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Segeberg Die letzte Flut: Ein Ende kann ein Anfang sein
Lokales Segeberg Die letzte Flut: Ein Ende kann ein Anfang sein
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21:18 22.03.2016

Nahezu Dunkelheit herrscht in der Marienkirche, spärliches Licht beleuchtet die Noten des Sinfonieorchesters, es spielt die Einleitung des Oratoriums „Die letzte Flut“. Leicht und hoffnungsfroh entwickelt sich die Melodie, wenn der Gospelchor singt: „Und Finsternis war in der Tiefe und der Geist Gottes schwebte über den Wassern“. Die Leinwand hinter dem Chor ist in blaugrünes Licht getaucht, ein weißer Lichtstrahl symbolisiert den Geist Gottes.

Die letzte Flut, den Menschen geht‘s schlecht, fahles Licht im Gesicht unterstreicht das. Quelle: Domann

Das Oratorium von Popular-Kirchenmusiker Jan Simowitsch und Texter Johannes Hoffmann wirkt durch das Lichtdesign von Frank Golchert noch beeindruckender. Musik, Text und Licht ergänzen sich zu einer grandiosen Aufführung. Mit der Schöpfungsgeschichte beginnt die letzte Flut. Doch statt achtsam mit sich und der Erde umzugehen, bestimmt die Gier nach Macht und Geld den Menschen. Natur und Arme werden ausgebeutet und versklavt. Hoffmann und Simowitsch haben beiden eine Stimme gegeben: Nicolas Dreessen singt die Erde, Anne Friedemann den Menschen. Die Erde klagt und bittet Gott um Beendigung der Qualen, die ausgebeuteten Menschen hoffen auf eine bessere Zukunft jenseits des Meeres. Doch es regnet nur, das Wasser steigt. Das Kirchenschiff ist in blaues Licht getaucht, an die Spitzbögen zu den Seitenschiffen werden Wellen projiziert, eine Fledermaus fliegt durch die Kirche. Plötzlich ein rotes Licht, der Prophet (Oliver Bohlen) warnt den reichen Westen. „Wehe euch! Auch euer Land wird veröden . . .“ und „Wehe euch! Sie werden kommen und euch überrennen, jene die fliehen . . .“ Doch die Mahnungen werden nicht ernst genommen, ein Umdenken findet nicht statt, aber langsam wird klar, dass die letzte Flut alle betreffen wird. Einige Fragen sich noch, wie es soweit kommen konnte, erkennen dass ihr Schicksal nun in Gottes Hand liegt und hoffen auf Gnade. Doch dafür ist es vermutlich zu spät. Dunkelheit herrscht wieder in der Kirche, Trauermusik erklingt. Sie geht in den Anfang des Oratoriums über. „Und Finsternis war in der Tiefe und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.“ Ein hoffnungsvolles Ende, dass eine neue Welt mit besseren und achtsameren Wesen entstehen wird.

Nach einigen Minuten Stille beginnen die ersten Zuhörer zaghaft zu klatschen. Dann ist kein Halten mehr, die Menschen stehen auf und applaudieren den Mitwirkenden.

Von sd

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