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Direktkandidatur für Wahlkreis: Es gärt im CDU-Kreisverband

Bad Segeberg Direktkandidatur für Wahlkreis: Es gärt im CDU-Kreisverband

Christdemokraten aus Todesfelde und Fahrenkrug wehren sich dagegen, dass Gero Storjohanns Gegenkandidat Sebastian Fuß in die „rechte Ecke“ gestellt werde.

Bad Segeberg. Wer vertritt den Kreis Segeberg im nächsten Deutschen Bundestag, der 2017 gewählt wird? Das ist nach der Ankündigung des langjährigen SPD-Abgeordneten Franz Thönnes, nicht mehr kandidieren zu wollen (siehe auch Text rechts), eine durchaus spannende Frage. Direkt gewonnen hat den Wahlkreis Segeberg/Stormarn-Nord die letzten drei Male der CDU-Abgeordnete Gero Storjohann (58) aus Seth. Doch seit Storjohann mit dem 36-jährigen Fahrenkruger Gemeindevertreter Sebastian Fuß einen Mitbewerber um die CDU-Direktkandidatur bekommen hat, gärt es in den Reihen der Christdemokraten. Besonders deutliche Worte findet jetzt Mathias Warn, der Bürgermeister von Todesfelde (CDU).

 

LN-Bild

„Sebastian Fuß hat es nicht verdient, in die braune Ecke gestellt zu werden.“ Bernd Reimers, Fahrenkrug

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Warn bezieht sich auf den Teil-Rücktritt des CDU-Kreisgeschäftsführers Uwe Voss, der erklärt hatte, dieses Amt vom 1. Mai bis zum 11. Juli niederzulegen. Am 11. Juli findet in Henstedt-Ulzburg der Kreisparteitag statt, bei dem der Direktbewerber für den Wahlkreis Segeberg/Stormarn-Nord nominiert wird. Warn stößt sich nicht am Rücktritt von Voss als solchem, sondern an der Formulierung des Kreisgeschäftsführers: Als Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann könnte ihm ein Interessenkonflikt unterstellt werden. Außerdem wirft Voss dem Gegenkandidaten Fuß vor, in der Partei „rechtspopulistisch“ für eine „nationale Gesinnung“ zu werben.

„Mehr als einen Rücktritt des Kreisgeschäftsführers hat die CDU im Kreis Segeberg aufgrund eines parteiinternen Gegenkandidaten für die Bundestagswahl nicht zu bieten? Wo bleibt die inhaltliche politische Auseinandersetzung?“, fragt Warn. Da sei endlich der von vielen CDU-Mitgliedern lang ersehnte konservative Gegenkandidat zu Storjohann aufgetaucht, schon gerate das Partei-Establishment in Panik. Auch sei es völlig falsch, Sebastian Fuß in eine rechtspopulistische Ecke zu stellen: „Da haben wohl einige Angst um ihre Pöstchen und Diäten, anders kann ich mir diesen Schritt nicht erklären.“

In seiner Bewertung der Gegenkandidatur wird Mathias Warn von CDU-Mitglied Bernd Reimers, stellvertretender Bürgermeister in Fahrenkrug, bestärkt: „Sebastian Fuß ist sicher sehr konservativ — aber er hat es nicht verdient, in die braune Ecke gestellt zu werden“, sagt er über seinen Gemeinderats- und Parteikollegen. Reimers sagt, dass er selbst gehört habe, wie MdB Storjohann in einer Diskussion Fuß an den Kopf geworfen habe: „Euch brauchen wir nicht mehr.“ Das sei nicht der richtige Weg, mit jemandem umzugehen, der die CDU als seine politische Heimat begreife. Auch deshalb, so Reimers, unterstütze er es, dass Fuß gegen Storjohann antritt. Storjohann hatte, nachdem Fuß seine Kandidatur öffentlich gemacht hat, den LN gesagt, dass Konservative „selbstverständlich“ ihren Platz in der CDU hätten. Er glaube aber, dass „alle Parteien keine große Stammwählerschaft mehr haben und ihre Wähler in der Mitte suchen müssen“.

Auch die misslungene Kandidatur seines Vor-Vorgängers als Todesfelder Bürgermeister, Claus Peter Dieck, für den Landtag hat Warn missfallen. „Es ist ein offenes Geheimnis, dass Herr Storjohann die Strippen im Hintergrund der Landtagskandidatennominierung gezogen hat, sodass sich schließlich Ole Plambeck gegen Claus-Peter Dieck durchgesetzt hat.“ Dieck — der aufgrund der Misstöne um die Landtagskandidatur nach seinen Ämtern im Kreisvorstand im Sommer auch den CDU-Fraktionsvorsitz im Kreistag niederlegt — will sich zu diesem Geschehen nicht mehr äußern: „Ich habe mit diesem Thema abgeschlossen.“ Dass es hinter den Kulissen gäre, sei ihm aber wohlbekannt, und er habe den Eindruck, dass sich da ein Puzzle zusammenfüge.

Sehr deutlich wird dagegen Mathias Warn: „Was hat eigentlich Herr Storjohann in den 14 Jahren als Bundestagsmitglied für unseren Wahlkreis getan oder erreicht? Ach ja . . . nichts außer Fahrradtouren und Grünkohlessen. Und plötzlich kurz vor der Bundestagswahl lässt man sich auch mal wieder im Wahlkreis blicken“, ereifert sich Todesfeldes Bürgermeister: „Wir haben in der Nord-CDU ein riesiges Kandidatenproblem, und mit profillosen Spitzenkandidaten wie Herrn Storjohann oder Ingbert Liebing werden die Wahlen im Jahr 2017 zum Fiasko. Wenn man die Konservativen in der CDU der AfD überlässt, wird die einzige noch verbliebene Volkspartei CDU das gleiche Schicksal erleiden wie die SPD.“

Gero Storjohann mochte, von den LN gestern zu diesen Vorwürfen befragt, dazu nichts sagen. Nur so viel: „Derartiges kommentiere ich nicht.“

Von Lothar Hermann Kullack

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