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Segeberg Drei scheidende Majestäten in Segeberg
Lokales Segeberg Drei scheidende Majestäten in Segeberg
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18:10 02.06.2018
Bad Segeberg

Aber im Ernst: Friedrich Cochanski, scheidender König bei der Schützengilde von 1595, war während seiner Regentschaft immer für lockere Sprüche gut. Der Anwalt hat auch rhetorisch „was drauf“

und konnte den Schützenbrüdern fast glaubhaft versichern, dass er beabsichtige, abends gar nicht mehr auf dem Schützenplatz zu erscheinen, damit er seinem vermeintlichen Nachfolger nicht die Königskette abgeben müsse. Es gäbe für ihn als König selbst noch so viel in der Gilde zu tun, außerdem habe er in den Annalen nachgeforscht. Ähnliches passierte schon 1779 und 1819 – sei also kein Novum. Auch überlege er, seinen eigenen Hofnarren einzustellen. Er suche nur noch einen geeigneten Kandidaten. Den Schützenbrüdern mundete das Sauerfleisch mit Bratkartoffeln und die vom König kredenzten „Kurzen“ umso besser. Auch der Erste Ältermann Dieter Abel, lobte den scheidenden König für seine „tollen witzigen Ansprachen“ bei den Veranstaltungen. „König Fiete“ sei immer für eine Überraschung gut gewesen.

Auch bei der Bürgervorsteherin Ingrid Altner sind die Tage als erste Bürgerin bis zur konstituierenden Sitzung der Stadtvertretung gezählt. Anders als der Gildekönig plant sie aber garantiert keine Revolution, um im Amt zu bleiben. Sie lobte aber „Ihro Majestät für dieses wunderbare Königreich der Gilde“. Auch der stellvertretende Bürgermeister Jens Lichte durfte gestern zum letzten Mal die Bürgermeisterkette tragen und freute sich 37 Jahre nach seiner Bundeswehrzeit, endlich „wieder einmal marschieren zu dürfen“. Bein großen Schützenumzug durfte er für die Stadt im Gleichschritt mitgehen. Mit den Kapellen aus Wiemersdorf und Traventhal zog der Zug durch die Stadt. Vor allem Flüchtlinge zogen Handys, machten Fotos und Filmchen von dem bunten Zug.

Vor dem Rathaus wurde es dann militärisch: Kommandoführer Kurt Blunk bellte formvollendet seine Befehle: „Morgen Majestät, Augen gerade aus.“ König Fiete schritt die Front seiner Untertanen ab. Die Böllerschützen knallten, was das Zeug hielt – ohne nicht vorher die Zuschauer zu warnen, sich ihre Ohren zuzuhalten. „Es wird laut!“ Dann der Marsch mit Polizeibegleitung: Beim Pflegeheim „Haus Parkblick“ gab es noch einmal Befehl „Ohren zuhalten – Feuer!“ – „Da haben wir garantiert die Krähen im Kurpark verscheucht“, schmunzelte 1. Ältermann Dieter Abel.

Von Wolfgang Glombik

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