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Segeberg Die Wahlstedter Genossen „auf den Pott setzen“
Lokales Segeberg Die Wahlstedter Genossen „auf den Pott setzen“
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20:21 08.01.2018

Zumal sich abzeichnet, dass die SPD bei den Kommunalwahlen in Wahlstedt nicht mehr auf dem Wahlzettel stehen wird. Dirk Wilkens, SPD-Kreistagsabgeordneter aus Wahlstedt, seit über 15 Jahren für die Partei aktiv, 2015 bis August 2017 Ortsvorsitzender, wusste im Vorwege nichts von der Entscheidung seiner Parteigenossen, eine Wählergemeinschaft zu gründen: „ Das als Verrat zu bezeichnen, wäre zu hoch gegriffen, aber ich persönlich hätte einen klaren Schnitt besser gefunden, bei dem man gesagt hätte, wir sehen mit der SPD keine Zukunft, treten aus und gründen dann eine Wählergemeinschaft.“

Wilkens hofft, dass die SPD weiter in Wahlstedt bestehen bleibt und sich nicht durch den Wegfall der zehn aktiven Mitglieder auflöst. Für schwierig hält er die Tatsache, dass die Verwaltung der Orts-SPD nun in den Händen einer Wählergemeinschaft liegt. Für genau so schwierig hält er es, dass vier der WfW-Mitglieder mit dem SPD-Parteibuch in der Tasche an Stadtvertretersitzungen teilnehmen.

Macht das Beispiel Wahlstedt Schule? Jens Lichte, SPD-Stadtvertreter aus Bad Segeberg („Ich hoffe nicht!“), kann sich so etwas überhaupt nicht für seinen Ortsverein vorstellen. Auch Lichte sei nicht immer mit allem einverstanden, was in Berlin oder Kiel seitens der SPD passiere, „aber ich bin mit vielen Dingen einverstanden, deshalb halte ich der SPD die Stange“. Ihm gehe es darum, soziale Gedanken, sozialdemokratische Politik auch in die Kommunalpolitik einfließen zu lassen.

Der Bad Segeberger SPD-Fraktionsvorsitzende Joachim Wilken-Kebeck zeigt sich völlig entgeistert über das Verhalten der Wahlstedter Genossen. Eine „Sch...-idee“. So etwas werde es in Bad Segeberg nicht geben. „Wir treten hier als Sozialdemokraten zur Kommunalwahl an, aber hallo.“ Was in Wahlstedt passiere, gehe gar nicht. „Wir sind ziemlich böse drüber. So etwas beschädigt den Ruf der SPD.“

Wenn man die Politik, die von der SPD in Kiel oder Berlin gemacht werde, gar nicht mehr vertreten könne, müsse man eben austreten aus der Partei. Noch besser sei es, über den Ortsverein etwas in der Partei zu ändern, auch wenn das „dicke Bretter“ seien. Wilken-Kebeck sei kein Freund von Parteiausschlussverfahren, der Vorsitzende der Kreis-SPD müsse die Wahlstedter Genossen aber „auf den Pott setzen“. Besonders enttäuscht zeigt sich Wilken-Kebeck darüber, dass der langjährige Sozialdemokrat Heinrich Westphal hier mit von der Partie sei.

wgl/hil

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