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Segeberg Drei Vorzeigeprojekte für Norderstedt
Lokales Segeberg Drei Vorzeigeprojekte für Norderstedt
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22:27 05.12.2013
Sind jetzt für ihre kreativen Ideen ausgezeichnet worden: Hourvash Pourkian, Angelika Franz und Ute Ostrander (von links). Quelle: Fuchs

„Immer eine Idee voraus“ — das ist das Motto der Stadt Norderstedt. Und der Stadtmarketingverein setzt jedes Jahr diesen Slogan mit einem kreativen Ideen-Wettbewerb um. In diesem Jahr sind die Projekte von drei engagierten Frauen mit einem Preisgeld von jeweils 1001 Euro ausgezeichnet worden. Es handelt sich dabei um den öffentlichen Bücherschrank von Ute Ostrander, das Handarbeitscafé von Angelika Franz und das Projekt der „Switch Kids“, das Hourvash Pourkian von Hamburg nach Norderstedt verlagert hat.

Insgesamt waren 35 Vorschläge eingegangen, von denen die Jury aus Vertretern der Wirtschaft, Verbände, Medien und Verwaltung diese drei Projektvorschläge als auszeichnungswürdig erachtet habe, sagte Marketingvereins-Vorstandsmitglied Carsten Krohn. „Bedingung war, dass diese Projekte neu, originell und nachhaltig sind. Das trifft auf alle drei zu, die allesamt von der Jury begeistert aufgenommen worden sind.“

So nahm die Norderstedterin Ute Ostrander aus ihrem Urlaub in Karlsruhe die Idee mit nach Hause, ein kostenloses Angebot zum Büchertauschen in Norderstedt zu initiieren. So möchte sie die englische Telefonzelle vor dem Rathaus, die dort seit Jahren ein nutzloses Dasein fristet, eingeschlagen, defekt und verschlossen ist, in einen öffentlichen Bücherschrank umwandeln. Jeder solle dort Bücher, die er nicht mehr braucht oder nicht mehr lesen möchte, hineinstellen; andere wiederum können sich ihren Lesestoff dort holen. Auf diese Weise entstehe eine Art Schneeballsystem, das die Lust aufs Lesen fördern soll. „Ich hoffe nicht, dass der Vandalismus dieser Idee einen Strich durch die Rechnung macht“, sagt Ute Ostrander.

Die Leiterin der Familienbildungsstätte in Norderstedt, Angelika Franz, will mit ihrem Handarbeitscafé, das ab Februar 2014 jeden Montag von 15 bis 18 Uhr im Kirchencafé der Kirchengemeinde Harksheide geöffnet sein soll, das Nähen, Häkeln und Stricken wieder aufleben lassen. Offenbar gerate bei vielen jüngeren Frauen diese Handarbeit in Vergessenheit, sagte Angelika Franz. Etwa ein Dutzend ehrenamtliche Helferinnen habe sie bereits zusammen, das anderen Frauen und Männern Hilfestellung geben wolle, wenn es zum Beispiel um das Flicken kaputter Jeans oder den Austausch defekter Reißverschlüsse gehe. Eine Spielecke für Kinder werde ebenfalls eingerichtet sein.

Besonders spektakulär und lehrreich verspricht das Projekt „Switch Kids“ zu werden, das der Verein Kulturbrücke in Hamburg vor einige Jahren initiiert hat, um Kindern verschiedener Lebenswelten die Sprache, Kultur und Lebensweise fremder Länder nahezubringen. So führe dieses Projekt einen Tag lang jeweils vier Kinder zwischen acht und 14 Jahren unterschiedlicher Nationen zusammen, die im Hause eines Kindes deren Lebensweise, Essensgewohnheiten, Vorlieben, Heimatgefühle, Traditionen sowie Sprache und Kultur aus erster Hand erfahren. So gehe es reihum, und bei drei weiteren Terminen würden die anderen Kinder zu Hause besucht. „Die Kinder erleben auf diese Weise eine Weltreise, ohne das Land zu verlassen“, erklärt die gebürtige Iranerin Hourvash Pourkian. Sie hat mit Lida Buchmann und der Norderstedter Integrationsbeauftragten Heide Kröger zwei Partnerinnen gefunden, die dieses Konzept zur besseren Völkerverständigung jetzt auf Norderstedt übertragen. In Hamburg hätten sich schon 900 Kinder aus 75 Ländern auf diese Weise kennen gelernt. In Norderstedt seien es bereits acht gewesen. Ansprechpartnerin ist hier Heide Kröger, Telefon: 040/53 59 59 16.

„Bedingung war, dass diese Projekte neu, originell und nachhaltig sind.“
Carsten Krohn, Marketingverein

Burkhard Fuchs

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