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Segeberg Diskussion um Hallenbad: BBS fordert Vergleichsberechnung
Lokales Segeberg Diskussion um Hallenbad: BBS fordert Vergleichsberechnung
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22:16 17.11.2016
Eine Schwimmerin krault ihre Bahn. Quelle: Materne
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Bad Segeberg

Bereits im Bauausschuss hatte der Vorsitzende Wolfgang Tödt (BBS) die Idee eines Neubaus offensiv ins Spiel gebracht – die LN berichteten. Im höchsten Gremium der Stadt wiederholte er seine Befürchtung, dass eine Sanierung der Halle „drei Millionen plus“ kosten würde. Eine Dacherneuerung sowie eine energetische Sanierung sei nämlich noch gar nicht berücksichtigt in den vorliegenden Zahlen. Nun bekräftigte der BBS seinen Schritt und beantragte, eine Vergleichsberechnung erstellen zu lassen: Sanierung gegen Neubau. Und: „Eine Berechnung nur bis 2020 reicht nicht aus“, führte Torsten Bohlmann (BBS) aus. Vielmehr brauche man eine „Lebenszyklusberechnung“ – mit den Kosten, die für das alte Bad in den nächsten 30 Jahren anfallen.

„Wir müssen uns fragen, ob es nicht besser ist, einen Neubau zu planen. Torsten Bohlmann, BBS

Als „Kaffeesatzleserei“ bezeichnete Petra Kröger (CDU) diese Forderung und wunderte sich über den BBS-Vorstoß. Der Bürgerblock sei es doch, der solche Voraus-Berechnungen immer wieder kritisiere und dann, wenn eine Baumaßnahme teurer wird, ablehne.

Rückendeckung für einen eventuellen Neubau kam von der FDP: „Ein Gebrauchtwagen ist erst mal günstiger, aber ist das auch langfristig der Fall?“, stellte Hermann Westphal in den Raum. Die Erhaltungskosten summierten sich auch seiner Meinung nach höchstwahrscheinlich auf mehr als drei Millionen. Er brauche belastbare Zahlen für eine Entscheidung, denn in keinem Fall wolle er ein neues „Fehmare“, dessen Pachtung der Stadt Millionenverluste eingebracht hat.

Wolfgang Juhls (Unabhängige) hatte sich bereits im Bauausschuss geäußert, dass der BBS-Plan gut klinge: Neubau und das Grundstück des alten Hallenbades lukrativ verkaufen.

Jens Lichte (SPD) machte auf die gute Nutzung des Bades aufmerksam: 90000 Besucher pro Jahr. „Als ich das durch 365 geteilt habe, war ich bass erstaunt: 266 Besucher am Tag.“ Das sei über dem Bundesdurchschnitt. Zum Erhalt des Bades müsse man sanieren: „Die Kosten lassen sich auf mehrere Jahre strecken.“ Und bei den laufenden Kosten, die derzeit ein jährliches Defizit von einer Million Euro einbringen, sei man auf einem guten Weg. Allein durch das neue Blockheizkraftwerk habe man in diesem Jahr bereits 90000 Euro gespart.

„Wir sind nicht auf der Flucht“, warf SPD-Fraktionschef Joachim Wilken-Kebeck ein. Eine Entscheidung könne man auch noch in der nächsten Sitzungsrunde fassen. Denn das Hallenbad stand lediglich als Bericht auf der Tagesordnung. Gegen eine spätere Entscheidung hatte auch der BBS nichts.

Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) machte dazu deutlich, dass die Stadt sowieso verpflichtet sei, vergleichende Untersuchungen anzustellen. Er gab der Diskussion um den Erhalt des Bades – egal in welcher Form – aber auch gleich einen Dämpfer mit: Denn wenn sich an der Haushaltslage der Stadt nichts ändere, „sind wir nach 2020 nicht mehr kreditwürdig“.

 Nadine Materne

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