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Segeberg Drohender Hitze-Tod: Kleinkind aus Auto gerettet
Lokales Segeberg Drohender Hitze-Tod: Kleinkind aus Auto gerettet
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21:46 03.06.2016
Passanten fanden das schreiende Kind in einem geschlossenen Auto. Beim aktuellen Wetter kann die Innentemperatur eines Wagens schnell 60 Grad erreichen. Quelle: Feuerwehr
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Bad Segeberg

Beinahe-Tragödie in Bad Segeberg: Polizei und Feuerwehr haben gestern Mittag ein erst vier Monate altes Mädchen aus einem parkenden Auto befreit. Die 31 Jahre alte Mutter und ihr Begleiter hatten das Baby nach Angaben der Polizei fast eine Stunde in dem völlig überhitzten Auto allein gelassen. Hätten Passanten den weinenden Säugling nicht rechtzeitig bemerkt, wäre das Auto für das Kind womöglich zur Todesfalle geworden. Parkende Autos heizen sich bei sommerlichen Außentemperaturen schnell auf über 60 Grad auf.

„Schon eine Minute, nachdem der Notruf bei uns eingegangen ist, waren wir zum Glück vor Ort“, sagte Sandra Mohr, Sprecherin der Polizeidirektion Bad Segeberg. Die Beamten hätten die Scheiben des Wagens eingeschlagen und das Baby befreit, das in seinem Kindersitz angeschnallt war. „Es hat zu diesem Zeitpunkt schon nicht einmal mehr geschrien und schien weggetreten“, sagte Mohr. Für das Mädchen sei die Lage bereits akut lebensbedrohlich gewesen. Es sei umgehend in einem Rettungswagen behandelt worden. Gestern Nachmittag war das Kind aber schon wieder wohlauf.

Bislang geht die Polizei davon aus, dass das Baby mindestens 50 Minuten in dem Auto eingeschlossen war, bevor Passanten durch Zufall darauf aufmerksam wurden. „Dabei können bei sommerlichen Wetter bereits nach 15 Minuten Temperaturen im Auto entstehen, die für Insassen tödlich sein können“, erklärte Feuerwehr-Einsatzleiter Mark Zielinski. Insbesondere, da es sich um ein dunkles Auto gehandelt habe.

Gegen die 31-jährige Mutter und ihren Begleiter wird jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Auch das Jugendamt wurde eingeschaltet. Warum die Frau und ihr Begleiter das Kind in dem Auto zurückgelassen haben, ist gegenwärtig noch offen. „Diese Frage würden wir ihr auch gerne stellen“, sagte Polizeisprecherin Mohr. Bisher sei sie aber noch nicht zu dem Vorfall befragt worden.

Obwohl die Polizei in den am Parkplatz Gieschenhagen angrenzenden Supermärkten mit Lautsprecherdurchsagen nach den Eltern des Mädchens suchte, blieben die beiden zunächst unauffindbar, teilte Mohr mit. Noch während Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste im Einsatz waren, seien sie aber von selbst zum Auto zurückgekehrt. Ob sie sich auch noch wegen weiterer Straftatbestände verantworten müssen, würden nun die weiteren Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft zeigen müssen, erklärte Mohr. Die Mutter sei von den Ereignissen aber ebenfalls schockiert gewesen.

Kleinkindern, die ungeschützt großer Hitze ausgesetzt sind, droht vor allem die Gefahr des Erstickens. „Durch die Dehydrierung kommt es zunächst zur Benommenheit und danach zur Bewusstlosigkeit“, sagt Gesa Diekmann, Kinderärztin am Lübecker Uni-Klinikum. Dabei könne die Zunge die Atemwege blockieren. Ein vergleichbarer Fall sei ihr aus Norddeutschland bisher aber nicht bekannt geworden.

Oliver Vogt und Wolfgang Glombik

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