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Segeberg Drei Tödts sitzten jetzt an den Schalthebeln im Rathaus
Lokales Segeberg Drei Tödts sitzten jetzt an den Schalthebeln im Rathaus
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01:30 12.06.2018
Heute werden die Ämter durch Wahlen besetzt, damit die Politiker mit ihrer Arbeit im Rathaus starten können.
Bad Segeberg

Dazu kommt: Sie gehören verschiedenen politischen Lagern an. Am heutigen Dienstag, 18.30 Uhr, findet nach den Kommunalwahlen die konstituierende Sitzung der Bad Segeberger Stadtvertretung statt.

Wer hier „Vetternwirtschaft“ im Rathaus vermutet, liegt falsch. Die drei Ausschussvorsitzenden, die heute in der konstituierenden Sitzung der Stadtvertretung gewählt werden sollen, heißen zwar alle „Tödt“ mit Nachnamen, sind aber weder miteinander verwandt noch verschwägert.

„Einen vierten Ausschuss lehnen wir ab. Wir haben bei uns einige Experten für Finanzen,

die in den Hauptaus-

schuss gehen werden.Torben Fritsch

CDU-Frakionschef

Es geht dabei auch um die Besetzung der Ausschüsse – den wichtigen Arbeitsgremien der Kommunalpolitiker – und die Wahl der Vorsitzenden. Wolfgang Tödt (Freie Wählergemeinschaft BBS) will den Bauausschuss weiterhin leiten. SPD-Stadtvertreterin Kirsten Tödt übernimmt den Vorsitz im Sozialausschuss. Ihr Vorgänger Jens Lichte hat zwar als einziger SPDler einen Wahlkreis direkt geholt, kennt sich im Schul- und Sozialthema bestens aus, er möchte aber jetzt „ins politische Abklingbecken“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Wehrmann. Im Hauptausschuss tritt Olaf Tödt (CDU) in die Fußstapfen seiner Parteifreundin Ursula Michalak, die für die Kommunalwahlen nicht mehr kandidieren mochte. Er hätte als Vorsitzender eine Schlüsselstellung im Rathaus inne.

Einen kurzen Auftritt hat heute Abend Heino Pfeiffer im Rathaus. Er ist ältester Stadtvertreter, eröffnet die Sitzung als „Alterspräsident“ und leitet die Wahl der Bürgervorsteherin, die auf Vorschlag der stärksten Fraktion, der CDU, Monika Saggau (CDU) heißen soll.

Kontroverser dürfte der Antrag der zweitstärksten Fraktion im Rathaus, des BBS, werden: Die möchte alle Finanzthemen aus dem bisherigen Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss herauslösen und einen zusätzlichen Finanzausschuss gründen. Denn in den Hauptausschuss dürfen nur Stadtvertreter gewählt werden, keine bürgerlichen Mitglieder. Dadurch beraube man sich der Möglichkeit, Fachleute wie Steuerberater oder Betriebswirte für die finanzpolitische Arbeit der Stadt zu gewinnen. Doch es deutet sich hierfür keine Mehrheit an. SPD-Kontrahent Dirk Wehrmann hält nichts davon. „Das macht keinen Sinn, wir haben kein Problem, für den Ausschuss kompetente Leute zu finden.“Auch die CDU-Fraktion ist dagegen. Fraktionschef Fritsch sieht keine Notwendigkeit für einen vierten Ausschuss. „Wir haben bei den Stadtvertretern einige Finanzexperten, die auch in den Hauptausschuss gehen werden.“ Bürgermeister Dieter Schönfeld spricht sich deutlich dagegen aus. Er halte den kombinierten Haupt- und Finanzausschuss „nach wie vor für sinnvoll“.

BBS-Vorsitzender Jürgen Niemann ist überzeugt, dass dem Hauptausschuss auch ohne das Finanz-Ressort nicht die Themen ausgehen würden. „Ich sehe die Digitalisierung der Verwaltung als wichtigsten Punkt der kommenden Jahre.“ Darum müsse sich der Hauptausschuss kümmern. „Wir haben im Moment nicht einmal die Möglichkeit, übers Internet die Hundesteuer anzumelden.“ Vom Land gebe es hier kostenlose Hilfe für entsprechende Internet-Portale, die aber „von unserer Verwaltung nicht genutzt werden“.

Monika Saggau soll Segebergs Bürgervorsteherin werden

In jedem der drei Ausschüsse werden drei Vertreter von CDU und BBS sitzen, SPD und Grüne haben je zwei, die FDP entsendet je ein Mitglied. Durch ein Verteilungs-Verfahren nach Sainte-Laguë werden kleine Fraktionen bevorzugt. Vorgespräche zur Ämter-Besetzung seien einvernehmlich gelaufen, berichtet auch Torben Fritsch (CDU). Nicht nur über die Ausschussvorsitzenden sei man sich bei den Fraktionen einig geworden. Norbert Reher (CDU) soll erster stellvertretender Bürgermeister werden. Auch der CDU-Vorschlag, Monika Saggau als Bürgervorsteherin, sei akzeptiert worden. Ihr Stellvertreter soll Wolfgang Tödt (BBS) werden.

 Wolfgang Glombik

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