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Segeberg Ein Dreiklang: Segebergs Kreismuseum am alten Höhlenkrug
Lokales Segeberg Ein Dreiklang: Segebergs Kreismuseum am alten Höhlenkrug
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18:41 24.10.2018
Angefangen vom Alt-Segeberger Bürgerhaus, über die ehemalige Bäckerei bis zum historischen Höhlenkrughaus (ganz links) : Hier könnte ein museales Zentrum entstehen. Quelle: Glombik
Bad Segeberg

So viel Optimismus, so viel Gottvertrauen: Für Professor Asmus Hintz steht fest, dass Bad Segebergs neues Kreismuseum im Jahr 2025 eröffnet wird. „Können Sie notieren, 25. September, 11 Uhr, dann findet die Eröffnung des Stadtmuseums im ehemaligen Palais Wichmann statt“, prophezeite er. Beschlossen ist ja noch nichts, aber die „Initiative Zukunft“, in der sich die Befürworter des Projekts zusammengetan haben, ist gerade auf Werbetour bei den Politikern. Erstes Ziel ist eine mit EU-Mitteln (Holsteins Herz) geförderte Machbarkeitsstudie des Kreises Segeberg. Dafür legte der rhetorisch gewandte Professor auch schon im städtischen Kultur- und Sozialausschuss einen nahezu perfekten Vortrag hin. Schon im August berichteten die LN über den Vorstoß, jetzt ist die Vision noch konkreter geworden.

Zusammen mit seinem Mitstreiter Nils Hinrichsen plädiert Hintz dafür, das 1789 errichtete Palais Wichmann, heute heißt das Haus Höhlenkrug, als Museumsgebäude „mit historischer Relevanz und ausreichender Größe“ von der Familie Sorgenfrey zu kaufen und als Museum herzurichten. Die Kosten für das große Grundstück dürften bei einer Million Euro liegen, schätzt auch Hintz. Der denkmalgeschützte Prachtbau müsse unbedingt erhalten werden. Er sei – anders als die bröckelige Fassade vermuten lässt – in einem sehr guten baulichen Zustand. In Bad Segeberg fehle ein kulturhistorisches Kreismuseum, auch als außerschulischer Standort. So etwas sei in anderen Kreisen längst Standard, betonte Hintz im Städtischen Gymnasium, wo der Ausschuss tagte.

Hinter der Fassade sieht es besser aus: Das Höhlenkrughaus , früher Palais Wichmann, sei in einem guten baulichen Zustand. Quelle: GLOMBIK

Nebenan, im ehemaligen Verwaltungshaus und Bäckereigebäude der früheren Höhlenkrug-Bäckerei, ließe sich ein Museumscafè einrichten. Das würde, so Hintz, die Attraktivität des Museums wesentlich steigern und die etwas abseits gelegene Altstadt bereichern. Hinrichsen und Hintz schwebt „ein Dreiklang“ vor. Der jetzige alte Höhlenkrug wird das eigentliche Kreis- und Stadtmuseum. Hier soll die gehobene Wohnkultur präsentiert werden. Im Alt-Segeberger Bürgerhaus wird die niedere Wohnkultur dargestellt. Die hinteren Backstuben sollen ebenfalls in das neue Museum einbezogen werden.

Große Proklamation geplant

Eine große Veranstaltung plant das „Projekt Zukunft“ am Freitag, 30. November, in Bad Segeberg zum geplanten Kreis- und Stadtmuseum. Beginn ist um 15 Uhr auf den Rasen vor der Marienkirche. Dort soll das „Segeberger Manifest“ für das geplante Museum proklamiert werden. Danach geht es in mittelalterlichen Kostümen und mit alter Musik Richtung Rathaus. Im Bürgersaal ist eine Podiumsdiskussion zum Thema geplant.

Im alten Alt-Segeberger Bürgerhaus begeistert schon jetzt der Historiker Nils Hinrichsen trotz fehlender Heizung Menschen für Segeberger Geschichte. Allein ihm fehlten die Räume für Sonderausstellungen, Workshops und museumspädagogische Arbeit. Schade sei es vor allem für das „in Europa einmalige geschichtliche Anschauungsprojekt“, das virtuelle 3-D-Stadtmodell von Segeberg um 1600. Es könne nicht präsentiert werden, weil der Platz dafür nicht zur Verfügung stehen. Es sei geradezu ein Elend, so sieht es Hinrichsen. Bad Segeberg habe mit dem „VR-Modell“ ein Alleinstellungsmerkmal, könne es aber der breiten Öffentlichkeit und den Schulklassen nicht präsentieren, weil dafür schlichtweg Räume fehlten.

Das Höhlenkrughaus könnte ein Schmuckstück für Bad Segebergs Altstadt werden. Quelle: Glombik

Nur wenige haben bislang das virtuelle Stadtmodell erlebt: Damit kann man quasi durch das mittelalterliches Segeberg marschieren, zum Kloster oder zur Siegesburg auf dem Kalkberg. Hintz ist sicher, dass es für das Museum als Leuchtturmprojekt reichlich Fördermittel von Land und Bund geben könnte. Es sei armselig, keine Visionen zu haben, rief Hintz den Politikern zu. Magnus Wittern (SPD) warnte davor, gleich alles mit Kostenargumenten abzuwürgen. Parteikollege Jens Lichte war da skeptischer. Statt nun groß zu planen, sollte man jetzt erst einmal Platz für die Vorführung des virtuellen Stadtmodells suchen. „Wir sollten es für alle zugänglich machen.“ Ob das Kreismuseum komme oder nicht stehe wirklich in den Sternen, so Lichte.

Teilweise extrem sanierungsbedürftig: Der Höhlenkrug. Quelle: Glombik

Wolfgang Glombik

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