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Die drei rettenden „Engel“ vom Neversdorfer See

Bebensee Die drei rettenden „Engel“ vom Neversdorfer See

Frauen aus Bebensee ziehen gemeinsam eine 72-Jährige, die beim Baden einen gefährlichen Schwächeanfall erlitt, wieder an das Ufer.

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Bei jedem Wetter gehen Dania Dreger, Kerstin Borgs und Brigitte Berg (v. l.) schwimmen. Am Sonnabend retteten sie im See ein Menschenleben.

Bebensee. Das war knapp: Mit vereinten Kräften haben Kerstin Borgs, Brigitte Berg und Dania Dreger aus Bebensee eine ältere Frau im Neversdorfer See vor dem Ertrinken gerettet. Am vergangenen Sonnabend kam es gegen 17 Uhr an der Badestelle am See zu dem Notfall. Noch weit vom rettenden Ufer entfernt, mitten in der Bucht, werden die drei Schwimmerinnen auf eine ältere, sehr blasse Frau aufmerksam. Die 72-Jährige aus Ahrensburg ringt nach Luft, kann sich im Wasser nicht mehr selbst fortbewegen und bittet um Hilfe. Vor Erschöpfung kann sie auch nicht mehr laut um Hilfe rufen.

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Bei jedem Wetter gehen Dania Dreger, Kerstin Borgs und Brigitte Berg (v. l.) schwimmen. Am Sonnabend retteten sie im See ein Menschenleben.

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Ein Mensch schwebt in höchster Lebensgefahr. Ohne zu zögern schwimmen die drei Frauen aus Bebensee an die Seniorin heran und halten sie mit einem Rettungsgriff über Wasser. „Wir haben sie auf den Rücken gelegt und sie zu zweit und abwechselnd durch das Wasser gezogen“, berichtet Retterin Kerstin Borgs den Lübecker Nachrichten.

Die drei Frauen im Alter zwischen 30 und 48 Jahren schwimmen häufiger und bei jedem Wetter in der Bebenseer Bucht. Sie kennen das Gewässer. Es ist eine lauschige Badestelle, die vor allem von Einheimischen genutzt wird.

Dieses Mal aber droht höchste Gefahr für einen Menschen. Schon beim Vorbeischwimmen bemerken die drei aufmerksamen Freundinnen, dass ihr fröhliches Hallo im Wasser von der Frau nicht erwidert wird.

In Bebensee grüßt man sich auch beim baden. „Die Dame war gar nicht mehr ganz bei sich,“ erzählt Brigitte Berg. „Sie hat sich fallen lassen und wurde nur noch von uns gehalten. Wir hatten große Angst, dass sie bewusstlos wird“, berichten die Frauen. Zudem hyperventilierte die ältere Dame.

Die Frauen machen alles richtig. Sie sprechen auf sie ein, beruhigen sie. Es sind dramatische Minuten. Die Erschöpfte bleibt ansprechbar und lässt sich von den Rettern über etwa 300 Meter an das Ufer ziehen. „Es ging sehr langsam und war ganz schön anstrengend — gut, dass wir zu Dritt waren und uns abwechseln konnten“, betonen die Frauen. Wichtig war, dass die Ahrensburgerin beim Abschleppen Ruhe behielt. Brigitte Berg: „Wir haben mit ihr viel gesprochen.“ Ein Angler, der die Aktion vom Schilf-Ufer aus beobachtet und die Hilferufe der Frauen gehört hat, ruft den Rettungswagen. Als die Frau glücklich ans Ufer geschleppt worden war, wird sie gleich in Decken gehüllt und später in ein Krankenhaus eingeliefert. Lebensgefahr bestehe nicht mehr, heißt es von der Polizei. Die drei Frauen aus Bebensee (44, 48 und 30 Jahre alt) haben durch ihr schnelles Handeln der älteren Dame vermutlich das Leben gerettet.

Kerstin Borgs, die täglich schwimmen geht : „Wir waren richtig fertig hinterher.“ Man sollte sich jederzeit bewusst sein, dass einem selber so etwas passieren kann. „Hier bei uns wird nicht weggeschaut“, betonen die drei Frauen. Wenn Badesachen am Strand liegen, ohne dass der zugehörige Schwimmer gesichtet wird, wird nachgeforscht. „Das erscheint neugierig, aber das ist viel besser so“, betonte Kerstin Borgs. Ach ja: „Ihr seid meine Engel“, habe die gerettete Frau den Bebenseerinnen zum Abschied noch gesagt.

„Bei uns wird nicht weg- geschaut.“
Die drei Retterinnen

Wolfgang Glombik

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