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Die erste private Straßenmeisterei im Land

Nützen/Bad Segeberg Die erste private Straßenmeisterei im Land

Von Nützen aus sorgt die Via Solutions Nord (VSN) für Sicherheit und Sauberkeit auf der A 7 zwischen Neumünster und Hamburg.

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Christian Merl zeigt hier den Schlauch, durch den die Sole in die Fahrzeugtanks gepumpt wird,

Nützen. Es ist ein riesiger Komplex, der an der Grenze von Nützen zu Kaltenkirchen hochgezogen wurde. Alles ist nagelneu und top-modern — vom Fahrzeugpark bis zum Aufenthaltsraum. Keine Frage: Die 16 Mitarbeiter „in Orange“ der ersten privaten Straßenmeisterei in Schleswig-Holstein haben hier ein sehr schickes Domizil bezogen. Einige Büroräume werden noch nicht genutzt, da noch nicht alle Mitarbeiter der Via Solutions Nord (VSN) vom jetzigen Firmensitz Quickborn nach Nützen umgezogen sind. Die Projektgesellschaft VSN gehört einem Konsortium, das im Auftrag der Bundesrepublik im Rahmen einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) die A 7 auf sechs bis acht Fahrspuren ausbaut. Bis Dezember 2018 muss die Autobahn fertig sein. Danach wird sie bis zum 31. August 2044 von der VSN bewirtschaftet, bevor sie dann ins Eigentum des Bundes fällt. Für seine Leistungen erhält das Konsortium vom Bund rund 1,6 Milliarden Euro.

Da nimmt sich die Vier-Millionen-Investition in die Straßenmeisterei geradezu mickrig aus. Doch gegeizt wurde hier nicht: Halle neben Halle, die Spezialfahrzeuge und ihre Anbauten wie Schneepflüge sind vom Feinsten. In der großen Lagerhalle liegen über 3000 Tonnen Streusalz bereit. Daneben sind zwei große Behälter, in denen die VSN selber Sole herstellt. Sie wird im allgemeinen vorsorglich, falls Minusgrade vorhergesagt sind, auf die Straßen ausgebracht.

Dass die VSN in Nützen gebaut hat, liegt daran, „dass der Ort fast genau in der Mitte unserer Baustellen liegt“, begründet Pressesprecher Christian Merl. Die Baustellen haben es in sich: insgesamt 59 Kilometer von Neumünster-Nord bis nach Hamburg hinein müssen in der Bauzeit und nach Fertigstellung von den „Straßenmeistern“ gepflegt und erhalten werden. Da ist mehr zu tun als ab und zu ein bisschen Schnee zu schieben. Merl: „Gearbeitet wird hier rund um die Uhr. Baumschnitt, Rasenpflege, die WCs und die Parkplätze in Schuss halten, Gullys reinigen, Schäden an Bauwerken (allein 72 Brücken sind zu überprüfen) beseitigen, demolierte Leitplanken ersetzen — und im Winter muss die Autobahn befahrbar gehalten werden.“ Hinzu kommt, dass sie bei Unfällen die Gefahrenzonen absperren und den Verkehr regeln müssen.

Ihren ersten Wintereinsatz haben die Männer bereits bestanden: Vor gut einer Woche, als bis zu sechs Zentimeter Schnee die A 7 bedeckten.

„Wir waren permanent draußen“, berichtet Danny Thielemann. „Es gab keine Probleme — es war aber auch in der Nacht kein Verkehr.“

In der Riesensalzhalle lagern derzeit über 3000 Tonnen aus Italien. „Die Menge sollte reichen“, meint Firmensprecher Merl. Und wenn nicht, könnten 2000 Tonnen kurzfristig nachgeordert werden. Neben der Halle stehen zwei sehr große Tanks. „Da stellen wir unsere Sole selber her“, erklärt Merl. Die beiden Behälter haben ein Fassungsvermögen von zusammen 27 Kubikmetern (27000 Liter). Sie sind im Winter stets gefüllt.

Noch haben die Einsatzfahrzeuge Essener Kennzeichen. Dort ist noch der eigentliche Firmensitz, doch die VSN wird demnächst nach Nützen umziehen. Merl: „Wir zahlen dann die Steuern hier.“

Während des Rundganges über die Straßenmeisterei bekommt Thielemann einen Anruf. Er muss sofort weg. Warum? Thielemann will keine Auskunft geben. Er rennt in eine Halle, informiert einen Kollegen, eine Minute später kommen sie mit zwei Lkw, an denen Anhänger mit zahlreichen Warnschildern und Lichtsignalen befestigt sind, aus der Halle gerollt. Sie fahren auf die A 7 Richtung Hamburg.

Mit Merl am Steuer fahren wir auch Richtung Hamburg. Wir bleiben dreimal in dicken Staus stecken, die sich laut Radiodurchsage bis auf fünf Kilometer Länge ausdehnen — rechts die Laster, links die Pkw. Wie wir später erfahren, hatte es einen Unfall gegeben und zweimal war ein Auto auf der Straße liegengeblieben. Schon mussten alle Autos durch ein Nadelöhr. Für die 23 Kilometer bis zur Abfahrt Schnelsen brauchten wir eine gute Stunde. Dann sehen wir Thielemann und seinen Partner wieder. Sie waren tatsächlich zu einem Unfall gerufen worden, um die Stelle abzusperren und den Verkehr einspurig daran vorbeizuführen. Sie konnten ziemlich schnell vor Ort sein, weil sie auf dem Standstreifen fahren dürfen. Wenn alles abgesperrt ist, ist für die Männer die Gefahr vorbei. Am größten ist sie, wenn sie am Unfallort eintreffen und mitten im Verkehrsfluss ihre Absperrungen aufbauen müssen.

Breitere Lkw-Spur

1800 Menschen sind sind am Bau der A7 beteiligt.

770000 Fahrzeuge sollen sich täglich auf der A 7 (von Flensburg bis Füssen) bewegen. Zwischen Neumünster und Hamburg sind es rund 152000 täglich.

3,25 Meter (statt 3,00) ist die Lkw-Spur breit, die linke Spur ist 2,85 statt 2,50 Meter als üblich. Das soll dazu geführt haben, dass es bislang keine Toten oder Schwerverletzten bei Unfällen gegeben hat.

Christian Spreer

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