anderen Werkeugen – plus Wasser als nötigen Klebstoff.

Vlasta Boese hatte Feuer gefangen, fand immer mehr Gefallen am Tortendesign. Die Idee, als die Familie nach Bad Segeberg zog: ein eigener Laden. „Das ist in Deutschland sehr kompliziert, viel Papierkram. Ich bin kein Konditor und nur der darf seine Torten verkaufen.“ Diese Hürde hat sie schließlich genommen, indem sie mit einem zusammenarbeitet.

In den vergangenen Jahren habe sie viel dazugelernt. Ein eigener Laden lohne sich jedoch nicht, habe sie festgestellt. „Es gibt eine Saison für Hochzeitstorten, den Rest des Jahres muss man schauen, wie man klarkommt. Das ist in Großstädten anders.“ Darum mietet sich die Eventmanagerin neben ihrem eigentlichen Job in einer Agentur im Levo-Park ein, gibt lieber ihr Wissen weiter. Sie wird zu Kindergeburtstagen gebucht, macht Cupcake-Partys, wird sogar von Hotels und Bäckern eingeladen.

Sie mag es, mit einfachen Mitteln zu gestalten, benutzt aber auch Schablonen und Lebensmittelfarbdrucker. „Das Fondant muss ein gutes sein“, betont sie und bedauert gleichzeitig, dass so mancher ambitionierte Anfängerversuch an schlechtem Material gescheitert ist: Zuckermasse vom Discounter sei oft minderwertig und viel zu süß. „Das Fondant schmeckt nicht, bricht leicht, lässt sich schlecht verarbeiten.“ Daher rät sie, auf Qualität zu achten, damit der Spaß nicht vergeht. „Es ist wirklich nicht schwer“, motiviert Vlasta Boese jeden, der sich einmal ausprobieren will.

Backbegeisterte können sich auf der Hamburger Tortenmesse vom 23. Februar bis zum 25. Februar (Modering 1a) inspirieren lassen.

 Von Heike Hiltrop

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