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Segeberg Diebstahl aus Wut über Betreuerin
Lokales Segeberg Diebstahl aus Wut über Betreuerin
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21:13 04.08.2016

Mario Z. (30, Name von der Redaktion geändert) hatte im vergangenen Jahr in einer Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke im Kreis Segeberg gelebt. Ein Freund ohne festen Wohnsitz wohnte kurz bei ihm, bevor eine Betreuerin dem Freund Hausverbot erteilte. Das Verhältnis zwischen Betreuerin und Angeklagtem war also angespannt, als Z. einen größeren Geldbetrag von seinem Ersparten (etwa 700 Euro) verlangte, welchen sie ihm verweigerte. „Sie hat mich einfach stehenlassen. Ich war sauer, habe dann das offene Fenster gesehen und Mist gebaut“, erzählte der 30-Jährige Richterin Yvonne Puck.

Er habe dann das gekippte Fenster aufgehebelt, den Schrank aufgebrochen und die Geldkassette entwendet.

Laut Einrichtung seien 547,81 Euro in der Kasse gewesen, 420 Euro hat der Angeklagte inzwischen zurückgezahlt. Z. tauchte nach dem Diebstahl bei einem Freund für etwa zehn Tage unter. Anschließend sprach er mit seinem Vater, der ihm riet, sich der Polizei zu stellen. Zumal bereits eine Anzeige gegen ihn laufe. Das tat Z. dann auch. Außerdem glich er den entstandenen finanziellen Schaden der Einrichtung aus. Des Weiteren führte er Gespräche mit seinen Betreuern und willigte ein, eine Therapie in einer psychiatrischen Klinik zu machen.

Derzeit lebt Z. in einem Wohnheim und bekommt 105 Euro Taschengeld im Monat ausgezahlt. Außerdem hat er einen Antrag auf berufliche Eingliederung gestellt und ein Praktikum absolviert.

Da Z. geständig war, sich bei der Polizei gestellt und den Schaden zeitnah bezahlt hatte, überlegten Richterin Yvonne Puck und Tobias Wehrle, Referendar der Staatsanwaltschaft, das Verfahren gegen eine Geldbuße einzustellen.

Ob der Angeklagte auf 25 Euro seines Taschengeldes verzichten könne, wollte Richterin Puck wissen. „Es wird nicht einfach, doch meine Eltern würden mich finanziell unterstützen. Mir ist klar, dass ich bestraft werde“, sagte Z..

Letztlich wurde Z. zu einer Geldbuße von 150 Euro, zahlbar in sechs Monatsraten à 25 Euro verurteilt. Das Geld erhält die „Praxis ohne Grenzen“. Silvie Domann

LN

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