Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Dramatischer Rettungseinsatz aus brennendem Haus
Lokales Segeberg Dramatischer Rettungseinsatz aus brennendem Haus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 17.09.2017
Rettungswagen standen an der Industriestraße, um die Verletzten in Klinken zu fahren.  Quelle: Feuerwehr
Anzeige

Um 4.42 Uhr wurden die Wehren alarmiert. Der Brandmelder hatte ausgelöst. Das kommt in Unterkünften häufiger vor, wenn mal das Essen anbrennt. Aber nicht nachts. Deshalb hatte Wehrführer Gero Müller gleich ein ungutes Gefühl. Die Wittenborner Asylbewerberunterkunft liegt ganz am Ende der Industriestraße im Gewerbegebiet. Als seine Wehr eintraf, stellte sie gleich fest, dass es im Flur des Untergeschosses im Mehrfamilienhaus brannte. Einsatzleiter Müller: „Sämtliche Personen hielten sich noch in dem Haus auf.“

Er meldete sofort an die Zentrale: „Feuer groß, Menschenleben in Gefahr“. Nachbarwehren wurden alarmiert. Mit fünf Trupps unter schwerem Atemschutz drangen die Feuerwehrmänner über die Eingänge in das Haus ein. Ein kleines Feuer im Flur zeigte große Wirkung. Das gesamte Haus war verraucht. Die Menschen mussten teilweise aus dem Schlaf gerissen werden, Kleinkinder schrien in Panik, die Bewohner waren völlig verstört. Das sei auch für die Einsatzkräfte psychisch eine extreme Belastung gewesen, meint dazu der Einsatzleiter. Aber es klappte alles. „Wir konnten mit Fluchthauben, die vor dem Qualm schützen, alle Bewohner aus dem Haus ins Freie führen“, berichtet Gero Müller. Die Menschen, teilweise in Schlafanzügen und Nachthemden, wurden Ärzten und Sanitätern übergeben. Alle Rettungskräfte haben sich, so Müller, sehr sensibel verhalten. Wenn es mit der sprachlichen Verständigung nicht klappte, wirkten die Rettungskräfte mit Gesten beruhigend auf die aufgeregten Bewohner ein. Die Geretteten wurden zum Aufwärmen in Feuerwehrfahrzeuge gesetzt, der ABC-Zug baute ein beheizbares Zelt auf. Die Menschen wurden alle nach ersten Untersuchungen mit leichten Rauchvergiftungen in Krankenhäuser nach Lübeck und Neumünster gebracht.

Über 70 Feuerwehrmänner, 20 Rettungsassistenten, Notärzte waren alarmiert worden. Nur dem schnellen Eingreifen der Feuerwehren ist zu verdanken, dass alle rechtzeitig das Haus verlassen konnten. Dieses sei aufgrund der Rauchentwicklung und des Löscheinsatzes derzeit nicht bewohnbar, teilte die Polizei mit. Alle Bewohner wurden in andere Unterkünfte gebracht. Die Brandursache sei bislang unbekannt. Der Brandort wurde beschlagnahmt, die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, die Angaben zum Brand oder der Brandursache machen können, bittet die Polizei sich unter Tel. 04551 /884-0 zu melden. wgl

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige