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Segeberg Drohen „Lichtverschmutzung“ und Parksuchverkehr?
Lokales Segeberg Drohen „Lichtverschmutzung“ und Parksuchverkehr?
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20:43 04.10.2016
Noch ist hier Sackgassenende, die Straße soll aber hinter der Absperrung verlängert werden. Quelle: Glombik

„Graf-Gerhard-Straße“ – das klingt schon vom Namen her nach allerbester Wohngegend. Graf Gerhard war einer der Burgherren der mittelalterlichen Siegesburg auf dem Kalkberg. Nun drohen Verhältnisse, die die Anlieger der gräflichen Spielstraße auf die Zinne treiben. Die Rede ist von „Lichtverschmutzung“ durch einen 35 Meter hohen Werbepylon im nahegelegenen Gewerbegebiet sowie Belästigung durch parkende Autos einer geplanten Wohnblock-Anlage. Beides sind Vorhaben, die in Gremiensitzungen der Stadt angeschoben wurden.

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Wird die jetzt noch ruhige Spielstraße zugeparkt, wenn neue Wohnblocks angeschlossen werden?

„Die Landesgesetze sind hier lebensfremd, aber die Stadt kann sie nicht ignorieren.“ Bürgermeister Dieter Schönfeld

Ein Anwohner der Noch-Sackgasse nahm in der Fragestunde der Stadtvertretersitzung kein Blatt vor den Mund. Die geplante Weiterführung der Graf-Gerhard-Straße bis zur Kaiser-Lothar-Allee werde zur Folge haben, dass sich der Parkplatz-Suchverkehr bis in die Graf-Gerhard-Straße ausbreiten werde, befürchtet er. Zugeparkt werden könnte die Straße, weil – wie in den LN gemeldet – in der Nähe ein Baugebiet mit Wohnblöcken und 38 Wohnungen entstehen soll. Pro Wohnung ist dort vom Investor nur ein Parkplatz vorgesehen. Die ursprünglich geplante Tiefgarage wird eingespart. Stattdessen sollen nun oberirdische Stellplätze eingerichtet werden. Doch da pro Haushalt oft mehr als ein Auto geführt werde, sei klar, dass die Mieter Parkplätze in umliegenden Siedlungen suchen werden. „Ich habe früher in der Stauffenbergstraße gewohnt. So eine schlimme Parksituation wie da möchte ich nicht mehr erleben“, zürnte der Graf-Gerhard-Anwohner.

Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) verwies auf die Rechtslage. Wenn die Stadt vom Investor mehr Stellplätze fordern dürfte, würde sie das sicherlich tun. Die Landesgesetze seien hier „lebensfremd“, aber die Stadt könne sie nicht ignorieren. „Das ist keine Böswilligkeit der Stadtvertreter.“

Nicht nur vermehrter Pkw-Verkehr, auch „Lichtverschmutzung“ durch einen Werbepylon im neuen Gewerbegebiet lässt einige Bürger Schlimmes ahnen. Es sei „nicht zu fassen, dass so ein beleuchteter Leuchturm“ hier genehmigt werde, kritisierte der Anwohner. Die Menschen nahe am Gewerbegebiet Burgfelde würden so abends keine Dunkelheit mehr erfahren können, gar schlecht schlafen, prophezeite er.

Auch die Grüne Annelie Eick sprach sich gegen so einen Pylon in der Nähe von Wohngebieten aus. Der sollte nachts wenigstens ausgeschaltet sein. Wie berichtet, wird sich Hass & Hatje im neuen Gewerbegebiet auf einer Fläche von etwa 2,5 Hektar ansiedeln. Der Baustoffhändler benötigt eine Verkaufsfläche von mindestens 1200 Quadratmetern sowie 800 Quadratmeter für eine Musterausstellung.

Bürgermeister Schönfeld warnte davor, der Firma den Werbepylon zu verbieten. Damit stünde ihr ein Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag zu. Schönfeld: „Wir müssen damit leben, dass wir Schaufenster und Werbeflächen haben.“ Die Stadt genehmige nur diesen einen Pylon, das sei üblich bei Gewerbegebieten überregionaler Bedeutung an Autobahntrassen. Vorgeschrieben ist ein Beleuchtungsmanagement am „Werbe-Leuchtturm“. Das soll übrigens nicht lichtgeplagten Anwohnern helfen, sondern ist speziell für die Flugzeiten der Fledermäuse. . .

Wolfgang Glombik

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