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Die Zeit drängt: Schönfeld will neues Nutzungskonzept fürs Bad

Bad Segeberg Die Zeit drängt: Schönfeld will neues Nutzungskonzept fürs Bad

Ehrenamtliche Trainer sehen kaum Möglichkeiten, den Betrieb des Hallenbades allein aufrechtzuerhalten. Die Kosten müssen dafür extrem gesenkt werden. Bürgermeister Schönfeld strebt eine geteilte Trägerschaft mit dem MTV an.

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Turniere, Training, Schwimmkurse: Die Schwimmsparte des MTV ist einer der Hauptnutzer des Bad Segeberger Hallenbades.

Quelle: Fotos: Ln-Archiv/wgl

Bad Segeberg. Die Sonne lacht, die Seen sind herrlich warm und laden alle zum Baden ein. Da mag man sich gar nicht mit der ungewissen Zukunft des Bad Segeberger Hallenbades beschäftigen. Und doch sind die Freunde des über 50 Jahre alten Gemäuers alarmiert. Denn demnächst (auch heute im städtischen Bauausschuss, Rathaus 18.30 Uhr) stehen wichtige Investitionsentscheidung an, die nötig sind, um das Bad zu erhalten. Doch gleichzeitig drücken enorme Betriebskosten, Tendenz steigend. So wie es jetzt laufe, könne es auf gar keinen Fall weitergehen, mahnt Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) gegenüber den LN. In der Haut der Stadtpolitiker möchte man jetzt nicht stecken. Augen zu und weiter so auf Pump? Oder ein neues Nutzungskonzept, das den Bürgern weh tun wird?

LN-Bild

Ehrenamtliche Trainer sehen kaum Möglichkeiten, Betrieb des Hallenbades allein aufrechtzuerhalten.

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Wie berichtet, stehen – verteilt auf vier Jahre – Sanierungskosten von über einer Million Euro an. Rund 370000 Euro müssten allein 2017 ausgegeben werden. Unter anderem muss laut Gutachter für rund 170000 Euro eine feuchte Kellerwand saniert werden. Nach LN-Informationen besteht dringender Handlungsbedarf, sonst ist sogar die Statik des Gebäudes gefährdet. Schönfeld bestätigt die Dringlichkeit, „allerdings habe ich noch keine Meldung bekommen, dass in nächster Zeit Einsturzgefahr besteht“. Aber seitdem der Stadt das Bad wieder gehöre, müsse sie genauer hinsehen.

Für Schönfeld ist die drohende siebenstellige Investitionssumme gar nicht das größte Problem. „Die Gesamtsituation mit den hohen Betriebskosten von rund 850 000 Euro jährlich ruft nach einer Korrektur.“ Es sei schwer zu begründen, dass die Stadt zusammen mit Wahlstedt als Mittelzentrum gleich zwei Hallenbäder anbiete. Schönfeld: „Wir erfüllen so die Aufgabe eines Mittelzentrums gleich zweimal.“ An der finanziellen Belastung litten beide Städte.

Trotzdem kann sich Schönfeld „ganz schlecht vorstellen, dass wir unser Hallenbad aufgeben. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass wir künftig für laufende Aufgaben jährlich eine Million Euro Kredite aufnehmen, ohne Chance, das Geld jemals zurückzahlen zu können“.

Bad Segeberg lebe seit 20 Jahren über seine Verhältnisse, urteilt Schönfeld, der seit 2009 im Amt ist. Schulen dürfe die Stadt sanieren, dass seien Pflichtaufgaben, doch die teure Erhaltung eines Hallenbades zähle zu den freiwilligen Aufgaben, ist also Luxus. „Einen All-Inclusive-Service können wir nicht mehr leisten“, betont Schönfeld. Es müsse zu einer spürbaren Kostenreduzierung kommen, „da reichen nicht Einsparungen von 100 000 Euro, das muss deutlich mehr sein“. Er fordert ein neues Nutzungskonzept für das Bad, setzt auf das Ehrenamt. Denn Schwimmmeister im öffentlichen Dienst sind teuer. Schönfeld plant „eine geteilte Trägerschaft“ zum Beispiel mit dem Verein MTV Segeberg. Der ist mit seiner Schwimmsparte besonders auf das Hallenbad angewiesen. Die Zeit drängt. Wenn die Schuldenhilfe des Landes wegbricht, müsse die Stadt ab 2019 Jahr für Jahr einen siebenstelligen Kredit für den Betrieb des Bades aufnehmen. Schönfeld: „So etwas geht nicht.“

MTV: Schon jetzt an der Belastungsgrenze

Viele im MTV Segeberg wissen noch gar nichts von ihrem „Glück“: Zur Senkung der laufenden Kosten des defizitären Hallenbades könnten doch die Vereinssportler den Betrieb des Bades unterstützen – wie es beim Ihlseebad vorgemacht wurde. Eine Idee, die bereits mehrfach freimütig von Bürgermeister und einigen Stadtvertretern laut vorgedacht wurde (siehe Bericht oben). „Ich hab’ davon noch nichts gehört“, sagt dagegen MTV-Vorstandsmitglied Sven Frank. Er beschäftige sich gerade mit dem Zuschussantrag, der in den Gremien beraten wird:

19300 Euro hat der MTV für die Kinder- und Jugendarbeit der Schwimmsparte beantragt.

338 Mitglieder hat die Schwimmsparte, davon 271 Kinder und Jugendliche. Damit ist sie die größte im MTV. Laut Frank hat der Sportverein zwischen 1300 und 1400 Mitglieder. Aber die Schwimmsparte ist auch die teuerste: 46000 Euro beträgt das Budget für 2016. Die Handballer stehen mit 14000 Euro an zweiter Stelle. Ein Grund für die hohen Kosten seien die Hallenzeiten. „Das wird pro Bahn und Stunde abgerechnet“, sagt Spartenleiterin Carin Liley. Für die Jugendarbeit wurden dem Verein 19000 Euro erlassen für das laufende Jahr. Eine Basis für weiteres freiwilliges Engagement des MTV? „Schwierig“, findet Liley die Idee, den Ehrenamtlichen des MTV für den Schwimmbadbetrieb einzuspannen. In diesem Jahr seien ihr drei jugendliche Schwimmtrainer durch das Abitur verloren gegangen. Sie und eine weitere Trainerin schieben Extrastunden, könnten teilweise schon nicht mehr alle Bahnen besetzen. „Ich war letzte Woche über 14 Stunden in der Schwimmhalle“, sagt Liley. „Ich arbeite aber auch voll“, so die Berufsschullehrerin. „Ich kann mich nicht noch 20 Stunden in der Woche an eine Kasse setzen.“ Sie seien schon an einer Belastungsgrenze angekommen. Zwar gebe es auch einige Jugendliche, die aushelfen, aber gerade die Älteren wollten lieber richtig arbeiten und nicht für fünf Euro.

Die Schwimmsparte des MTV ist einer der Hauptnutzer des Hallenbades. Und das schon seit dem Bau des Bades in den 1960ern. Lileys Vater hat die Schwimmsparte damals mit gegründet. Heute sind die Schwimmer des MTV vier Mal die Woche zwischen zwei und fünf Stunden in der Halle. Auch für die Nichtschwimmerausbildung – und die Wartelisten sind lang. nam

 Wolfgang Glombik

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