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Die neue Königin (6) lag schon im Bett

Bad Segeberg Die neue Königin (6) lag schon im Bett

Kindervogelschießen: Siegerin stand erst kurz vor 20 Uhr fest – Nur 700 Teilnehmer.

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Der neue Hofstaat (v. l.): Königinschützin Angelina-Sophie Sager (13), Königin Isabella Mroz (6), König Michel Siever (10) und Königsschütze Bjarne Aaron Fett (7) mit dem Vereinsvorsitzenden Dirk Reher.

Quelle: Fotos: Domann

Bad Segeberg. Von der Rennkoppel bis zur Dahlmannschule mit Kutsche und Fackelzug – für vier Kinder endete das große Bad Segeberger Kindervogelschießen am Sonntag besonders aufregend und überraschend: Isabella, Michel, Angelina-Sophie und Bjarne Aaron sind der neue Königsstaat.

LN-Bild

Kindervogelschießen: Siegerin stand erst kurz vor 20 Uhr fest – Nur 700 Teilnehmer.

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Um 19.05 Uhr hatte der siebenjährige Bjarne Aaron Fett mit der Armbrust auf die Überreste des Holzvogels gezielt und die letzten beiden Teile des Kleeblatts heruntergeholt und damit Michel Siever zum König gemacht. „Ich bin stolz und aufgeregt, ich habe nicht gedacht, dass ich etwas treffe“, sagte der junge Königsschütze. Seine Mama verriet, dass er sich aber etwas vom Vogel gewünscht habe, um es im Zimmer aufzuhängen. Auch König Michel war aufgeregt und freute sich auf den festlichen Fackelzug. „Vor den Spielen habe ich noch gesagt, hoffentlich werde ich nicht König. Doch jetzt ist alles gut. Es wird bestimmt cool“, sagte der Zehnjährige.

40 Minuten nach den Jungen hatten dann auch die Mädchen ihr Königsspiel abgeschlossen. Einmal mehr hatte Angelina-Sophie Sager (13) den Pickvogel in die 13 fliegen lassen und damit Isabella Mroz zur Königin gemacht. Die Sechsjährige lag schon im Bett und guckte sich ein Gute-Nacht-Buch an, als der Anruf kam. „Isabella hat sich riesig darüber gefreut. Während der Spiele hat sie noch gefragt, ob sie nun Königin werde“, erzählte ihre Mutter. Noch etwas schüchtern, doch sehr majestätisch trug die kleine Isabella Gewand und Krone.

Bereits am Morgen waren viele Kinder beim großen Festumzug des 137. Kindervogelschießens dabei, als über 20 bunt geschmückte Wagen und sieben Musikformationen durch Segebergs Innenstadt zogen. Allen voran die Kleine Kapelle sowie die Kutschen des noch regierenden Hofstaates und des Königspaars vor 40 Jahren. Huldvoll grüßten Ulrike Schenk und Jörg Sylvester, die 1976 zu Königin und König proklamiert worden waren.

Zwei neue Festwagen gehörten zum etwa zwei Kilometer langen Umzug. Der Inklusionswagen des Verein „Dose“ und der des Segeberger Bürgerhauses. Auf dem standen einige Mädchen, die nachgemachte Arbeitskleidung aus der frühen Neuzeit trugen und Bonbons warfen. Auch Museumsleiter Nils Hinrichsen war mit dabei. Er stellte Johann Hinrich Vogt dar, der Schneideramtsmeister hatte 1805 in dem Bürgerhaus gewohnt. Aus der „Bonsche-Wallbüchse“ schoss er Süßigkeiten unter die Menschen, die den Umzug auf den Straßen säumten.

Nachmittags standen dann die Wettspiele auf dem Programm, die traditionell auf dem Landesturnierplatz ausgetragen werden. Nach Alter und Geschlecht getrennt warteten die Mädchen und Jungen geduldig auf ihren Einsatz. Neu dabei diesmal das Spiel des Technischen Hilfswerks für die zwölfjährigen Mädchen. Die Spielerinnen mussten mit einem Kescher Enten aus einem Wasserfall fangen. „Das Spiel ist neu und steckt noch in den Kinderschuhen“, sagte Mona-Luise Wagemann, die die Zeit der Mädchen stoppte. Doch nun hätten auch die „Deerns“ endlich ein Wasserspiel. Ähnlich sah das Spielleiter Reinhard Schweim. „Wir suchen immer nach neuen Spielen. Ich hätte gern eine Kletterwand, aber dafür fehlt das Geld.“ Denn die etwa 200 aktiven Vereinsmitglieder zahlen keinen Beitrag, sondern stellen ihre Arbeitskraft zur Verfügung.

Nach 850 im Vorjahr nahmen an den Spielen diesmal nur knapp 700 Kinder und Jugendliche teil. „Vielleicht liegt es am regnerischen Wetter, dass wir weniger Lose verkauft haben. Oder der biologische Knick macht sich bemerkbar“, sinnierte Schweim über die geringere Beteiligung. Auf jeden Fall werde man überlegen, was man verändern könne, um wieder mehr Kinder für die Spiele zu gewinnen.

Silvie Domann

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