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Die ersten Schulassistentinnen sind da

Bad Segeberg Die ersten Schulassistentinnen sind da

Mit Ilka Teller und Isabell Pachaly gewinnt die Heinrich-Rantzau-Schule gleich zwei Kräfte für den Unterricht.

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„Alle Kinder zu ermutigen — das schaffen Lehrkräfte bei 25 Kindern nicht.“ Anja Look, Schulleiterin

Bad Segeberg. Sie sind da: Die ersten Schulassistentinnen haben ihre neuen Stellen im Kreis angetreten. Kollegium, Eltern und vor allem die Schüler der Bad Segeberger Heinrich-Rantzau-Schule sind glücklich. Hier arbeiten mit Ilka Teller und Isabell Pachaly seit Anfang des Jahres gleich zwei „Schulische Assistenzkräfte“, wie es im Amtsdeutsch offiziell heißt.

Die vom Land finanzierten Assistenten sollen nicht wie Schulbegleiter einzelne Schüler betreuen, sondern Lehrer bei ihrer Arbeit mit Lerngruppen unterstützen.

Heutige Grundschüler bringen teilweise sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen mit. Kaum eine Lehrkraft bewältigt den Spagat, im Unterricht allen Kindern gerecht zu werden. Schulrat Jürgen Hübner hatte sich nach dem Auswahlverfahren über viele qualifizierte Bewerber gefreut. Jetzt gelte es, diese für Schleswig-Holsteins Schulen völlig neuen Stellen mit Leben zu erfüllen. Auch kleine Grundschulen sollen nicht leer ausgehen. Es ist absolutes Neuland auch für die Heinrich-Rantzau-Schule.

Die beiden sind Glücksfälle: Isabell Pachaly (47), Mutter von zwei erwachsenen Kindern, kennt die Rantzau-Schule gut, sie hat hier jahrelang als Erzieherin ein Integrationsprojekt der Diakonie geleitet: „Ich fühle mich hier sehr wohl und habe mich gleich um die Stelle beworben.“

Die größte Grundschule Bad Segebergs mit 382 Kindern und 30 Lehrkräften hat Bedarf an Unterstützung im Unterricht. Auch Ilka Teller (42) ist erfahrene Erzieherin, Mutter von drei Kindern. Beide schauen sich jetzt erst einmal in den Klassen um, wollen alle Kinder kennenlernen. Vor allem wollen sie sich mit den schwierigeren Kindern vertraut machen. Schon jetzt gibt es positive Rückmeldungen:

„Die Kinder sind unendlich dankbar, wenn sie mit unserer Hilfe ihr Arbeitspensum schaffen“, sagt llka Teller. Auch die Lehrkräfte seien dankbar, dass mehr Ruhe in der Klasse herrsche, dass das Lernklima sich verbessere. „Es ist unsere Aufgabe, Lehrkräfte beim differenzierenden Unterricht zu unterstützen“, sagt Isabell Pachaly. Schulleiterin Anja Look: „Kindern Anstoß zu geben, sie zu ermutigen — das schaffen wir als Lehrkräfte bei 25 Kindern nicht in dem Umfang.“ Hier sehe sie eine Aufgabe für Schulassistenten.

Schon nach den wenigen Tagen werden die Assistentinnen von den Kindern freudig begrüßt. Da ihre Stellen unbefristet sind, ist auch Kontinuität in der pädagogischen Arbeit gewährleistet. Helfen können die beiden Kräfte in Teilzeit vor allem bei pädagogischen Aufgaben: Da reagiert ein Junge mit einem Wutanfall, weil er sich nicht gewürdigt fühlt. Laut Anja Look gebe es zunehmend mehr Kinder mit Problemen im Bereich Frustrationstoleranz. Da entstünden oft Reibungspunkte. Die Schulassistenten sind voll im Kollegium integriert, sie nehmen an den Konferenzen teil, haben ihre Plätze im Lehrerzimmer. Sie sollen auch bei der Gestaltung der Schulpausen helfen. Die Lehrkräfte in der Heinrich-Rantzau-Schule seien alle sehr offen, berichtet auch Ilka Teller. Alle möchten die beiden als Unterstützer im Unterricht haben.

Wolfgang Glombik

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