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Segeberg Dreschvereinigung lockte mit alter und neuer Landtechnik
Lokales Segeberg Dreschvereinigung lockte mit alter und neuer Landtechnik
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22:22 27.08.2018
Nicht nur feiern, Vorführen ist beim Heidmühlener Dreschfest Programm: Hier rackern Mitglieder mit Forken, um Schnittgras auf den Reuter zu hieven.
Heidmühlen

Dieselgeschwängerte Luft – aber niemand stört sich daran. Ganz im Gegenteil: Neugierig werden altes Eisen und in die Jahre gekommenes Gerät beäugt. Das ohrenbetäubende, gleichmäßige Tockern der alten Motoren wird als Wohlklang aus längst vergangenen Tagen denn als Lärm wahrgenommen. Auf dem Dreschfest in Heidmühlen bekommen die Besucher das, was sie erwarten: Ackergerät aus einem ganzen Jahrhundert.

So malerisch das Landleben in der Rückschau aussieht, es war schweißtreibende Plackerei, bevor moderne Agrarmaschinen halfen. Dennoch sind Forke, Pferdeflug und Reuter schön in Aktion anzusehen, wie ein paar tausend Besucher beim Dreschfest in Heidmühlen erleben konnten.

Die Fahrer von Lanz, Fendt, Bürstner, Porsche, Hanomag, Bischof oder Gürtler haben ihre bunten Bauwagen angehängt und ihr Lager schon einen Tag vor der Veranstaltung am Dorfrand aufgeschlagen. „Die haben vier Stunden Anreise hinter sich“, sagt Detlef Kröger und zeigt auf Besucher aus Dithmarschen und dem Kreis Steinburg. Das Dreschfest der Dreschvereinigung Heidmühlen ist beliebt. Nicht nur bei Besuchern, die zu Tausenden am vergangenen Wochenende vorbeigeschaut haben. Auch Landwirte und diejenigen, die alte Schlepper hegen und pflegen, sind gerne dabei. Rund 140 Mitglieder zählt die Dreschvereinigung, davon 50 aktive. Sie zeigten ein Wochenende lang ein bisschen heile Bauernwelt – von der aber auch modernste Erntegiganten ein Teil sind.

Das Fest dürfte mit der 200 Fahrzeuge und Geräte umfassenden Schau zu den größten seiner Art im Umland gehören. „Wir wollen nicht nur zeigen, wir wollen auch vorführen, das kommt an“, sagt Kröger.

Die namensgebende Dreschmaschine von anno dazumal ist im Einsatz. Ein einfacher Pflug, gezogen von einem Pferd, bricht die Krume, und das Kartoffelnroden weckt großes Zuschauerinteresse. „Wie vor 70 Jahren“, sagt Volker Lehmann, einer der hemdsärmeligen Männer, die dicke Heuknäule aufspießen, um sie auf dem Reuter aufzutürmen. Auch der ist ein altes Hilfsmittel der Bauern. Lehmann ist noch im Nebenerwerb Landwirt. Sein Vereinskollege Frank Kahl hat den Beruf an den Nagel gehängt, nur einer, Olaf Voß mit seiner Schweinemast, ist noch dabei. Hier beim Dreschfest kommen sie alle wieder zusammen.

Vergessen ist das extra gesäte, aber in der Sommehitze verdörrte Dreschgut. Ebenso die fürs Fest ausgebrachte Blumensaat, die als Rehfutter endete. Und auch die diesjährige Missernte ist – wenigstens für zwei Tage – kein Thema.

Von Heike Hiltrop

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