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Segeberg Die sterbende Eschenallee
Lokales Segeberg Die sterbende Eschenallee
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20:21 26.02.2016
Die Eschenallee ist ein beliebter Spazierweg. Doch die Allee wird immer weiter ausgedünnt, da kranke Eschen gefällt werden. Elf Bäume sind demnächst dran, unter anderem der am rechten Bildrand. Quelle: Fotos: Materne

Die Eschenallee in Rickling wird auf absehbare Zeit keine mehr sein. Dicke Stümpfe zieren den beliebten Spazierweg. Bereits vor über zehn Jahren mussten die ersten kranken Bäume gefällt werden, dann nochmal vor drei oder vier Jahren, erinnert sich Bürgermeister Christian Thomann (ABR). Eschenkrebs und andere Fäulniserreger hatten dazu geführt.

Zuletzt war es aber das Eschentriebsterben, verursacht durch einen Pilz, der Fällungen notwendig machte. Gut 40 Eschen sind seither abgeholzt worden — die Hälfte aller Alleebäume. Und laut einem Baumgutachten müssen nun weitere elf Eschen runter, sagte Thomann im LN-Gespräch. Im Grunde seien aber alle Eschen der Allee von dem Pilz betroffen und müssen irgendwann gefällt werden.

Sichtbar wird die Erkrankung im Frühjahr, wenn die Kronen der Bäume immer lichter werden. Denn die Pilzsporen befallen die frischen Triebe und verkleben die Versorgungsleitungen des Baumes, so Thomann. Schon im Sommer welken die Blätter und fallen ab, die Triebe sterben. Ältere Bäume bilden dann Ersatztriebe, die im steilen Winkel Richtung Licht treiben. Diese Kompensationsbemühungen der Eschen sind bei den älteren Exemplaren auch gut zu sehen im derzeit kahlen Zustand.

Durch ein paar Schnittarbeiten in den Kronen der Bäume sollen die größeren Eschen noch eine Weile erhalten werden. Viel Mühe und Geld wolle man aber nicht in „Baumchirurgie“ stecken, räumte Thomann ein. Denn gegen das sogenannte Falsche Weiße Stengelbecherchen (Hymenoscyphus pseudoalbidus), wie der Pilz heißt, gibt es keine Behandlung. Die Pilzsporen nutzen den Wind zur Ausbreitung. Seit 2007 wird die Pilzinfektion in Deutschland beobachtet, und es ist davon auszugehen, dass ein Großteil der hiesigen Eschen sterben wird.

Laut Baumgutachten, das die Ricklinger im Sommer in Auftrag gegeben haben, sind alle Eschen der Eschenallee „mehr oder weniger“ von der Pilzinfektion betroffen, so Thomann. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis die Eschenallee ihrem Namen nicht mehr gerecht wird. Nach den ersten Fällungen vor über zehn Jahren habe man noch Eschen nachgepflanzt. Das allerdings mache wegen der Pilzinfektion keinen Sinn. Gerade junge Bäume werden sehr schnell von dem Pilz dahingerafft. Stattdessen wachsen bereits seit einigen Jahren junge Eichen und Buchen in der Eschenallee. Und auch für die elf nun zu fällenden Eschen werde es ähnlichen Ersatz geben, so Thomann.

Für die Holzwirtschaft sei die Pilzinfektion schwerwiegend. „Esche ist ein hochqualitatives Holz“, sagt Thomann, der bei der Unteren Forstbehörde arbeitet. „Noch gibt es Eschenholz.“ Die Frage ist:

Wie lange noch? Denn durch den Pilz vertrocknen nicht nur die Triebe, bei befallenen Bäumen sind im Innern von Ästen und Stämmen dunkle Verfärbungen zu beobachten. Thomann: „Das Holz wird zu Brennholz entwertet.“

Geplant ist, die nun stark betroffenen elf Eschen möglichst schnell zu fällen, sie seien auch ein Sicherheitsrisiko für Spaziergänger, erklärt der Bürgermeister. Die Ersatzpflanzungen sollen dann im Herbst folgen. Bis aber der inzwischen licht gewordene Weg wieder seinen Alleecharakter erhalten wird, „werden wohl 20 Jahre vergehen“.

Nadine Materne

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