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Segeberg Doppel-Rohrbruch am Ihlsee
Lokales Segeberg Doppel-Rohrbruch am Ihlsee
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19:27 29.06.2017
Frühmorgens um kurz nach vier Uhr wurde der Feuerwehr ein Wasserrohrbuch im Drosselweg gemeldet. Wasser und Sand hatten die Straße überspült. Kurz nachdem die Hauptleitung abgesperrt war. . .
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Bad Segeberg

Das Problem mit Wasserrohrbrüchen ist, dass sie meistens zu Unzeiten auftreten, wenn niemand sie brauchen kann. So war es auch gestern im Bad Segeberger Drosselweg und kurz darauf im Meisenweg. 170 Menschen waren dort seit den frühen Morgenstunden ohne fließendes Wasser. Waschen und Zähneputzen vor der Arbeit wurde da zum Problem.

170 Menschen im Drosselweg und im Meisenweg waren bis zum Nachmittag ohne fließend Wasser.

„Ein Postbote, der auf dem Weg zur Arbeit war, hat gegen 4.15 Uhr gemeldet, dass Wasser aus dem Gehweg sprudelt“, sagte Bad Segebergs Wehrführer Mark Zielinksi. Als die Einsatzkräfte mit vier Fahrzeugen kurze Zeit später eintrafen, hätten rund 60 Quadratmeter der Straße unter Wasser gestanden, so Zielisnki. „Ein klassischer Rohrbruch mit allem, was dazu gehört.“

Gemeinsam mit dem Versorger EWS sei die Wasserleitung abgesperrt und – da man nach den Erfahrungen am Amselweg vor zwei Jahren davon ausgehen musste, dass die Straße unterspült war – auch der Drosselweg für den Verkehr. „Die Rohrleitungen in diesem Gebiet sind Mitte der 60er Jahre gebaut worden“, erklärt Zielinski. Bei einer geschätzten Nutzungsdauer von 70 Jahren kämen sie daher inzwischen an ihr Lebensende.

Wie fragil das Wassernetz in der „Vogelsiedlung“ am Ihlsee sein muss, zeigte sich auch an anderer Stelle. Kurz nachdem die Hauptleitung im Drosselweg abgestellt war, kam gegen 6.15 Uhr auch im benachbarten Meisenweg das Wasser aus der Straße – ein zweiter Rohrbruch. Wie und ob der eine mit dem anderen zusammenhing, blieb gestern unklar. Möglicherweise hatten plötzlich geänderte Druckverhältnisse im Netz die Rohre bersten lassen.

Die auf dem Trockenen sitzenden Anwohner nahmen die Sache aber relativ gelassen. An zwei Notversorgungsstellen, die die Feuerwehr aufgebaut hatte, konnten sie ihre Eimer und Gießkannen füllen, um wenigstens die Toilettenspülung in Gang zu halten. Auch Winfried Seng bediente sich dort mit einem Zehn-Liter-Eimer. „Nicht für mich, für die Nachbarn, die sind nicht mehr so gut zu Fuß“, sagte der 77-Jährige. Seine Frau und er hätten sich mit drei mit Regenwasser gefüllten Gießkannen behelfen können. „Einen Vorteil hatte der Rohrbruch ja“, amüsierte sich der Rentner. „Unseren Kaffee haben wir mit Mineralwasser gebrüht, so guten haben wir noch nie getrunken. Ich habe schon zu meiner Frau gesagt, das sollten wir jetzt immer so machen.“

Mineralwasser-Kaffee hatte auch Fitz Scherf gebrüht. Nicht für sich, sondern für die Einsatzkräfte, die vor seiner Haustür schufteten. Seit mehr als 40 Jahren wohnt der 78-Jährige schon im Meisenweg.

„Aber einen Rohrbruch hatten wir hier noch nicht. Zum Glück wird das ja wohl nicht so lange dauern.“

Tat es nicht. Zur Kaffeezeit am Nachmittag waren die beiden Bruchstellen wieder geflickt, das Wasser konnte wieder laufen. Großflächige Unterspülungen der Fahrbahn hatte es zum Glück nicht gegeben.

 Oliver Vogt

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