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Segeberg Drogen an Minderjährige weitergegeben
Lokales Segeberg Drogen an Minderjährige weitergegeben
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20:16 05.09.2013

Der Tatvorwurf ist gravierend und wird deshalb vor dem Schöffengericht in Norderstedt verhandelt: Werner S. (31, alle abgekürzten Namen von der Redaktion geändert) soll der damals erst 16-Jährigen Britta W. von April bis Dezember 2012 insgesamt zehn Mal kostenlos Marihuana gegeben oder mit ihr gemeinsam konsumiert haben.

Der Norderstedter, der zur Zeit in einer Notunterkunft lebt, redet nicht um den heißen Brei herum und gibt die Anklagevorwürfe zu. Es sei allerdings erstmalig an seinem Geburtstag im Mai zu einem gemeinsamen Drogenkonsum gekommen, erklärt er.

Britta W. (17) aus Norderstedt, die bis heute seine Freundin ist, habe zu jener Zeit viel Alkohol getrunken und notorisch die Schule geschwänzt. Dass sie auch Drogen nehme, habe er nicht gewusst, als er sie kennenlernte, erzählt der Angeklagte.

Er beschreibt auf Nachfrage den Ablauf seiner Drogenkäufe bei einem gewissen Mohammed B. „Hast du mal 10 Minuten Zeit ?“ habe er beispielsweise am Telefon den Dealer gefragt und der habe dann gewusst, dass er für zehn Euro ein Gramm Marihuana kaufen wolle. Für ihn sei es damals völlig normal gewesen, am Wochenende oder am Feierabend Drogen zu nehmen. Dass das illegal sei, habe er sich nicht klar gemacht.

Doch die Polizei ermittelte gegen den Dealer und stieß dabei auch auf dessen Kundenkreis. Eines Morgens um 6 Uhr kam für den Angeklagten das böse Erwachen, als die Polizei ihn aus dem Schlaf klingelte und die Wohnung durchsuchte. Dieses Erlebnis erwies sich als heilsamer Schock, denn der gelernte Elektriker, der bis auf ein Jahr Unterbrechung immer in diesem Beruf arbeitete, sei jetzt seit drei Monaten „clean“, seine Freundin gehe regelmäßig zur Suchtberatung.

Den Umstand, dass er der Polizei umfangreiche Informationen über seine Dealer lieferte, musste der Angeklagte damit bezahlen, dass er bereits mehrfach bedroht worden sei und aus Angst meistens bei seiner Freundin wohne.

Britta W. bestätigt in ihrer Aussage, dass sie schon bevor sie den Angeklagten kennenlernte, Drogen genommen habe und auch während der Beziehung allein Drogen konsumiert habe. Das Paar ist sich einig, dass der gemeinsame Drogenkonsum nur in circa sieben Fällen stattgefunden habe — Richter Jan Willem Buchert korrigierte den Anklagevorwurf nach unten.

Außerdem hält er dem Angeklagten zugute, dass der geständig war und dass nicht er es gewesen sei, der die Minderjährige in die Sucht getrieben habe. Verwundert äußert sich der Richter aber über den Absturz in einem vorher geradlinig verlaufenen Leben. Der Angeklagte hatte acht Jahre bei der Bundeswehr gedient, danach ein geregeltes Leben geführt. Der Angeklagte berichtete davon, dass ihn seine vorherige Freundin mit dem gemeinsamen Kind verlassen habe, was wohl der Auslöser gewesen sei, mutmaßt der Richter. Er sei zuversichtlich, dass der Angeklagte sein Leben jetzt wieder in den Griff bekomme, so der Richter, der den Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilte und ihm Gesprächen bei der Drogenberatung auferlegte. mk

LN

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