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Segeberg Die Zahl der Schulanfänger bleibt im Kreis stabil
Lokales Segeberg Die Zahl der Schulanfänger bleibt im Kreis stabil
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22:10 10.01.2018
Der Kreis muss sich nicht um den Nachwuchs sorgen. Für das Schuljahr ab Sommer 2018 rechnet Segeberg mit 2517 Schulanfängern. Quelle: Foto: Dpa

Es bleibt dabei: Der Kreis Segeberg ist ein gutes Pflaster für Familien. Über den Bestand der Schulen muss man sich in (fast) keinem Fall Sorgen machen. Auch die zu erwartenden leicht steigenden Anmeldezahlen der Schulanfänger, die Schulrat Jürgen Hübner gestern frisch aus dem Drucker holte, bieten keine Anzeichen, dass die Schülerzahlen sinken und die Vergreisung im Kreis Segeberg droht.

 

„Schulträger müssen nicht Angst haben, dass sie anbauen müssen.“Jürgen Hübner Schulrat

Anmeldezahlen

Erwartete Anmeldezahlen an Grundschulen: Grundschule (GS) Goldenbek: 27, GS Groß Kummerfeld: 22. GS Neuengörs: 26, GS Rickling: 24, GS Seth: 52, GS Schlamersdorf: 38, GS Trappenkamp: 54, GS Helen-Keller-Schule: 91, Sventana-Schule: 52, Kisdorf: 76, GS Großenaspe: 24, Boostedt: 55, GS Leezen: 83, Franz-Claudius-Schule: 61, Heinrich-Rantzau-Schule: 90, GS Warderfelde: 15, Theodor-Storm-Schule: 50.

So werden kreisweit 2517 ABC-Schützen für das kommende Schuljahr 2018/2019 angemeldet. „Es bleibt in etwa gleich, aber noch ist nicht klar, ob darunter Kinder sind, die beurlaubt werden oder in der Eingangsphase Kinder die erste Klasse wiederholen werden“, berichtet Hübner, dem seit vorgestern auch die aktualisierten Anmeldezahlen der einzelnen Schulen vorliegen.

Mit vielen „Unbekannten“ muss man diese Liste noch kritisch sehen. Denn es gibt freie Schulwahl für die Eltern. Es gilt das Recht auf abweichende Beschulung, wenn die aufnehmende Schule noch Kapazitäten hat. Hübner: „In Norderstedt gibt es große Probleme mit vielen Eltern, die Wechselwünsche haben. In Bad Segeberg ist das vergleichsweise entspannt.“ Über die Extra-Wünsche der Eltern zur Einschulung ihrer Kinder im Bereich des Schulverbandes Bad Segeberg werde demnächst entschieden.

Ein Trend verfestigt sich hier: Immer wichtiger wird für die Eltern, dass nachmittags an der Schule noch Betreuung angeboten wird. Bad Segebergs größte Grundschule ist die Heinrich-Rantzau-Schule, sie erwartet 90 ABC-Schützen. Schulleiterin Anja Look berichtet, dass erstmalig acht Anträge von Eltern vorlägen, die ihre Kinder andernorts einschulen möchten, „ja müssen“, weil es dort Nachmittagsbetreuung gebe. Die Hortplätze im Umkreis der Rantzau-Schule sind voll, auch die wenigen Betreuungsplätze an ihrer Schule seien besetzt. Seit Jahren fordert die Schule eine Offene Ganztagsschule vom Schulträger.

Nur 15 Anmeldungen für die Grundschule Warderfelde

Etwas Sorgen macht sich Schulrat Hübner über die Selbstständigkeit der kleinen Grundschule Warderfelde. „Es muss sich zeigen, ob die geringe Anmeldezahl von nur 15 Schülern für das kommende Schuljahr nur ein Ausrutscher ist.“ Ziel bleibe es in Warderfelde, die Gesamtzahl der Schüler über 80 zu halten. Schulleiterin Kathrin Domanowski ist da optimistisch. „Uns wurde schon 2012 das Aus der Schule angedroht, danach hatten wir sehr gute Jahre mit vollen Klassen.“ Zwar werden nur 15 Kinder prognostiziert, aber Domanowski erwartet Anträge von auswärtigen Eltern, die ihre Kinder gerne nach Warderfelde bringen werden. Sie sei hoffnungsvoll, dass die Schülerzahl nicht langfristig unter 80 rutsche werde. „Vor Jahren hatten wir schon einmal 64 Schüler.“ Auch diese Phase habe man überstanden. Hübner möchte nun mit der Schule sprechen, manchmal helfe es schon, pädagogische Schwerpunkte anders zu setzen. Die kleine Schule in Fahrenkrug ist für ihn so ein gutes Beispiel. Dort seien die Anmeldezahlen sehr stabil, 25 Erstklässler werden erwartet.

Und noch eine gute Hübner-Nachricht für alle Schulträger: „Diese müssen nicht Angst haben, dass sie anbauen müssen“. In der Theodor-Storm-Schule, die jüngst kräftig erweitert wurde, werden 50 Kinder eingeschult. Rektor Sven Teegen rechnet damit, dass man im Sommer rund 20 Kinder weniger haben werde. „Das ist eine leicht sinkende Schülerzahl.“ Auch an der Franz-Claudius-Schule ist man zufrieden mit dem Zuspruch. Die dreizügige Grundschule erwarte 61 Kinder. Schulleiterin der Franz-Claudius-Schule, Göntje Braren: „Damit können wir sehr gut arbeiten.“ Es werde drei erste Klassen geben.

Während Hübner die Weiterentwicklung und Zukunft der Grundschule im Kreis angesichts der guten Zahlen mit Gelassenheit sieht, macht er sich bei den Gemeinschaftsschulen Gedanken. Er sei in Sorge, dass mit der Einführung des G-9-Abiturs „der Anteil der Eltern, die ihre Kinder auf die Gemeinschaftsschule schicken werden, kleiner wird. Ich sehe da eine Gefahr.“

Eltern bekommen wieder klare Schulartempfehlungen

Wichtig wird in diesem Jahr die klare Schulartempfehlung. Die werde es aber, so Hübner, noch nicht in schriftlicher Form geben, sondern werde den Eltern im Rahmen des Entwicklungsberichtes mündlich mitgeteilt. Diese Empfehlung ist nicht verbindlich. Eltern können – wie bisher auch – für ihr Kind zwischen Gymnasium und Gemeinschaftsschule wählen.

 Wolfgang Glombik

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