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Die treuen Raiba-Schwestern

Leezen Die treuen Raiba-Schwestern

Hannelore Ebers und Renate Detlefs sind seit 50 und 46 Jahren bei der Leezener Bank beschäftigt.

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Zwei der treuesten Mitarbeiterinnen der Raiffeisenbank Leezen: Hannelore Ebers (65, links) ist seit 50 Jahren in der Bank, ihre Schwester Renate Detlefs (61) seit 46 Jahren. Fotos/Repro : Petra Dreu (3)

Leezen/ Oering. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Hat er einen Platz gefunden, an dem es ihm gefällt, bleibt er. Dass aber ein Arbeitnehmer sein ganzes Berufsleben bei nur einem Arbeitgeber verbringt, ist eine Ausnahme. Hannelore Ebers (65) gehört wie ihre Schwester Renate Detlefs (61) zweifellos zu dieser besonderen Spezies. Selbst ein Raubüberfall konnte beide nicht dazu verleiten, den Dienst zu quittieren. Heute wird Hannelore Ebers nach 50 Jahren bei der Raiffeisenbank Leezen in den mehr als verdienten Ruhestand verabschiedet. Ihre Schwester muss noch etwas warten. Sie ist „erst“ seit 46 Jahren bei dem Leezener Geldinstitut.

LN-Bild

Hannelore Ebers und Renate Detlefs sind seit 50 und 46 Jahren bei der Leezener Bank beschäftigt.

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Mit 15 Jahren hatte sich Hannelore Ebers bei der Spar- und Darlehenskasse Nahe-Oering beworben, aus der 1986 die Raiffeisenbank Leezen geworden ist. Was heute kaum mehr vorstellbar ist: Damals kümmerten sich die Bankkaufleute nicht nur um die Bankgeschäfte ihrer Kunden, sondern sie verkauften vom Schweinemastfutter „Praemast Forte“ bis hin zu Kohlen und Heizöl alles, was die Menschen auf dem Land nun mal so brauchten. „Hinter jedem Schreibtisch hing damals ein blauer Kittel. Wer von der Bank ins Warengeschäft ging, zog ihn schnell über. Das war in vielen kleineren Raiffeisenbanken der Fall“, weiß Kirsten Vorwerk zu berichten, die wie Hannelore Ebers in der Zentrale in Leezen arbeitet.

Als Hannelore Ebers Schwester Renate vier Jahre später ebenfalls bei der Spar- und Darlehenskasse Nahe-Oering eine Ausbildung begann, war die Ältere gar nicht begeistert. „Als Kinder waren wir wie Katz’ und Hund“, denkt sie zurück. Froh ist sie, dass genau das eintrat, womit sie am wenigsten gerechnet hatte: Aus Katz’ und Hund wurden ein Herz und eine Seele. „Es klappte hervorragend. Wie haben die gleichen Interessen, fahren gemeinsam in den Urlaub und verstehen uns prima“, erzählt ihre jüngere Schwester, deren roter Lockenkopf erst mit der Zeit ihr Markenzeichen geworden ist. Zuvor hatte sie immer noch versucht, ihre Mähne glattzuföhnen.

Eine weitere Erfahrung verbindet die Schwestern, die man wahrscheinlich seinem ärgsten Feind nicht wünscht: Beide wurden Opfer eines Banküberfalls. Renate Detlefs arbeitete gerade als Kassiererin in der Kassenbox der Spar- und Darlehenskasse Nahe-Oering. Zwei weitere Kollegen saßen am Schalter. Drei Kunden waren anwesend. Hannelore Ebers hielt sich gerade in der Küche auf, als zwei bewaffnete Bankräuber die Bank betraten. Einer blieb in der Tür stehen, der andere stürmte auf die Kassenbox zu. „Einen Kollegen hatte er bedroht und dabei sein Hemd zerrissen. Er wollte in die Kassenbox, dort war ja das Geld. Ich habe ihm schließlich geöffnet“, denkt Renate Detlefs zurück. Der Bankräuber stopfte das Geld in eine Tasche, nahm einen Mitarbeiter bis zur Tür als Geisel mit und suchte dann mit seinem Kumpanen das Weite. Hannelore Ebers verfolgte den Überfall mucksmäuschenstill von der Küche aus. Die Täter konnten seinerzeit nicht ermittelt werden.

Zehn Jahre später jedoch wurden die Bankangestellten erneut von der Polizei zu dem Überfall befragt. „Uns wurde gesagt, dass die Akte beim Umzug des Landgerichtes Kiel verloren gegangen sei“, erzählt Renate Detlefs. Für die späten Ermittlungen hat es aber noch einen anderen Grund gegeben: Der Täter hatte sich gestellt. „Er wollte heiraten. Seine Partnerin hat verlangt, dass er zuvor reinen Tisch machen soll“, weiß ihre Schwester zu berichten.

Während sich Hannelore Ebers, die während der 50 Jahre lediglich für vier Monate pausiert hat, als ihr Sohn geboren wurde, heute von ihren Kunden und Kollegen verabschiedet, bleibt ihre jüngere Schwester der Raiffeisenbank noch bis zum 30. Juni 2017 erhalten. Beide haben sich vorgenommen, noch viele Urlaube miteinander zu verbringen.

Bank mit vielen Fusionen

Im März 1901 trafen sich auf Veranlassung des damaligen Gemeindevorstehers Hans Jakob Möller zehn Bürger aus Leezen, um sich einen Vortrag über das Aufgabengebiet genossenenschaftlich Spar- und Darlehenskassen anzuhören. Noch am selben Abend schritten sie zur Tat und gründeten die Spar- und Darlehenskasse zu Leezen. In den 60-er Jahren wurden die Kassen in Kükels, Neversdorf und Groß Niendorf übernommen. In den 70-er Jahren war es die Kasse in Bebensee. In den 80-ern fusionierte die Raiffeisenbank schließlich mit Nahe-Oering, Sülfeld und Fahrenkrug

pd

Petra Dreu

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